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Region Schwandorf
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Jugendprogramm

Viel mehr als Kinder „beschäftigen“

Die Jugendpfleger im Städtedreieck arbeiten immer enger zusammen. Das kommt beim jungen Publikum offenbar sehr gut an.
Von Josef Schaller

  • Der Weg durch den Wald führte teilweise auch durch hüfthohe Brennnesseln und dorniges Gewächs – dem Spaß tat das keinen Abbruch. Foto: Schaller
  • Vor der Wanderung durften die Kinder am Freitag noch mit Pfeil und Bogen üben. Foto: Schaller
  • Etwas aus einem gesperrten Bereich zu holen – ein schwieriges Unterfangen, bei dem Teamwork gefragt war. Foto: Schaller

Maxhütte-Haidhof. Es war wie eine Wanderung zum Mond: Die Route des zweistündigen Fußmarsches mit dem zertifizierten Natur- und Landschaftsführer Gerhard Besenhard und dem Maxhütter Jugendpfleger Alex Spitzer führte die Kinder am Freitagabend auch am Steinbruch des Schamotte- und Tonwerkes bei Winkerling vorbei. Die vegetationslosen, dunklen Abraumhalden präsentierten sich dabei wie eine kühle Mondlandschaft.

Die Wanderung war Teil des Kinder- und Jugendprogramms der Stadt Maxhütte-Haidhof, das im gesamten Jahr – aber insbesondere in Ferien – interessante und faszinierende Aktionen bietet. Im Zentrum der geführten Unternehmungen soll der Spaß stehen, wie Alex Spitzer beim Streifzug durch den Wald erklärte. Aber auch der pädagogische Aspekt käme nicht zu kurz. Ziel sei es oft auch, das soziale Verhalten in der Gruppe zu fördern. „Jugendarbeit ist eben viel mehr, als nur die Kinder beschäftigen“, betonte der Jugendpfleger im MZ-Gespräch.

Teamarbeit ist meistens gefragt

Auch am Freitag wurden die Kinder mit erlebnis-pädagogischen Einlagen konfrontiert. Beim „Eisschollen-Spiel“ zum Beispiel war Teamarbeit gefragt, um die Aufgabe zu meistern. Lösungsvorschläge gaben Spitzer und Besenhard nicht. Die Kinder mussten gemeinsam nach einer Möglichkeit suchen, das Problem zu lösen – und sie machten es ausgezeichnet, wie ihnen hinterher auch attestiert wurde.

Der Natur- und Landschaftsführer Gerhard Besenhard erläuterte den Kindern vieles. Foto: bjs

Ziel des Fußmarsches war jedoch auch, den jungen Teilnehmern die Natur auf spannende Weise näher zu bringen. Im Garten von Besenhard gab es am Lagerfeuer bei Würstlgulasch schaurige Geistergeschichten zu hören. Noch bevor sie sich auf den Weg machten, um bald darauf – schon in nächtlicher Dämmerung – im dichten Unterholz hinter der Stadt zu verschwinden, durften die Kids mit Pfeil und Bogen üben, um für eine Konfrontation mit einem Wildschwein gewappnet zu sein.

„Es war eine Riesengaudi“, berichtete die zehnjährige Luisa am Lagerfeuer. Toll findet sie vor allem, dass man bei solchen Aktionen immer neue Bekanntschaften machen kann. Die gleichaltrige Lea meinte: „Zu Hause hätte ich schon längst ins Bett gemusst.“ Beide haben nach eigener Erzählung schon mehrmals an solchen Unternehmungen mitgemacht und sich so auch kennengelernt. Inzwischen sind sie ein „eingeschworenes Team“ geworden, wie sie betonten.

Die drei Jugendpfleger im Städtedreieck: Alex Spitzer, Tina Kolb und Benjamin Fremmer (von links) Foto: bjs

Auch die Städte Burglengenfeld und Teublitz bieten ein derartiges Kinder- und Jugendprogramm an. In jeder Stadt stellt ein Jugendpfleger zum Teil in Zusammenarbeit mit Vereinen oder der VHS alljährlich ein attraktives Angebot zusammen. Orientiert wird sich dabei natürlich vor allem an den Bedürfnissen der Jugendlichen. Viele Aktionen werden gemeinsam mit den Nachbarstädten organisiert und veranstaltet. „Wir arbeiten gut zusammen“, sagte Spitzer im Beisein seiner Kollegen Benjamin Fremmer (Teublitz) und Tina Kolb (Burglengenfeld) bei einem MZ-Gespräch direkt vor der Wanderung.

Städte gehören zum Netzwerk

„Viele dieser Projekte könnten wir alleine nicht stemmen“, sagte die Leiterin des Burglengenfelder Bürgertreffs. Fremmer sieht die bestens funktionierende gemeinsame Jugendarbeit sogar als Vorbild für andere Bereiche der kommunalen Zusammenarbeit. Auch die Kooperation mit dem Kreisjugendpfleger sei jedoch wichtig, wie Spitzer erklärte. Gegenseitig Synergieeffekte nutzen und voneinander profitieren, sei die gemeinsame Leitlinie des „Netzwerk Jugend im Landkreis Schwandorf“, dem neben den Jugendpflegern unter anderem auch Jugendsozialarbeiter an Schulen, das Kreisjugendamt, der Kreisjugendring sowie Vereine wie Kolping angehören.

Beim Hufeisenwerfen war jeder auf sich allein gestellt – ansonsten war bei den Einlagen immer gute Teamarbeit gefordert. Foto: bjs

Im Rahmen des Netzwerkes werde regelmäßig ein Jahresthema festgelegt, unter dessen Motto die Veranstaltungen stehen. Dieses Jahr stehen laut Spitzer die Aktionen unter dem Leitgedanken „Mal kurz die Welt retten“. Damit soll vermittelt werden, „dass jeder im kleinen Rahmen zum Umweltschutz beitragen kann“, wie der engagierte Maxhütter Jugendpfleger unserem Medienhaus sagte. Auf ferne Urlaubsziele zu verzichten und stattdessen per Fahrrad und beim Wandern die schöne Heimat zu entdecken, sieht er unter anderem als einen ausgezeichneten Beitrag, diesem Motto gerecht zu werden und als sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz.

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Weitere Berichte aus dem Landkreis Schwandorf lesen Sie hier.

Kommende Veranstaltungen

  • Maxhütte-Haidhof:

    Freitag, 23. Juni, 15 - 17.30 Uhr, „Sportsday“ hinter dem Mehrgenerationenhaus; Mittwoch, 5. Juli, 16 - 18 Uhr, „Chaosteufel fest im Griff“, mit Memoboard herrscht Ordnung; Freitag, 21. Juli, 14 - 17 Uhr, Erlebnisbauernhof Kreilnberg, „Marmeladenalarm auf dem Bauernhof“ – Früchte vom Strauch direkt ins Glas.

  • Teublitz:

    Mittwoch, 9. August, 9 - 16 Uhr, „Tag bei der Feuerwehr“ mit viel zu erleben; Montag, 4. September, 14 - 18 Uhr, Besuch im Kletterwald in Sinzing mit anspruchsvollen Parcours.

  • Burglengenfeld:

    Mittwoch, 19. Juli, städtedreiecksweite Kinder- und Jugendbürgerversammlung, Aula JMF-Gymnasiums (Kooperation mit VHS); Donnerstag, 20. Juli, 16 - 17.30 Uhr, Basteln mit Andrea von den RelaxKids. Das neue Programm erscheint ab Juli.

  • Events mit Kreisjugendamt:

    Dienstag, 15. August, Tagesausflug in den Zoo Pilsen mit Besuch des Dinoparks mit 3D-Kino ist für 15 Euro enthalten. 20. bis 27. August sind für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren Sprachferien in England mit zahlreichen Aktivitäten. (bjs)

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