Düsenjets - klein aber laut
Kleine Düsenjäger donnern über das Naherholungsgebiet am Murnersee– sehr zum Ärger der Spaziergänger, die hier vor allem Ruhe suchen.
Über diesen Weg schießt der Modell-Düsenjet hinweg. Foto: Hirzinger
Schwandorf. Die Schmerzgrenze ist normalerweise bei 130 Dezibel erreicht. Die Toleranzgrenze liegt bei vielen Menschen jedoch weit darunter. 90 Dezibel können, wenn man die Ruhe sucht, ganz schön laut sein. So wie der Düsenjet, den ein Modellflieger mit Vorliebe am Wochenende über den Murnersee jagt, wo an schönen Tagen Hunderte von Menschen Erholung suchen.
Der Düsenjäger startet vom Modellflugplatz auf Höhe des Brücklsees und rast Richtung Süden im Tiefflug über die Baumwipfel zum Murnersee. Direkt über den Rundweg, über die Köpfe der Spaziergänger hinweg. Die MZ hat sich das Spektakel mehrmals angeschaut und mit vielen Leuten gesprochen, die sich alle einig waren, dass der Düsenjet extrem laut ist. Die meisten empfanden die Fluggeräusche als Lärmbelästigung.
Fakt ist aber, dass der Flugbetrieb in geregelten Bahnen verläuft. Die Starts sind genehmigt und die zulässigen Lärmgrenzwerte werden nicht überschritten. Das bestätigte das Luftamt Nürnberg auf Anfrage der MZ. Trotzdem bleiben die Düsenjet-Flüge ein Ärgernis, dessen ist sich auch der Vorsitzende des Modellbauclubs bewusst. Johannes Hoch spricht von einem „zwiespältigen Thema“. Er weiß, dass sich einige an dem Lärm stören, verweist aber auch auf Passanten, die den Flieger fasziniert beobachteten.
Anlass, das Vereinsmitglied – es ist übrigens das einzige, das Düsenjets fliegt – in die Schranken zu verweisen, sieht Johannes Hoch jedenfalls nicht. Der Vereinsvorsitzende argumentiert damit, dass der Modell-Düsenjäger nur sechs Minuten fliegt, „dann ist der Tank leer“. Und mehr als viermal am Nachmittag starte der Pilot in der Regel nicht.
Hoch vertritt die Meinung, dass jedes Mitglied die Möglichkeit haben sollte, seinem Hobby zu frönen, ohne eine Einschränkung auf bestimmte Wochentage oder Flugzeiten. Außerdem, argumentiert der Vorsitzende, nehme man eh Rücksicht auf die Nachbarschaft, denn: „Wir dürften eigentlich mit zwei Modellen gleichzeitig und sogar am Sonntagmittags fliegen“, was aber nicht passiere. Und überhaupt gebe es am Murnersee noch ganz andere Lärmquellen, wie die Kartbahn oder Quadfahrer, die die Straße zum Modellflugplatz als Rennstrecke betrachteten.

