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Region Schwandorf
Sonntag, 19. November 2017 11

Städtebau

Stadt will SchmidtBräu-Gelände kaufen

Im Ringen um das Areal bahnt sich eine neue Entwicklung an. Vor einem Erwerb sollen aber noch Gutachten abgewartet werden.
Von Hubert Heinzl

In der Diskussion um das SchmidtBräu-Gelände deutet sich eine überraschende Entwicklung an. Foto: Archiv/Heinzl

Schwandorf.Die Diskussion um die Zukunft des SchmidtBräu-Geländes tritt in eine entscheidende Phase: Wie bei der Stadtratssitzung am Montagabend bekannt wurde, will die Stadt das Areal jetzt nach Möglichkeit selbst erwerben und gemeinsam mit einem Investor entwickeln. Im Zusammenhang mit dem Thema Städtebauförderung hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schindler gefordert, einen Betrag von 200.000 Euro für die Überplanung des Areals in die Bedarfsliste für das kommende Jahr mit aufzunehmen. Neben der Friedrich-Ebert-Straße sei dies in nächster Zeit das zweite wichtige Feld für die Entwicklung der Schwandorfer Kernstadt. „Wir müssen klotzen, wenn der Zustand der Innenstadt verbessert werden soll“, so der SPD-Fraktionschef.

„Wir müssen klotzen, wenn der Zustand der Innenstadt verbessert werden soll.“

Franz Schindler (SPD)

Im Lauf der Diskussion wies Schindler unter anderem darauf hin, dass die Verwaltung vorgeschlagen habe, das Areal zu erwerben und bereits ein Betrag von 480.000 Euro im Haushalt dafür eingestellt worden sei. Oberbürgermeister Andreas Feller bestätigte diese Aussage und erklärte in der Stadtratssitzung: „Ein Kauf könnte heuer noch etwas werden“. Das ist neu: Bisher hatten sich Stadtspitze und Verwaltung auf die Frage nach der Zukunft des SchmidtBräu-Geländes öffentlich immer bedeckt gehalten. Das Areal habe zurzeit keine Priorität, hatte es mehrfach vonseiten der Stadtplanung geheißen.

„Ein Kauf könnte heuer noch etwas werden.“

OB Andreas Feller

In trockenen Tüchern ist ein Erwerb ohnehin noch nicht. Die Stadt will erst verschiedene Gutachten über das Gelände abwarten – unter anderem über Geologie und Statik auf dem abschüssigen Gelände. Eine Bebauung dürfte in jedem Fall schwierig sein. Denn die Zufahrt vom Marktplatz aus ist beengt, und Richtung Spitzwegstraße schließt das Areal mit einem steilen Hang ab. „Ein Kauf ist noch nicht beschlossene Sache“, gab denn auch CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer zu bedenken.

Kombi aus Wohnbebauung und öffentlicher Nutzung

Wie Sabine Pollinger, die Leiterin des Stadtplanungsamts, erläuterte, setzt die Stadt bei der Entwicklung des Areals weiter auf eine Kombination von Wohnbebauung und einem kleineren Anteil an öffentlicher Nutzung. In den Gesprächen mit Prof. Hans-Peter Scheck, der bis zuletzt als Interessent für eine Bebauung aufgetreten war, habe sich gezeigt, „dass Wohnungen allein nicht rentabel sind“, so Pollinger.

Filetstück in der Innenstadt

  • Das Gelände:

    Das SchmidtBräu-Gelände ist rund 5000 Quadratmeter groß und steigt vom Marktplatz nach Norden steil zur Spitzwegstraße an. Nach dem Aus für die Brauerei wird das Areal derzeit nur als Parkfläche genutzt. Eine öffentliche Nutzung gab es nur beim Bürgerfest 2010 als Bühnen-Standort.

  • Die Entwicklung:

    Seit Jahren bemüht sich die Stadt um die Entwicklung des Areals. Zuletzt präsentierte der Regensburger Architekt Prof. Hans-Peter Scheck Ideen für eine Wohn-Nutzung auf dem Gelände. Zuletzt war eine Kombination von öffentlicher Nutzung und Wohnen im Gespräch. (hh)

Eine öffentliche Nutzung wiederum werde nur gefördert, wenn „im Bestand etwas gemacht wird“, wie es die Stadtplanerin formulierte. Für die Stadt habe dies den Vorteil, dass sich die enormen Abbruchkosten auf diese Weise deutlich verringerten. Dass das Projekt von der Verwaltung nicht weiter vorangetrieben wurde, begründete Pollinger in der Stadtratssitzung mit der personellen Situation im Amt für Stadtplanung und Bauordnung. „Das kann zurzeit nicht bearbeitet werden. Derzeit läuft nur eine externe Begutachtung“, sagte sie.

Wie es am SchmidtBräu-Gelände weitergeht, hängt jetzt vom Ergebnis der Untersuchungen ab, die noch in diesem Jahr abgeschlossen sein könnten. Einem Kauf müsste vorher der Stadtrat zustimmen. Eine kleine Weichenstellung gab es aber schon am Montag: Der Schindler-Antrag, 200.000 Euro Planungs- und Gutachterkosten für das SchmidtBräu-Gelände in die Städtebau-Liste 2018 aufzunehmen, wurde bei nur einer Gegenstimme angenommen.

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