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Traditionssport

Das Kilt-Spektakel war echt Kult

1500 Zuschauer erlebten die erste Bayerische Meisterschaft der Highland Games auf Schloss Guteneck. Zehn „schottische“ Disziplinen waren zu absolvieren.
Von Christina Röttenbacher

Eine der bekanntesten Disziplinen, der „Cabertoss“ oder Baumstammweitwurf

GUTENECK. Weder Wind noch Wetter konnten die Sportler, die zur ersten Bayerischen Meisterschaft der Highland Games zum Schloss Guteneck angereist waren, von der Ausübung ihres Sports abhalten. Insgesamt 60 Sportler der ungewöhnlichen Art waren bis aus Tschechien, der Schlierseeregion und der gesamten Oberpfalz zum Wettkampf angetreten, um die schottischen Disziplinen auch dem bayerischen Publikum nahe zu bringen.

Die Disziplinen erscheinen auf den ersten Blick nicht gerade olympiareif. Im Kern werden doch die Grundsportarten durchgeführt – ob Gewichtheben, Geschicklichkeit oder Teamsport. Nur die Wettkampfgeräte sind für den normalen Sportschaukonsumenten gewöhnungsbedürftig. Baumstämme, schwere Steine, sogar Hufeisen und Stahlkugeln werden bei den Highland Games verwendet – und die Beherrschung der Sportgeräte verlangt ausdauerndes Training.

Zum Wettkampf auf Schloss Guteneck waren zehn Teams, zwei Damen- und acht Herrenmannschaften, angetreten. Noch bunter war die Zuschauermenge; es mögen um die 1500 Fans und Neugierige gewesen sein, die, wie die Autokennzeichen belegten, aus ganz Bayern kamen.

Prozession der anderen Art

Ganz ohne offizielle Regularien kamen auch die Highland Games nicht aus. Angeführt von einer Dudelsack-Bläsergruppe, marschierten Sportler wie Ehrengäste vorbei an der Zuschauertribüne auf den bereits mit den Sportgeräten präparierten Austragungsort. Eine „Fronleichnamsprozession der anderen Art“ nannte der Landesvorsitzende des Deutschen Highland Games-Verbandes, Jürgen Stichelbrock, den Aufmarsch der in Kilts gekleideten Sportler. Stichelbrock zeigte sich sichtlich überrascht von der großen Zuschauerzahl und den zehn gemeldeten Teams. Kurz erläuterte er den Zuschauern die Regularien der Sportspiele, den geschichtlichen Hintergrund, wie die Sportarten in Schottland entstanden sind und das Bewertungssystem.

Mitinitiator Burkhard Graf Beissel von Gymnich begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Landrat Volker Liedtke, Kreis- und Bezirksräte, die ganze politische Liga „über alle Parteigrenzen hinweg. Sie schenken uns und den Sportlern Achtung und Lob“, betonte Graf Beissel. An die Sportlerteams gerichtet, betonte er „die gemeinsame Liebe zur Tracht. Bayern ist damit nicht weit weg von Schottland“.

Unter erschwerten Bedingungen

Wegen des vom Regen aufgeweichten Bodens fanden die Spiele unter „erschwerten Bedingungen“ statt. Die Steine beim „Stone of Manhood“ wurden rutschig, die Hufeisen waren mit Gras verklebt, die Baumstämme schmierig. Trotzdem gaben die Teams ihr Bestes. Stämmige Mannsbilder und zierliche Frauen kämpften Seite an Seite um die höchste Punktzahl. Nicht immer waren Weite oder Schnelligkeit gefragt. Beim Baustammslalom ging es um Teamarbeit, beim „Timberwalk“, dem Holzklotzschleppen, ums Anfeuern. Größte Attraktion war der „Cabertoss“, der Baumstammwurf mit einer halben Drehung in der Luft. Die meisten Lacher hatten die Strohsackwerfer auf ihrer Seite. Mit einer Heugabel musste ein Strohsack möglichst hoch über Messlatten geworfen werden. Nach der Königsdisziplin, dem Tauziehen, waren alle erschöpfte, verschmutzte, aber glückliche Sieger.

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