Schwandorf 30.07.2012, 18:20 Uhr

Derb und schwer vermittelbar

Die Raith-Schwestern und der Blaimer erfüllten im VAZ Pfarrheim alle Erwartungen ihrer Fans.

Tanja und Susi Raith mit dem Blaimer (r.) und dem „italienischen Gigolo“ Giovanni. Foto: bjs

Tanja und Susi Raith mit dem Blaimer (r.) und dem „italienischen Gigolo“ Giovanni. Foto: bjs

Von Josef Schaller

Burglengenfeld. Am Samstagabend standen im VAZ Pfarrheim mit den Raith Schwestern zwei kräftige und burschikose Vollweiber auf der Bühne. Mit ihren urigen Stimmen gaben sie lautstark jedem im vollbesetzten Saal zu verstehen, dass sie schwer vermittelbar sind – ganz nach dem Motto ihres aktuellen Programms.

In ihren Liedern und mit ihrem Outfit machen sie auch keinen Hehl daraus, dass sie es gar nicht vorhaben, sich anzupassen. Mit ihrem derben Humor und einer Ansprache an das Publikum, die zart besaitete und empfindliche Menschen als ein wenig ungalant empfinden mögen, besitzen sie auch noch typische oberpfälzer Eigenarten. Dazu sind sie echte Quertreiber: „sturschedelt“ und „blärgoschad“, wie sie sich selbst beschreiben.

Opfer unter den Gästen

Seit 1976 machen Tanja und Susi traditionelle Volksmusik aus der Oberpfalz. Sie begeistern das Publikum mit selbst erfundenen Gstanzeln, Couplets und amüsanten Geschichten. Vielen sind sie bekannt von zahlreichen Auftritten, Rundfunk- und TV-Aufnahmen. Seit 2003 treten sie zusammen mit dem Blaimer auf, dem Ehemann von Tanja. Undsie gehören zum Besten, was der weiß-blau-bayerische Musikkabaretthimmel derzeit zu bieten hat.

Gleich zu Beginn hatte Tanja zwei Opfer unter den Gästen ausgemacht, die zweieinhalb Stunden lang so manche Gemeinheit der beiden Schwestern über sich ergehen lassen mussten. Es zeigt sich immer wieder, dass es nicht nur von Vorteil sein muss, in den vordersten Reihen zu sitzen. Einer davon war Marc aus Schwerin, mit dem Tanja sogar ein wenig Mitleid hatte. „Du kriagst dei Geld wieder zruck, weilst me niad verstehst.“

Mit dabei war natürlich auch da Blaimer, der anfangs den Schüchternen spielte, aber in Tanja Raith eine ausgezeichnete Therapeutin gefunden hat, so dass er sich manchmal sogar in seinem Übereifer und Hochmut zu Witzen hinreißen ließ, die zwar beim Publikum Lachkrämpfe auslösten, bei seinen Kollegen, insbesondere bei seiner Frau Tanja, jedoch nur zu einem verwunderten Kopfschütteln führten.

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