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Sport

Triathlon ist nicht gleich Ironman

Schwimmen, radeln, laufen: Alle Teilnehmer des Kinderwettbewerbs in Nittenau gingen als Sieger hervor. Dabeisein war alles.
Von Ulrich F. Klein

  • Obwohl nirgends eine Stoppuhr gezückt wurde, kämpften die jungen Triathleten, wie dieser junge Mann, offensichtlich um jede Sekunde. Der Applaus vom Streckenrand war jedem sicher. Foto: Ulrich F. Klein
  • Und rauf aufs Rad! Die Strecke war bis zu 6,3 Kilometer lang. Foto: U. Klein

Nittenau.Obschon der Kindertriathlon der TSV-Radsportabteilung heuer erst das zweiten Mal ausgetragen worden ist, scheint er sich beim Nachwuchs schon eines großen Bekanntheitsgrades zu erfreuen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass der Wettkampf (der nur bedingt einer war, weil keine Zeiten gemessen wurden) schon vierzehn Tage vor dem Anmeldeschluss mit 100 Teilnehmern komplett ausgebucht war? So groß war die Nachfrage, so groß der Ehrgeiz. Aus organisatorischen Gründen konnten die Verantwortlichen keine zusätzlichen Meldungen mehr akzeptieren, hieß es.

Klischee und Wirklichkeit

Triathlon? Ist das nicht die Sportart für die Eisenharten? Für die „Verrückten“, die sich erst in die Fluten stürzen, dann tropfnass aufs Rad setzen, um schließlich noch die Laufschuhe zu schnüren – und am Ende völlig ausgepumpt nach der Ziellinie zusammenzubrechen?

Dieses Klischee haben wir alle durch Fernsehübertragungen, zum Beispiel aus Roth, Hamburg oder Frankfurt, im Kopf. Doch der Wirklichkeit entspricht es längst nicht mehr. Dank der Tatsache, dass der sportliche Dreikampf über unterschiedliche, teils wirklich überschaubare Distanzen ausgetragen wird und – im Vergleich zu anderen Sportarten – keine Riesensummen für die Ausrüstung ausgegeben werden müssen, fühlen sich immer mehr Breitensportler herausgefordert. So zu erleben erst vor rund vier Wochen beim Triathlon des TSV Nittenau, als rund 150 Frauen und Männer an den Start gingen und respektable Leistungen abriefen. Als faszinierende Aktivitätsform für alle Altersgruppen, mit der sich nicht nur die Kondition, sonder das gesamte Wohlbefinden verbessern lässt, gewinnt der Triathlon landauf, landab immer mehr Anhänger.

Doch zurück zum Kinder-Wettbewerb in Nittenau, der im Wesentlichen eines zum Ziel hatte: die Vermittlung von Freude am Sport. Zeiten wurden bewusst keine gemessen, der olympische Gedanke „Dabei sein – und durchhalten – ist alles) sollte dominieren.

Wie bei den „Großen“ fiel der erste Startschuss im Freibad. Beim Schwimmen gab es keine Vorgabe, wie geschwommen werden musste, so dass es jeder Teilnehmer seinen bevorzugten Stil selbst wählen durfte. Das Rad musste sich laut Veranstalter in technisch einwandfreiem Zustand befinden, und für jeden Teilnehmer bestand Helmpflicht. Die Sicherheit der jungen Triathleten hatte auch hier Priorität. Alle möglichen Gefahrenstellen wurden durch Mitglieder der Feuerwehr abgesichert.

Schon bei der ersten Disziplin wurde ordentlich Gas gegeben. Foto: U. Klein

„Ein Triathlon wird erst beim Laufen entschieden“, lautet eine Athleten-Weisheit. Aber gestartet wurde, wie erwähnt, im kühlen Nass. Bei idealen äußeren Bedingungen gingen die jungen Athleten im Freibad an den Start; zuerst die Jahrgänge 2009 – 2012. Der Eifer groß, ungeduldig warteten alle auf die Startfreigabe durch Bürgermeister Karl Bley. Auf seinen Pfiff hin ging es los! Nach zwei Bahnen ging es ab in die Wechselzone. Abtrocknen, umziehen zum Radfahren über 1500 Meter...

Eltern als wertvolle Stütze

Hier zeigten sich die Eltern als „professionelles“ Versorgungsteam. Nach dem Rundkurs wurde ihnen das Rad übergeben – und schon begann der Endspurt.

Die Freude der „Finisher“, als sie die Ziellinie erreichten, war riesengroß. Alle Kinder gaben ihr Bestes. Die sechsjährige Anna Schiegl gab unserem MZ-Reporter bereitwillig ein kurzes Interview: „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war auch gar nicht so anstrengend“, so ihr Eindruck vom Triathlon. Auf die Frage ob sie denn generell gerne Sport treibe, antwortete sie nachdenklich: „Eigentlich nicht so... Ich laufe aber gerne, fahre sehr gerne Rad und schwimme auch ganz gerne...“

Voller Freude über die eigenen Medaillen feuerten diese Sportskanonen die weiteren Teilnehmer an. Foto: u. Klein

Abschließen stellten die Veranstalter und das Team vom BRK erleichtert fest, dass es keine Stürze oder Verletzungen gegeben hatte. Alle Kinder waren heil ins Ziel gekommen. Jedes Kind bekam eine Urkunde und eine Medaille, gesponsert von der Stadt Nittenau. Zusätzlich erhielten die Teilnehmer ein „Finisher-Shirt“. Dank mehrerer Hauptsponsoren konnten die jungen Triathleten während des Wettkampfes bestens versorgt werden.

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Distanzen für die Kinder

  • Jahrgänge 2009 bis 2012, 5 bis 8 Jahre:

  • zwei Bahnen Schwimmen (50 Meter); eine Runde Radfahren (1500 Meter); eine Runde Laufen (350 Meter)

  • Jahrgänge 2007 bis 2008, 9 bis 10 Jahre:

    vier Bahnen Schwimmen (100 Meter), zwei Runden Radfahren (2700 Meter), drei Runden Laufen: 850 Meter

  • Jahrgänge 2005 bis 2006, 11 bis 12 Jahre

    : acht Bahnen Schwimmen (200 Meter), vier Runden Radfahren (5100 Meter), vier Runden Laufen (1100 Meter)

  • Jahrgänge 2004, 13 Jahre:

  • zwölf Bahnen Schwimmen (300 Meter), fünf Runden Radfahren (6300 Meter), sechs Runden Laufen (1600 Meter)

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