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Feinschmecker

Gourmets kochen am liebsten selbst

Der Jäger Alois Neft bietet im November seinen 25. Wildkochkurs an: Dabei werden internationale Rezepte ausprobiert.

  • Das Wild wurde in der Schulküche zubereitet.Foto: tal
  • Die Teilnehmer stießen auf das gelungene Menü an.Foto: tal

Bodenwöhr. „Rehmedaillons in Walnusskruste, Wildschweinbraten in Zwiebel-Confit, Perlhuhnbrustmit Avocado-Orangensalat, gratinierter Frischlingsrücken in Haselnussbutter, gefüllter Wildhase mit Ritterzipfel, Hirschrouladen mit Serviettenknödeln oder Wildschweinragout aus der Frischlingskeule“ – was sich anhört wie die Speisekarte eines Wildspezialitäten-Restaurants ist ein Auszug aus den Gerichten, die die Jäger der Kreisgruppe Neunburg v.W. in den letzten Wildkochkursen anboten.

Fleisch aus heimischen Wäldern

Der Öffentlichkeitsreferent der Neunburger Jägerschaft, Alois Neft aus Windmais, hielt in den vergangenen Jahren 22 Kochkurse mit mehr als 300 Teilnehmern ab und vermittelte dabei, wie man das Fleisch aus den einheimischen Wäldern artgerecht zerlegt und vorteilhaft zubereitet.

Neft, im bürgerlichen Leben Lokführer bei der Deutschen Bahn, ist selbst begeisterter Jäger und passionierter Hobbykoch. Darüber hinaus ist er als Organisationstalent bekannt, der schon zahlreiche Vereinsjubiläen, die beiden historischen Windmaiser Dorffeste und mehrmals den Ausschank beim Bodenwöhrer Bürgerfest organisierte. Auch machte es ihm Spaß, seine Jägerkollegen, Stammtischfreunde, die Windmaiser Wirtshausgäste oder die Feuerwehrkameraden mit gegrilltem Wildfleisch zu verköstigen.

Bei dieser Kombination lag es nahe, dass er sein Wissen als Waidmann sowie Koch gerne an andere weitergab und diese Kurse initiierte. Die Nachfrage war enorm, so Neft, und im Nu waren die Kurse ausgebucht, manchmal bereits vor deren Bekanntgabe. Aus diesem Grunde bietet Neft in diesem Jahr am Wochenende 25., 26. und 27. November gleich drei Kurse in der Küche der Bodenwöhrer Volksschule an, bei denen nur noch wenige Plätze frei sind. Geplant ist ein Vier-Gänge-Menü mit Reh und Wildschwein, welches international auf griechische, italienische und bayerische Art zubereiten wird. Wer Lust und Laune hat sowie schnell ist, kann noch teilnehmen. Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer . (09434) 4167, mobil unter (0175) 3652190 oder per E-Mail unter alois.neft@web.de.

Mit dem letzten Termin kann er dann bei seinem 25. Kochkurs ein kleines Jubiläum feiern. Insgesamt dürfte er damit sein Wissen an rund 350 Teilnehmer weitergegeben haben. Ein klein wenig stolz sei er schon darauf, so Neft im Gespräch mit der MZ. Weiter legt er großen Wert darauf, die Vorzüge von Wildfleisch herauszustellen.

Die Bejagung ist genau geregelt

Skandalträchtige Schlagzeilen, wie „Gammelfleisch, Berger-Wild, Hirsch statt Elch und Mufflon statt Gamswild, altes Fleisch in neuer Verpackung“, haben in der Vergangenheit dem einen oder anderen Verbraucher den Appetit am Verzehr von Fleisch, auch von Wild verdorben. „Wir als Verbraucher“, so der engagierte Jäger, „werden häufig über den Tisch gezogen, ohne es zu wissen.“ Dem wollen die Jäger der Kreisgruppe Neunburg energisch entgegenwirken.

Wild darf nur zu bestimmten Zeiten bejagt werden und kann damit auch nur saisonabhängig angeboten werden Reh gibt es von Mai bis Mitte Januar, Hase von Mitte Oktober bis Ende Januar, ganzjährig dagegen Wildschwein, darauf macht der Jäger aufmerksam. Wild kann aber auf Vorrat gekauft werden, wenn es gut tief gefroren wird, ist es bis zu zwölf Monate haltbar. Unter dem Slogan „Wild aus heimischen Revieren“ könne man bei einem vom Jäger gekauften Wild infolge fehlender Vertriebswege absolut sicher sein, dass man garantiert frische Ware bekommt.

Hat der Jäger ein Tier erlegt, löst er innerhalb kürzester Zeit die Innereien heraus, erklärt Neft. Danach hängt er es in die Wildkammer, wo das Fleisch bei 7° C drei bis vier Tage reifen muss. Das sei wichtig, denn während dieser Zeit wird im Wildkörper Glykogen zu Milchsäure abgebaut. Das Fleisch wird erst dadurch richtig zart. Wildbret gehört neben Fisch zu den eiweißreichsten Lebensmitteln unserer Heimat, so Neft weiter. Sein Proteingehalt übertreffe in der Regel deutlich den des Fleisches gewöhnlicher Schlachttiere. Dieses Eiweiß sei darüber hinaus von überdurchschnittlicher biologischer Wertigkeit, d. h., es besitzt einen hohen Verwertungsgrad für den Aufbau unseres körpereigenen Eiweißes. Es werde natürlich erzeugt und sei unbelastet, da Wildtiere artgerecht leben und ohne Kraftfutter usw. aufwachsen, sagt der Jäger. Zudem bräuchten Transporte über sich ergehen lassen. (tal)

Die Kochkurse

  • Am Wochenende

    25., 26. und 27. November bietet Alois Neft gleich drei Kurse in der Küche der Bodenwöhrer Volksschule an, bei denen nur noch wenige Plätze frei sind.

  • Anmeldung und weitere Informationen

    gibt es unter der Telefonnummer . (0 94 34) 41 67, mobil unter (01 75) 3 65 21 90 oder per E-Mail unter alois.neft@web.de.

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