Schwandorf 09.09.2011, 18:49 Uhr

Erst denken, dann handeln!

Ob man Schach nun als Kampf sieht oder sich für die Logik des Spiels begeistert – im Schachklub findet jeder ein Zuhause.


        Spielleiter Stephan Stöckl (li.) spielt Schach gegen Schriftführer Johannes Paar. Foto: ssj

Spielleiter Stephan Stöckl (li.) spielt Schach gegen Schriftführer Johannes Paar. Foto: ssj

Von Julia schnorrer

Schwandorf. Fünfeinhalb Stunden höchster Konzentration liegen bereits hinter Dir und nun stehst Du vor dem vielleicht alles entscheidenden Zug: Der Aufstieg liegt in Deiner Hand und die Mannschaft fiebert mit. Die Zeit wird knapp. Dein Puls ist bei 180. Wenn Du die Figur jetzt berührst, hast Du Deine Entscheidung getroffen.

Spätestens bei „Figur“ hat sich die Sportart wohl verraten: Schach. „Schach ist Sport“, sind sich auch Günter Jehl, 1. Vorsitzender des Schachklubs Schwandorf, und seine Kollegen, der Spielleiter Stephan Stöckl und Schriftführer Johannes Paar, einig. Die hohe körperliche Belastung habe bereits schon zu tödlichen Herzinfarkten bei Spielen geführt. „Schach ist erst einmal nicht so attraktiv, wie einer ledernen Kugel hinterherzujagen“, räumt Jehl ein. Der Sport sei anders ausgerichtet, man sitze längere Zeit an einem Platz ohne Gegnerberührung.

Wie kommt man also zum Schach? „Mein Vater hat es mir beigebracht“, erzählen sowohl Johannes Paar als auch Günter Jehl. Über einen Lehrer (allerdings nicht denselben) blieben sie dabei. Paar suchte gezielt nach einem Verein, Jehl folgte dem Beispiel eines Freundes. Stephan Stöckl hat es sich hingegen selbst durch Bücher beigebracht, ist aber durch die gleiche Schulschachgruppe wie Paar auf den Verein gekommen.

Der Schachklub ist schon viel älter: Seit 1925 existiert er, inzwischen hat er 65 Mitglieder, wovon vier unter den Top-100 der Oberpfalz sind und von 2007 bis 2011 spielte die 1. Mannschaft in der Landesliga Nord. Größen wie der jüngste Internationale Meister Peter Leko hat Schwandorf ebenso bereits besucht wie der damalige Deutsche Meister Matthias Wahls.

„Ich finde es toll, dass man hier solche Leute trifft“, sagt Paar. „Hier macht man Bekanntschaften, die ein Leben lang halten.“ Das ist für Stöckl auch eines der Dinge, die er an Schach so schätzt. Denn in jedem anderen Sport würde ein aktives Mitglied mit Anfang 40 Probleme bekommen, im Schachklub gebe es einige Spieler über 70 oder 80.

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