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Schwandorf - Nachrichten
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Sicherheit

Weniger Kriminalität, aber mehr Diebstähle

Die Polizei verzeichnet die „niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 2004“. Für die Innenstadt gibt es Entwarnung.
Von Elisabeth Hirzinger

„Einfache Diebstähle“ werden den Tätern oft zu leicht gemacht: 22 der 47 gestohlenen Räder waren gar nicht erst abgesperrt.

Schwandorf. „Können die Schwandorfer aufatmen?“ Diese Frage beantwortete der Leiter der Polizeiinspektion Schwandorf zurückhaltend: Man könne „durchaus zufrieden sein“, sagte Armin Kott, der diese Einschätzung am Dienstag beim Sicherheitsgespräch im Rathaus mit Zahlen untermauerte.

Kott hatte die Statistiken ausgewertet und kam zu einem durchweg positiven Ergebnis. In der gesamten Oberpfalz sei ein Rückgang der Straftaten zu beobachten – ein Trend, der sich auch in Schwandorf bestätige. Hier wurde laut Kott der niedrigste Stand seit zehn Jahren erreicht.

Zufrieden zeigte sich der Inspektionsleiter auch mit der Aufklärungsquote, die mit 73,2 Prozent deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt liege. Von den einfachen Körperverletzungen, die sich „im öffentlichen Raum“ ereignen, werden sogar 93 Prozent aufgeklärt. Entsprechend hoch ist auch die Erfolgsquote bei gefährlichen Körperverletzungen. Sie liegt bei 80 Prozent, was sich schon dadurch erkläre, dass „sich Opfer und Täter in der Regel kennen“, wie Kott erläuterte.

Umgekehrt werden bei Sachbeschädigungen entsprechend selten die Täter ermittelt. Knapp 70 Prozent entkommen ungestraft, weil es keine Zeugen gab. Als „großen Posten der alltäglichen Arbeit“ listete Kott die Diebstähle auf und nannte als ein Beispiel die Fahrraddiebstähle. 47 Räder wurden im vergangenen Jahr gestohlen. 22 davon waren gar nicht abgesperrt.

Den Anstieg der schweren Diebstähle von 116 auf 161 erklärte der Dienststellenleiter unter anderem damit, dass in die Summe auch eine Serie von 32 Einbrüchen eingerechnet werden musste, bei der der Täter 11800 Euro erbeutete und einen Sachschaden von 78000 Euro anrichtete.

Fünf Einzelfälle pickte Armin Kott aus der Statistik heraus: Die Silvesternächte, die durch das Sicherheitskonzept der Stadt ein störungsfreies Feiern ermöglichten, den „spektakulären Mordversuch“, bei dem ein 17-jähriger am 17. März 2011 seine Ex-Freundin schwer verletzte, den Kioskbrand am 25. Mai im Stadtpark, bei dem als Brandursache ein technischer Defekt ermittelt wurde, das Pfingstvolksfest, das dank der Security-Präsenz „sehr ruhig verlief“, und den Gasunfall am 22. August, bei dem aus einem Kesselwagen auf dem Bahnhof Salpetersäure austrat, bei dem es aber zu keiner Zeit zu einer Gefährdung der Anwohner kam.

Der Inspektionsleiter stellte auch einen Vergleich mit größeren Städten an und setzte dabei die Zahl der Straftaten in Relation zu der Anzahl der Einwohner. Mit einer Häufigkeitszahl von 5,0 liegt Schwandorf demnach, wie Kott feststellte, „im akzeptablen Bereich“. Anders formuliert: „In Schwandorf lebt es sich relativ sicher“. Das belegt auch die Statistik für den Innenstadtbereich. Hier ging die Zahl der Straftaten von 130 im Jahr 2010 auf 64 zurück. Und auch dafür hatte Kott eine Erklärung: Die Gastwirtschaftslandschaft habe sich „zum Positiven entwickelt“.

Die Polizei hatte 2011 auch die rechte Szene im Fokus, die nach ihren Erkenntnissen aber immer überschaubarer wird. Um Daniel Weigl sei es „ruhig geworden“, berichtete Kott, der gerade mal sechs Personen zu dessen Anhängern vor Ort zählte.

Positives hatte auch Jürgen Wagner zu berichten. Der Verkehrssachbearbeiter verzeichnete bei den Verkehrsunfällen einen deutlichen Rückgang von 996 im Jahr 2010 auf 868 im vergangenen Jahr.

Als „Rückschlag“ wertete Wagner die Zahl der Alkoholunfälle, die von fünf auf 23 stiegen, und das obwohl die Polizei mit den Kontrollen „nicht nachgelassen“ habe. Um 33 Prozent sind dagegen die Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit zurückgegangen. Hier, vermutet Wagner, hätten sich die verstärkten Kontrollen sehr wohl ausgewirkt. Abschließend dankte der Verkehrssachbearbeiter den „aufmerksamen Bürgern“, die mit dazu beitrugen, dass 33,5 Prozent der Fälle von Unfallflucht aufgeklärt werden konnten.

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