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Region Schwandorf
Montag, 18. Dezember 2017 1

Landwirtschaft

Zwischenfruchtanbau hat viele Vorteile

Am Versuchsfeld in Roding wurden die Möglichkeiten für Landwirte aufgezeigt. Der Reststickstoff bleibt im Boden gebunden.

Axel Lämmermann (Vierter von rechts) erläutert mit Reinhold Witt (Dritter von rechts) und Josef Weiß (Zweiter von rechts) die Bodenbeschaffenheit am Versuchsfeld. Foto: Stadt Maxhütte-Haidhof

Maxhütte-Haidhof.Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Schwandorf stellte kürzlich den Anbau von Zwischenfrüchen auf dem Versuchsfeld in Roding, Stadt Maxhütte-Haidhof, vor. „Der Boden ist ein wichtiges Produktionsmittel im Pflanzenbau. Daher gilt es, den Boden nachhaltig zu bewirtschaften, um so die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten und zu verbessern“, erläuterte anfangs Reinhold Witt, Amtschef des AELF Schwandorf.

„Mit dem Anbau von Zwischenfrüchten kann der Landwirt einen wertvollen Beitrag dazu leisten.“ Zwischenfrüchte zählen zu den wichtigsten Grundwasserschutzmaßnahmen. In Zusammenarbeit mit den Landwirten in den Wasserschutzgebieten Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof stellte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf die Ergebnisse vor.

Futter für die Rinderhaltung

„Zwischenfrüchte werden nach der Ernte der Hauptfrucht – in der Regel Getreide – im Juli bzw. August ausgesät“, erklärte Josef Weiß, Wasserberater am Fachzentrum Agrarökologie AELF Amberg. „Diese können entweder als Futter für die Rinderhaltung verwendet, oder über Winter stehen bleiben und dienen dann als Grundlage für eine Mulchsaat. Hierbei werden in der Regel abfrierende Zwischenfrüchte verwendet.

Meist wird dann Mais im sogenannten Mulchsaatverfahren nachgebaut. Die abgefrorene Zwischenfrucht bleibt als Mulchmaterial auf der Bodenoberfläche und schützt vor Bodenerosion“, so Weiß.

Boden wird vor Erosion geschützt

Gerade in Trinkwasserschutzgebieten, aber auch außerhalb solcher Gebiete kann mit dem Anbau von Zwischenfrüchten der Reststickstoff der Vorkultur im Boden gebunden werden. So wird eine Stickstoffauswaschung in das Grundwasser verhindert. Die von der Zwischenfrucht aufgenommenen Nährstoffe werden über den Winter gespeichert und stehen im Folgejahr der angebauten Kultur wieder zur Verfügung.

„Weitere Vorteile des Zwischenfruchtanbaus sind der Erosionsschutz, die Humusbildung, eine verbesserte Wasseraufnahme der Böden, die Bodenlockerung und eine Verschönerung des Landschaftsbildes durch blühende Flächen im Spätsommer. Auch dient er als Bienenfutter, unterdrückt die Verunkrautung und fördert das Bodenleben“, erläuterte Axel Lämmermann von der Erzeugerberatung Oberpfalz. Bisher werden im Landkreis Schwandorf auf rund 5500 Hektar Zwischenfrüchte angebaut. Die Bedeutung des Zwischenfruchtanbaus steigt aufgrund der häufiger auftretenden Starkregenereignisse und der Anforderungen an die Verbesserung der Gewässerqualität (EU-Wasserrahmen-Richtlinie).

Anrechnung möglich

  • Die Beschilderung

    der Parzellen bleibt über Winter bis ins Frühjahr hinein stehen, so dass die Entwicklung der einzelnen Zwischenfruchtmischungen beobachtet werden kann.

  • Eine Anrechnung

    der Zwischenfruchtflächen als EU-rechtlich vorgeschriebene Ökologische Vorrangfläche (Greening) ist möglich.

  • Das AELF Schwandorf

    berät die Landwirte bezüglich der Auswahl der geeigneten Saatgutmischung und des „Greening“.

Um den Zwischenfruchtanbau im Landkreis Schwandorf weiter voranzubringen, hat das AELF Schwandorf zusammen mit dem Fachzentrum Agrarökologie am AELF Amberg Demoparzellen mit verschiedenen Zwischenfruchtmischungen angelegt. Darin befinden sich beispielsweise Phacelia, Alexandrinerklee, Sommerwicken, Sonnenblumen, Ölrettich, Ramtilkraut, Bitterlupinen oder Senf.

Je nach Saatzeit, Fruchtfolge und persönlichen Vorlieben kann der Landwirt die Mischungen auswählen. Die Demoparzellen befinden sich in Roding, Stadt Maxhütte-Haidhof (Betrieb Lichtenegger) und in Oberviechtach, Betrieb Hösl in Hof. Der Amtschef des AELF Schwandorf bedankte sich bei den beiden Betriebsleitern: „Ich möchte mich ausdrücklich bei den Familien Lichtenegger und Hösl bedanken. Sie stellen die Versuchsflächen und auch ihre Arbeitskräfte samt Arbeitsgeräten zur Verfügung“, so Witt.

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