mz_logo

Region Schwandorf
Sonntag, 19. November 2017 11

Kultur

Von Comedy bis Countrymusik

Das „Live im Antik“ in Nittenau hat sich etabliert: Tom Riedhammer kann sich die Künstler für seine Kulturbühne aussuchen.
Von Cornelia Lorenz

Das mehrfach ausgezeichnete Wiener Instrumentaltrio Cobario tourte mit zwei Gitarren und Violine schon um die halbe Welt und ist am 24. November im „Live im Antik“ zu Gast. Foto: Gregor Wiebe

Nittenau.In einer Kleinstadt wie Nittenau mit weniger als 10 000 Einwohnern eine Kulturbühne zu eröffnen, ist ein riskantes Projekt. Schließlich haben die Fans von Musik und Kabarett von hier aus nur eine halbe Stunde Fahrzeit bis nach Regensburg mit seinem prall gefüllten Veranstaltungskalender. Doch eineinhalb Jahre nach dem ersten Konzert im „Live im Antik“ hat sich Tom Riedhammers Mut ausgezahlt: „Seine“ Künstler kann sich der 47-Jährige mittlerweile aus einer Flut von Anfragen selbst aussuchen – und das Publikum lässt sich ebenfalls nicht lang bitten. „Wir sind sehr erfolgreich“, sagt Riedhammer. Für die kommenden Monate ist das Programm längst fertig und wartet mit einigen Highlights auf.

Ein Duo sorgt für volles Haus

Matthias Matuschik und Susanne Rohrer stehen am 20. Januar auf der Kulturbühne. Foto: Hagen Schnauss

Dazu gehört ganz sicher die Gruppe „Mark‘n‘Simon“, die sich für den 18. Februar 2018 angekündigt hat. Die beiden Iren touren als Comedy-Duo seit über 30 Jahren durch Europa und waren im März 2016 die ersten Künstler, die in Nittenau auf der neu eröffneten Kulturbühne auftraten – und Riedhammer gleich ein volles Haus bescherten. Kein Wunder, dass sie demnächst bereits zum dritten Mal hier zu Gast sind.

Doch Riedhammer setzt im „Live im Antik“ nicht nur auf altbewährte Künstler – auch wenn das manchmal im Vorfeld einer Veranstaltung durchaus ein „Nervenspiel“ sei, sagt er. Im Vorfeld könne man einfach nicht berechnen, ob ein gebuchter Künstler tatsächlich genug Publikum anlocken werde. Mit anspruchsvollem politischem Kabarett lässt sich der Saal vor der Bühne in Nittenau nicht so recht füllen – das hat Riedhammer im ersten Jahr nach der Eröffnung gelernt.

Maria Reiser und ihre Band kommen am 11. November ins „Live im Antik“. Foto: Christian Zehentmeier

Warum das so ist, kann er sich nicht so recht erklären. Eigentlich, so dachte er, müsste es in der Altersklasse von 30 bis 60 Jahren in der Region genug Menschen geben, die keine Lust mehr auf Kneipen- und Diskothekenbesuche haben und sich stattdessen gern von Kabarettisten unterhalten lassen. Doch diese Idee war „ein Reinfall“, weiß Riedhammer heute.

„Die Leute sollen hier ihren Spaß haben und sich auch noch etwas zu Essen und Trinken leisten können.“

Tom Riedhammer

Deshalb konzentriert er sich jetzt auf Künstler, die in einer Kulturbühne mit maximal 150 Sitzplätzen gut funktionieren. Pro Monat bekommt er im Schnitt zehn bis 15 Anfragen von Agenturen und auftrittswilligen Künstlern. „Ich wähle nach bestem Wissen und Gewissen aus. Hier spielt nicht jeder – ich lehne Vieles ab, was nicht zum Antik passt“, sagt Riedhammer. Aus dem Raster fallen für ihn Künstler, deren Auftritt ihn aufgrund horrender Fixgagen-Forderungen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen könnte, wenn das Publikum trotz vieler Werbemaßnahmen fernbleibt. Ein solches Risiko will Riedhammer nicht eingehen.

Mit Ignaz Netzer kommt am 27. Januar der Gewinner des German Blues Award 2015 nach Nittenau. Foto: kdd

Das liegt auch daran, dass er mit den Eintrittspreisen in Nittenau nicht zu hoch gehen und günstiger als in Regensburg bleiben will. „Die Leute sollen hier ihren Spaß haben und sich auch noch etwas zu Essen und Trinken leisten können“, sagt er. Das Konzept ist aufgegangen, denn die Kulturbühne ist mittlerweile auch für Geburtstags- und Weihnachtsfeiern und Hochzeiten gut gebucht – ein Geschäftsfeld, das immer größer wird. Damit hätte Riedhammer zu Beginn nicht gerechnet. Über die große Nachfrage ist er aber sehr glücklich.

Mehr junges Publikum erwartet

Abenteuerliche Arrangements vom, „Bairisch diatonischen Jodelwahnsinn“ Foto: Imke Peters

Auf den ersten Lorbeeren will sich Riedhammer nicht ausruhen. Der neu eingerichtete Strand soll im kommenden Sommer wieder mit Musik und Cocktails die Besucher anlocken. Insgesamt ist er mit dem Projekt „Beach“ zufrieden, wenn auch nicht alles optimal gelaufen sei. Der vergangene Sommer sei in Sachen Wetter nicht ideal gewesen, bedauert Riedhammer. Auch ein bisschen mehr junges Publikum hätte er sich erwartet.

Die ganz kleinen Gäste möchte er auch im Rahmen des nächsten Ferienprogramms wieder ansprechen: Zum ersten „Nerf-Day“ kamen heuer 50 Kinder mit ihren Vätern ins „Live im Antik“, um sich gegenseitig mit den beliebten Gummigeschossen zu jagen. Heuer will Riedhammer das Projekt noch größer aufziehen und dafür auch Sponsoren ins Boot holen. Auch für Theatervereine in der Region gibt es gute Nachrichten: Riedhammer hat seine Bühne im „Antik„ von fünf auch acht Meter verbreitert – eine gute Größe für auftrittswillige Schauspieler, die genügend Platz für Bühnenaufbauten und Publikum brauchen.

Vier Termine „Live im Antik“:

Buntes Programm für Kulturfans

  • „Bairisch diatonischer Jodelwahnsinn“

    Abenteuerliche Arrangements haben die drei Musiker vom „Bairisch diatonischen Jodelwahnsinn“ am Samstag, 2. Dezember, im Gepäck. Sie quälen und streicheln Gitarren, Geige, Tuba und diatonische Ziach und jodeln und rappen bairisches Liedgut mit ihrem bekannt hintergründigem Humor.

  • Matuschik und Rohrer

    Matthias Matuschik und Susanne Rohrer stehen am Samstag, 20. Januar, ab 20 Uhr auf der Kulturbühne. Die beiden Radio-Moderatoren präsentieren ihr Kabarettprogramm „Wir müssen reden“ und geben dabei witzige Antworten auf alle möglichen Fragen, die man sich noch nie gestellt hat.

  • Maria Reiser

    Maria Reiser und ihre Band kommen am Samstag, 11. November, um 20 Uhr ins „Live im Antik“. In Amerika wird ihre wilde Kombination aus Elektro, Pop, Rock, Hip Hop und Dancehall längst als „Bavarian Wildstyle“ gefeiert. Das Hofbräuhaus in Las Vegas hat Reiser bereits erobert, nun ist die Kulturbühne dran.

  • Ignatz Netzer

    Mit Ignaz Netzer kommt am Samstag, 27. Januar, der Gewinner des German Blues Award 2015 nach Nittenau. Ab 20 Uhr wird er publikumsnah und augenzwinkernd Einblicke in die faszinierende Welt schwarzer Musik vermitteln. Sein Soloprogramm ist ein Crossover-Projekt zwischen Blues, Folk, Ragtime und Gospel.

Mehr Nachrichten aus Nittenau lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht