Schwandorf 13.08.2013, 19:23 Uhr

Der letzte BUL-LE darf weiterfahren

Landratsamt Schwandorf und Verkehrsministerium nehmen das Wunschkennzeichen vom Markt. Die Suche nach einer Begründung gerät zum Eiertanz.

Die Kombination „BUL-LE“ wird bis auf Weiteres im Landratsamt Schwandorf nicht mehr zugelassen. Foto: Micha Matthes

Die Kombination „BUL-LE“ wird bis auf Weiteres im Landratsamt Schwandorf nicht mehr zugelassen. Foto: Micha Matthes

Von Micha Matthes

Burglengenfeld. Thorsten Steinhauser gehört zu einer seltenen Spezies: Er ist einer von sechs oder sieben „BUL-LEn“ im Landkreis Schwandorf. Gleich als er von der Möglichkeit, die alten Nummernschilder wieder zu verwenden, erfuhr, ließ sich der 37-jährige Elektriker aus Teublitz sein Wunschkennzeichen „BUL-LE 5“ reservieren. Gerade noch rechtzeitig, denn nur wenig später haben das Landratsamt Schwandorf und das bayerische Verkehrsministerium das doppeldeutige Kennzeichen wieder vom Markt genommen. Mit dieser Entscheidung und der verzweifelten Suche nach einer nachvollziehbaren Begründung ernteten sie bereits am Dienstagnachmittag Unverständnis bei den MZ-Lesern und rückten bundesweit in den medialen Fokus des Sommerlochs.

45 Reservierungen seit 10. Juli

Die Nachfrage nach den neuen alten Kennzeichen BUL, NAB, NEN, OVI und ROD war von Anfang an groß und unter den Interessenten befanden sich einige wortgewitzte Spaßvögel, die anscheinend schneller schalteten, als das Verkehrsministerium die Auswirkungen bestimmter Buchstabenkombinationen zu Ende denken konnte. So hätten sich seit dem Beginn der Herausgabe am 10. Juli bereits 45 Fahrzeuginhaber beeilt, das Kennzeichen „BUL-LE“ zu sichern, berichtet Franz Pfeffer, Pressesprecher am Landratsamt Schwandorf.

„Das ,BUL‘ auf alten Traktoren oder VW-Käfern hat mir schon immer gefallen. Als es wieder möglich war, habe ich mir deshalb sofort ein solches Schild gesichert“, erzählt auch Thorsten Steinhauser der MZ. Der Schriftzug prangt jetzt auf seinem silbernen Audi A 6 Avant und verleiht Fahrzeug und Fahrer ein gewisses Maß an Exklusivität. Denn als die ersten „BUL-LE“-Kennzeichen im Landkreis unterwegs waren, hegten Verkehrsministerium und Landratsamt Schwandorf Bedenken, diese Kombination könnte beleidigend für Beamte sein und nahmen das Wunschkennzeichen wieder vom Markt. Das Problem: Es steht nicht klar fest, ob die Bezeichnung „Bulle“ nun diffamierend ist, oder nicht.

 

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