Schwandorf 05.09.2012, 17:41 Uhr

Kunst und Philosophie aus Görlitz

Am Sonntag gewähren zwei Gastkünstlerinnen aus dem Partnerlandkreis Einblicke in ihre Arbeit. Heiner Riepl führt durch das Künstlerhaus.

Bettina Böhme und Ramona Faltin (v. li.) lassen sich bei ihrem Schaffen über die Schulter schauen. Foto: Rieder

Bettina Böhme und Ramona Faltin (v. li.) lassen sich bei ihrem Schaffen über die Schulter schauen. Foto: Rieder

von Andrea Rieder

Schwandorf. Den Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag kombiniert das Oberpfälzer Künstlerhaus mit dem Tag des offenen Studios. Seit knapp zwei Wochen sind die Gastkünstlerinnen Ramona Faltin und Bettina Böhme in der Großen Kreisstadt und lassen ihrer künstlerischen Kreativität freien Lauf. Von ihrem kunstvollen Schaffen können sich die Besucher am Sonntag selbst überzeugen. Die Künstlerinnen öffnen ihre Studios und gewähren einen Einblick in ihre Arbeit.

Ramona Faltin hat in ihren Bildern die Idee des Görlitzer Philosophen Jakob Böhme aufgegriffen. Aus seinen Schriften greift sie sich Passagen heraus und verarbeitet sie in ihren Werken. Die Entstehung eines ihrer Bilder sei für sie ein meditativer Prozess, sagt sie im Gespräch mit der MZ. Mit ihrer Kunst möchte sie andere aufmuntern, Jakob Böhmes Schriften ebenfalls zu lesen. „Vieles davon ist auch heute noch brandaktuell“, sagt Faltin, die eine künstlerische Ausbildung unter anderem bei Steffen Fischer und Sándor Dóró genoss.

Bettina Böhme, gelernte Textilzeichnerin und Diplomtextilgestalterin sowie Designerin in der Industrie, ließ sich für ihre Bilder von der „wunderschön geschwungenen“ Schwandorfer Flusslandschaft und den Mühlrädern inspirieren. Fließendes Wasser greift sie gerne in ihren Werken auf. „Ich wohne selbst direkt an der Spree“, erklärt sie ihre Vorliebe für diese Thematik. Seit 1992 ist Böhme freischaffende Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in dem kleinen Ort Friedersdorf im Landkreis Görlitz.

Für beide Künstlerinnen ist es der erste Aufenthalt in Schwandorf. Sie fühlen sich sehr wohl im Oberpfälzer Künstlerhaus. „Die Möglichkeiten, die man hier hat, sind sehr gut“, sagt Böhme. „Wir fühlen uns hier willkommen!“ Dem Oberpfälzer Künstlerhaus eile ein hervorragender Ruf voraus, ergänzt Faltin, die im Vorfeld schon von anderen Künstlern von diesem Haus gehört hatte.

Im vergangenen Jahr feierten die Landkreise Görlitz und Schwandorf 20 Jahre Partnerschaft. Beide Landkreise verbindet eine ähnliche wirtschaftliche Infrastruktur und Geologie. Die jahrelange Freundschaft wird durch viele Aktionen gepflegt. Der Gastaufenthalt der Künstlerinnen Faltin und Böhme soll der Auftakt eines künftigen Künstleraustausches sein. Am kommenden Freitag besucht der Görlitzer Landrat Bernd Lange die Künstlerinnen aus seiner Heimat in ihren Ateliers in Schwandorf. Heiner Riepl und Landrat Volker Liedtke werden den Besuch empfangen.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo