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Freitag, 28. Juli 2017 22° 3

Stadtjubiläum

Mitwirkende für Schauspiel gesucht

Zum 475-Jährigen soll in Burglengenfeld Geschichte wieder lebendig werden. Die Organisatoren suchen dafür noch Interessierte.
Von Stefan Barte

  • Einen Vorgeschmack auf das Stück gab es bereits im November beim Stadterhebungstag, wo die Pfalzgrafen Ottheinrich und Philipp zu sehen waren. Foto: Schaller/Archiv
  • Michael Chwatal trug als Autor des Schauspiels beim Infoabend am Donnerstag im Gasthof Burgblick dem Team seine Ideen vor. Foto: Barte
  • Stephanie Meßmann ist als Susanna, die Gattin des Pfalzgrafen, zu sehen. Foto: bbs
  • Petra Forster aus Burglengenfeld wird im Stück eine Marktfrau spielen. Foto: bbs
  • Dietmar Schmid spielt in dem Stück den Pfalzgrafen Ottheinrich. Foto: bbs
  • Bei einer Zusammenkunft des Organisationsteams für das Schauspiel zur 475-jährigen Stadterhebung von Burglengenfeld wurden erste Details besprochen. Foto: Barte

Burglengenfeld. Wir schreiben das Jahr 1542 – das Zeitalter großer Entdeckungsfahrten nach Afrika, Amerika und Asien und das Zeitalter der Reformation und Gegenreformation. Den Freistaat Bayern gibt es noch nicht und die zahlreichen Territorien der frühen Neuzeit werden von Landesfürsten regiert. Zwei von ihnen sind Ottheinrich aus der Familie der Wittelsbacher, Pfalzgraf von Pfalz-Neuburg (1505 bis 1559), sowie sein Bruder Philipp (1503 bis 1548), die auf der Burg zu Lengenfeld residierten.

Einem Tag in diesem Jahr 1542 kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu: Am 15. November unterzeichneten die beiden Pfalzgrafen die Urkunde, mit der der Markt Lengenfeld sämtliche städtische Privilegien, Rechte und Pflichten verliehen bekam. Die Ernennung zur Stadt war die rechtliche Grundlage, die der Burglengenfelder Bürgerschaft einen bis dahin nie gekannten Aufschwung bescherte. Zudem: Mit der Verleihung der Stadtrechte ging eine wahre Blüte im Handel und Gewerbe einher.

„Mehr Schau, weniger Spiel“

Genau dieses Geschehen vor exakt 475 Jahren möchte die Stadt in einem Schauspiel nachstellen – als Teil der zahllosen Feierlichkeiten, die 2017 geplant sind. „Der Schwerpunkt liegt hierbei tatsächlich auf der Schau, weniger im Spiel“, erklärte Michael Chwatal, einer der drei Hauptorganisatoren und Autor des geplanten Mini-Festspiels, in einem Gespräch mit unserem Medienhaus. Der 44-jährige Burglengenfelder hat die Bilder, die er den Zuschauern am 30. April vor dem Rathaus gern vermitteln möchte, bereits in seinem Kopf.

Grob skizziert sind sie in einer Art Regieanweisung auch niedergeschrieben, die als Grundlage für die Aufführung dienen soll. Dabei sei aber auch eine gewisse Flexibilität und Improvisation gefragt, weil viele seiner Vorstellungen noch nicht richtig verifizierbar sind. Das wichtigste für sein „kleines Schauspiel“, wie er es liebevoll nennt, ist aber sein hoher „Anspruch auf Authentizität.“ Will heißen, dass die Laienschauspieler zeitgemäß und „ihrem Stande entsprechend“ gekleidet sind und die Requisiten auch der Epoche entsprechen. Hierbei wird größter Wert auch auf das kleinste Details gelegt, betonten die drei Macher beim ersten Treffen am Donnerstag mit einigen interessierten Mitwirkenden.

Das heißt konkret: Die Menschen hatten seinerzeit beispielsweise keine Armbanduhren, keine Handys oder gar Brillen. Also ist so was auch für die Schauspieler verboten. Auch das beim spielerischen Markttreiben feilgebotene Warensortiment wird genauestens überdacht, so dass es keine Kartoffeln oder Tomaten in den Auslagen geben wird – weil es die zur damaligen Zeit (wir schreiben 1542) so noch nicht gab. Darauf wird Dietmar Schmid, der als „Materialverantwortlicher“ der Gruppe agiert, bei der Requisitensuche und Beschaffung in den nächsten Wochen achten.

Vorbereitungen laufen schon an

Der Zeitplan für die Vorbereitungen ist dabei sehr eng gestrickt: Bis zur Uraufführung des Spektakels am 30. April sind nur noch weniger als 90 Tage Zeit. Die erste Probe vor dem Rathaus in Burglengenfeld ist für kommenden Montag (6. Februar), 18 Uhr, terminiert. Bis dahin gibt es eine Menge zu tun – in erster Linie fehlen noch einige Darsteller für das Schauspiel (vor allem Jugendliche und Kinder), die es zu rekrutieren und anschließend rollengerecht einzukleiden gilt.

Genau das ist der Part von Patricia Eichinger. Sie stellt laut Gerhard Schneeberger dankenswerterweise ihre teils hochwertigen historischen Gewänder kostenfrei zur Verfügung. Die ausgewählten Freiwilligen könnten sich direkt an sie wenden und professionell einkleiden lassen, hieß es. Wer also Spaß am Laienschauspiel hat, oder es einfach mal ausprobieren möchte, kann sich an einen der Ansprechpartner (siehe Info) wenden. Und: Wer authentisches Material, wie Körbe, Tierkäfige oder ähnliches zur Verfügung stellen möchte, kann sich ebenfalls melden. Insbesondere eine Pferdekutsche für die Pfalzgrafen wird aktuell händeringend gesucht.

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Weitere Berichte aus Burglengenfeld lesen Sie hier.

Wer will mitmachen?

  • Rollen zu besetzen:

    Bürgermeister Hans Schwarz, Landsrichter Oswald von Eck, eine Stadtwache, eine Marktfrau, ein Apfeldieb, ein Torwächter sowie insgesamt 30 Bürger und Handwerker; davon 15 Kinder und Jugendliche.

  • Ansprechpartner:

    Michael Chwatal, Telefon (0 94 71) 80 86 70, Dietmar Schmid, T. (0163) 801 34 54, Gerhard Schneeberger, Tel. (0 94 71) 87 89 oder Patricia Eichinger (Bekleidung),

  • Telefon (0 94 71) 950 45 35.

  • Jubiläum:

    Das Programm zum 475-Jährigen ist sehr umfangreich: Mit einem eigenen Jubiläumsbier, mehreren Ausstellungen und Vorträgen, Festgottesdienst und fünf Tage Volksfest wird das Stadtjubiläum groß gefeiert.

  • Termin:

    Augenmerk gilt dem berühmtesten Sohn der Stadt, Baumeister Johann Michael Fischer. Am 18. Februar wird sein Geburtstag im Rathaussaal gewürdigt; neue Räume im Volkskundemuseum werden zeitgleich eröffnet.

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