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Region Schwandorf
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Ehrung

Zeit zugunsten der Mitbürger geteilt

Der Markt Schwarzhofen würdigte 130 Mitbürger für ihr ehrenamtliches Engagement mit einem Ehrenabend.
Von Ralf Gohlke

Die Ehrengäste freuten sich mit den Geehrten über die Verleihung der befristeten und unbefristeten Ehrenamtskarten als „Dankeschön“. Foto: ggo

Schwarzhofen.Nicht von ungefähr hat der Markt Schwarzhofen den 11. November, den Namenstag des heiligen Martin, als Termin für einen Ehrenamtsabend gewählt. So wie der Heilige der Legende nach seinen Mantel mit einem Bettler teilte, so teilten auch die ehrenamtlich Tätigen ihre Zeit zugunsten anderer, lautete die Begründung.

Bürgermeister Maximilian Beer stellte gleich zu Beginn die gute Zusammenarbeit der politischen mit der kirchlichen Gemeinde heraus. Er legte zudem Wert auf die Feststellung, dass die Ehrungen an diesem Abend mit einer Ehrenamtskarte oder Urkunde auf den Vorschlägen der jeweils eigenen Vereine oder Gruppierungen basierten.

Staatsministerin Emilia Müller hielt die Festrede. Foto: ggo

Stellvertretend für alle Personen mit herausragenden Funktionen bezeichnete er die Feuerwehrkommandanten als „das Rückgrat der Feuerwehren und Schnittstelle zwischen den Aktiven und dem Trägerverein“. „Wo wären wir ohne die Vielen, die sich um andere kümmern?“, stellte er die rhetorische Frage und beantwortete sie gleich selbst mit den Worten: „Wir wären verdammt arm dran.“ Das Ehrenamt sei durch nichts anders zu kompensieren, unterstrich er weiter. Dafür ernteten die Betroffenen nicht einmal immer Dank, sondern müssten sich teils auch noch Kritik und unflätige Bemerkungen gefallen lassen. Eine Ehrenamtskarte für diese engagierten Mitbürger könne daher nur eine symbolische Anerkennung darstellen.

Zusammenhalt ist unabdingbar

Staatsministerin Emilia Müller stellte die Lage in der Welt mit Kriegen, Krisen und Terrorismus rund um den Erdball an den Beginn ihrer Festrede. Als Folge daraus seien viele Menschen auf der Flucht. In diesen Zeiten bedürfe es des Zusammenhalts in der Gesellschaft in besonderem Maße. „Ohne den lässt sich nicht schultern, was noch auf uns zukommt“, betonte sie.

Gerade in der Flüchtlingsfrage habe Bayern seine Menschlichkeit unter Beweis gestellt, was ebenfalls nur unter tatkräftiger Mithilfe der Ehrenamtlichen gelungen sei. Gute Ideen könnten nur da entstehen, wo Menschen gleiche Gedanken tragen und Gespräche darüber führten.

Die Ehrenamtskarte

  • Die blaue Ehrenamtskarte:

    Diese erhalten im Prinzip alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren, die sich freiwillig durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden jährlich engagieren und mindestens seit zwei Jahren im bürgerschaftlichen Engagement tätig sind.

  • Die goldene Ehrenamtskarte:

    Diese ist im Gegensatz zur blauen Karte unbegrenzt gültig. Erhalten können sie Inhaber des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten sowie Einsatzkräfte im Feuerwehr- und Rettungsdienst und in sonstigen Einheiten des Katastrophenschutzes mit entsprechendem Nachweis.

Aufgabe der Politik sei es, für das Ehrenamt verlässliche Bedingungen zu schaffen. Als Beispiele nannte sie die neue Internetplattform sowie die Ehrenamtsversicherung und Verbesserungen bei Freistellungen. Schließlich erinnerte sie daran, dass die Ehrenamtskarte eine „uroberpfälzische Erfindung“ des verstorbenen Chamer Landtagsabgeordneten Markus Sackmann gewesen sei. 130 000 seien davon inzwischen als kleine Anerkennung im Umlauf. „Ehrenamt ist etwas, das das Volk zusammenhält und Bayern so stark macht“, lautete ihr Fazit. Die erfolgreiche Entwicklung der Oberpfalz sah sie als „Zusammenspiel aller Kräfte“.

„Ehrenamtler mit Leib und Seele“

Die Familie Scharf übernahm die musikalische Gestaltung. Foto: ggo

Großes Lob zum Thema Ehrenamt gab es auch von den Grußwortrednern, Pfarrer Markus Urban, stellvertretendem Landrat Jakob Scharf und MdL Franz Schindler. Durch die ehrenamtliche Arbeit werde die Welt etwas heller und wärmer, sagte Pfarrer Urban und Jakob Scharf gestand, er sei selbst „Ehrenamtler mit Leib und Seele“.

Er wandelte den Spruch von J. F. Kennedy etwas ab und sagte, die Frage müsse lauten, „was kann ich für meine Gemeinde und meine Mitmenschen tun?“ Zusammen mit den Ehrengästen erfolgte schließlich die Verleihung der Ehrenamtskarten und der Urkunden, als Dank des Marktes. Damit verbunden war ein Gutschein für den neuen Jahreskalender mit Bildmotiven aus der Gemeinde.

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