Schwandorf 18.06.2012, 16:31 Uhr

EM live – auch am Arbeitsplatz?

Es besteht kein Anspruch darauf, Fußballspiele während der Arbeitszeit zu verfolgen. Erlaubt ist es, wo es den Betrieb nicht beeinträchtigt.

Ob Fußballschauen am Arbeitsplatz erlaubt ist, ist allein eine Entscheidung des Arbeitgebers. Foto: dpa

Ob Fußballschauen am Arbeitsplatz erlaubt ist, ist allein eine Entscheidung des Arbeitgebers. Foto: dpa

Von Andrea Rieder

Schwandorf. Sonntag, 20.45 Uhr: Auf den Straßen in und um Schwandorf ist nicht mehr viel los. Die Mehrheit der Menschen sitzt daheim oder in einem Lokal vor dem Fernseher, um zu verfolgen, wie sich die DFB-Elf gegen Dänemark schlägt, und darf knapp zwei Stunden später deren Einzug ins Viertelfinale feiern.

Was aber haben jene Fußballfans, die im Schichtbetrieb arbeiten, an diesem Abend gemacht? Ist es erlaubt, die EM-Spiele während der Arbeitszeit zu verfolgen? Das Arbeitsrecht überlässt dem Arbeitgeber die Entscheidung. Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer nämlich keinen Anspruch darauf, solche sportlichen Großereignisse während seiner Arbeitszeit zu verfolgen. Eine kleine Umfrage unter den Arbeitgebern im Landkreis hat aber gezeigt: Dort, wo die Arbeit nicht beeinträchtigt wird, ist Fußball am Arbeitsplatz erlaubt – wenn nicht im Fernsehen, zumindest über das Radio.

Bei BMW in Wackersdorf zum Beispiel, da läuft auch ohne Fußballeuropameisterschaft das Radio, sofern denn die ganze Gruppe damit einverstanden ist. Dementsprechend ist es auch kein Problem, die Fußballspiele übers Radio mitzuverfolgen. Wie es geregelt wird, wenn sich die deutsche Mannschaft ihren Weg bis ins Finale gebahnt hat, ist noch nicht entschieden. Vielleicht können die BMW-Mitarbeiter das Spiel dann sogar in Ton und Bild live mitverfolgen. „Im Regensburger Werk hatten wir vor zwei Jahren Public Viewing“, erzählt die Pressesprecherin Martina Grießhammer.

Anders sieht es bei Gerresheimer Regensburg in Wackersdorf aus. Dort müssen Fußballfans während ihrer Arbeitszeit auf Liveübertragungen verzichten. „Wir hätten das sehr gerne gemacht, aber es würde die Fertigung stören. Das wäre uns zu gefährlich“, sagt Pressesprecherin Karin Straßer. Auch im St. Barbara Krankenhaus ist für die Ärzte und Pfleger nicht daran zu denken, die Fußball-Europameisterschaft während der Arbeitszeit mitzuverfolgen. Fernsehgeräte gibt es nur in den Patientenzimmern, „aber selbst wenn wir welche hätten, wann sollen wir Fußballschauen“, ließ ein Pfleger über Pressesprecherin Marion Hausmann verlauten. Dem Personal fehle schlicht die Zeit, „wer Dienst hat, hat keine Chance“.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

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