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Region Schwandorf
Samstag, 25. November 2017 5

Förderprogramm

Stadt hilft willigen Hausbesitzern

Um das Bild der Friedrich-Ebert-Straße aufzuwerten, zeigt sich der Stadtrat bei der Sanierung von Dach und Fassade großzügig.
Von Reinhold Willfurth

  • in Sonderförderprogramm soll Hauseigentümer in der Friedrich-Ebert-Straße motivieren, ihre Immobilie herzurichten.Foto: Willfurth
  • Marie-Luise Thammer Foto: Willfurth
  • Josef Meier Foto: Willfurth
  • Thomas Gruber Foto: Willfurth
  • Solveig Schmid Foto: Willfurth

Schwandorf.Mit einem erhöhten Fördersatz will die Stadt Hauseigentümer in der Friedrich-Ebert-Straße entlasten und sie motivieren, ihre Häuser zu sanieren. Ziel ist ein möglichst harmonisches Bild, das sich den Nutzern der künftigen Flaniermeile nach der aufwendigen Sanierung bieten soll.

Der Planungsausschuss segnete zu diesem in seiner Sitzung am Montag ein Sonderförderprogramm ab. Es soll vier Jahre lang Hauseigentümer dabei unterstützen, ihre Fassaden inklusive Fenster und Türen, Dächer, Einfriedungen, Außentreppen und Hofräume sowie Schaufenster und Ladeneingänge inklusive Anpassungsmaßnahmen im Inneren herzurichten. Der Geltungsbereich erstreckt sich vom Eingang des Marktplatzes im Westen bis zur Einmündung der Postgartenstraße im Süden reichen. Auch die ersten Häuser in der Wackersdorfer Straße sind auf Anregung von Kurt Mieschala (UW) mit in das Fördergebiet einbezogen. Insgesamt fällt das Areal also mit dem ab 2018 zur Sanierung anstehenden Teilstück der Friedrich-Ebert-Straße zusammen.

Bis zu 25 000 Euro Förderung

Die Höhe der Förderung haben die Stadträte auf 40 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten festgesetzt. Bauherren können dann bis zu 25 000 Euro für eine Fassadensanierung erhalten, je nach Einstufung in die Bereiche „Altstadt“ und „Vorstadt“. Maximal 10 000 Euro schießt die Stadt für eine Dachsanierung zu, jeweils bis zu 7500 Euro gibt es für Außenanlagen, Schaufenster, Hauseingänge und Anpassungsarbeiten im Inneren. Die Regierung der Oberpfalz bezuschusst den Zuschussbetrag von gut 300 000 Euro wiederum um 60 Prozent.

Völlig frei dürfen die Bauherren aber nicht agieren. Voraussetzung für die Förderung ist zum Beispiel die strikte Einhaltung der baulichen Vorgaben durch einen städtebaulichen Berater. Auch die Art der Sanierung ist akribisch geregelt. So dürfen die Dächer ausschließlich mit roten Biberschwanzziegeln gedeckt werden.

Das Bild, wo Sie mit dem Schieberegel entscheiden können, welchen Teil Sie sehen möchten, zeigt die Straße, wie sie im Moment aussieht und in Zukunft aussehen soll (Foto: Willfurth/Plan: SEP Baur).

Stadtplanerin Sabine Pollinger wies in der Beschlussvorlage darauf hin, dass die Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße ein sehr wichtiger Baustein sei, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Durch den Wandel der früheren Bundesstraße in eine „Flaniermeile“ solle die Altstadt wieder zum Kernpunkt des städtischen Lebens ins Bewusstsein der Bürger rücken. Von dem „Impulsprojekt“ verspreche sich die Stadt viele private und öffentliche Folgeprojekte. Von den Verbesserungen in der Ebert-Straße profitierten alle Bürger und Besucher der Stadt. Das Sonderförderprogramm solle auch ein Stück Entschädigung für die zwei Jahre währende Bauzeit sein, so Pollinger. Sie gab auch zu bedenken, dass die Eigentümer zu Ausbaubeiträgen herangezogen würden.

Mit einer Broschüre will die Verwaltung die Hausbesitzer auf das Sonderförderprogramm aufmerksam machen. Abseits dieser finanziellen Anreize sollen die Eigentümer auch planerischen Rat erhalten, wie sie ihre Immobilien attraktiver gestalten können. So wird die Stadt nach dem Beschluss der Räte, gefördert durch Gelder von der Bezirksregierung, eine Quartiersstudie in Auftrag geben. Diese soll nicht nur die Friedrich-Ebert-Straße untersuchen, sondern den ganzen Bereich im Umfeld der künftigen Flaniermeile.

TWF-Gelände zügiger anbinden

Neben dem Sanierungsobjekt selbst wird darin auch der Bereich Breite Straße / Neubäckergasse / Bahnhofstraße untersucht. Die Studie ist im Maßnahmenkatalog für die Städtebauförderung in den Jahren 2018 bis 2021 enthalten. Die Stadträte drängten darauf, die weitere Sanierung des Straßenzugs inklusive der viel geforderten Anbindung an das TWF-Gelände auf das Jahr 2019 vorzuziehen. Sabine Pollinger gab freilich zu bedenken, dass zunächst die Friedrich-Ebert-Straße abgerechnet sein müsste, bevor ein Folgeantrag gestellt werden könne.

Das sagen Hausbesitzer

  • Marie-Luise Thammer:

    Es gibt eigentlich bloß einen Schwachpunkt in der Friedrich-Ebert-Straße, und das ist das Meierhofer-Anwesen. Ich glaube nicht, dass der Besitzer sich durch eine Sonderförderung motivieren lässt. Ich glaube nicht, dass sich in Kürze etwas ändern wird. Ich würde es hoffen, weil für mich ist der Anblick furchtbar.

  • Thomas Gruber:

    Ich bin am Überlegen, ob ich die Fassade herrichten lasse, und da käm ein solches Programm zur rechten Zeit. Der Förderbetrag reicht natürlich nicht aus. Und in welcher Höhe der Straßenausbaubeitrag noch auf mich zukommt, ist auch noch fraglich. Ich muss mir also die Gesamtinvestition anschauen, bevor ich entscheide.

  • Josef Meier:

    Ich finde die Idee gut. Dadurch ist eine Renovierung für die Hausbesitzer schon sehr interessant, vor allem in Verbindung mit dem Umbau der Straße. Theoretisch wäre das auch etwas für die Meierhofer-Anwesen, aber bei der Investition, die da ansteht, wäre das das Programm nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

  • Solveig Schmid:

    Ich glaube nicht, dass das Programm etwas bringt. Wenn einer nichts an seinem Haus machen will, dann macht er auch nichts mitsamt dem Fördergeld. Da brauch ich bloß über die Straße zu schauen (weist auf die Meierhofer-Anwesen). Und außerdem sind ja auch Auflagen zu beachten, wenn man Fördergelder will.

Auch der Abbruch des alten Krankenhauses und die Neugestaltung des Gebiets ist mit einem Budget von 100 000 Euro für das nächste Jahr eingeplant. Manfred Schüller (SPD) drängte darauf, den Stadtpark ins Visier zu nehmen, eine Aufwertung zu planen und Städtebaufördermittel zu beantragen. Kurt Mieschala wollte wissen, warum keine Mittel für die Umgestaltung des Schmidtbräu-Geländes vorgesehen seien. Das Projekt sei derzeit nicht aktuell, so die Antwort von Sabine Pollinger. „Wir wollen ja keine Luftnummer einbauen“, sagte die Stadtplanerin.

Wenn sich jedoch etwas in dieser Sache tue, könne man jederzeit den Maßnahmenkatalog erweitern. Die Ausschussmitglieder einigten sich darauf, die Anbindung des TWF-Geländes und die Sanierung der südlichen Friedrich-Ebert-Straße zumindest für das Jahr 2020 anzupeilen. „Wir müssen den letzten Schritt auch noch machen“, sagte Andreas Wopperer (CSU).

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