Taucher steigen in Murnersee
Seit 27. Juni gilt eine Verordnung, die Anwohner im Bereich Rauberweiherhaus entlastet. Am Südufer ist der Einstieg nun bei der „Rutsche“ möglich.
Im Murnersee reicht die Sichtweite zwischen 15 Zentimetern und 40 Metern. Foto: dpa
Wackerdorf. Bei der neuen Tauchverordnung für den Murnersee gibt es nur Gewinner: Dieses Fazit zog Thomas Falter, Bürgermeister der Gemeinde Wackersdorf, gestern bei der Präsentation der neuen Vorschriften. Doch um zu diesem Ergebnis zu gelangen, hatte man sich zunächst die „Köpfe heiß geredet“, wie Falter beschreibt. Anwohner hatten sich einerseits über die stark frequentierten Einstiegsstellen im Bereich Rauberweiherhaus beschwert. Taucher wünschten sich andererseits Zugänge zu interessanten Gebieten der Unterwasserwelt. Und: Es galt, auf die Biotope im westlichen Seebereich zu achten.
Zu dem Ortstermin vor einigen Monaten waren darüber hinaus Vertreter des Luftsamtes Nordbayerns gekommen. „Wir wollten Konflikte mit den Modellfliegern vermeiden“, erklärte Michael Lorenz vom Landratsamt. Die Interessen der Freizeitsportler sollten sich weder bei Parkplätzen, noch bei Anfahrten zum See, überschneiden. Nach Angaben von Bürgermeister Falter hatten sich auch Tauch- und Badeplatz nicht „miteinander vertragen“.
Großartige Unterwasserwelt
Am Ende einigten sich die Interessensvertreter auf ausschließlich einen Zugang am Südufer des Sees: Nahe der „Rutsche“ steigen Taucher in Zukunft in die Unterwasserwelt des Murnersees ein. Seit 27. Juni hat die Gemeinde Wackersdorf diese Stelle ausgeschildert. Am Nordufer ist der Einstieg hingegen weiträumig gestattet. „Taucher starten dort am besten am Aussichtsturm“, erklärt Peter von der Sitt vom Tauchsportclub Schwandorf.
Mitarbeiter des Bauhofes haben bei der „Rutsche“ auch eine neue Einstiegstelle gestaltet. Zuvor sei der Uferbereich äußerst schlammig gewesen, erklärt Peter von der Sitt. Für den Schwandorfer schließt sich mit dem neuen Platz am Südufer ein Kreis. Bereits vor 30 Jahren seien Taucher dort ins Wasser gestiegen. Der Grund falle dort äußerst steil ab, erklärt er den Vorteil des Geländes. Denkt er an die Welt unter Wasser, die sich einem Taucher dort eröffnet, schwärmt er: Er vergleicht den Tauchgang mit einem Waldspaziergang unter Wasser. Am Grund stünden Bäume, an denen Tannennadeln hingen. „Das Licht spiegelt sich am Boden wider und die Sicht ist unglaublich.“ Wer glaube, der Murnersee sei leer, der irre. Im Wasser entwickle sich fortlaufend Leben. Der Schwandorfer verweist auf Waller und rund einen Meter große Hechte. Die Sichtweite im Murnersee variiert hier zwischen 15 Zentimetern und 40 Metern.

