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Dienstag, 26. September 2017 19° 1

Lokalpolitik

Weg für Grünanlage in Bodenwöhr ist frei

Das Projekt von FHB beschäftigte zwischenzeitlich auch die Kreisbehörde. Über das „Wohnhaus“ wird noch einmal nachgedacht.
Von Renate Ahrens

Der Betrieb „Fischerhaus“ aus der Vogelperspektive. Links oben ist eine Grünfläche zu sehen, die die Geschäftsführer in einen Park verwandeln möchten. Als Erstes soll freilich neben der Pizzeria „Bella Rosa“ ein Wohnhaus entstehen; welchen Charakter dieses genau haben wird, scheint noch unklar zu sein. Foto: Fuchs/FHB/Fischerhaus

Bodenwöhr.Hoher Besuch im Mai sollte der Öffentlichkeit bereits die Wichtigkeit dieses Projekts sowohl für die Gemeinde, als auch für die Firma FHB Grundbesitz signalisieren: Eine „Wohlfühloase“ könnten die Fischerhaus-Gärten werden, erklärten damals Finanzstaatssekretär Albert Füracker, Landrat Thomas Ebeling und Bürgermeister Richard Stabl, als ihnen Rainhard Fuchs und seine Tochter Barbara die Pläne vor Ort präsentierten.

Noch in diesem Jahr sollen die Gärten nun realisiert werden, denn das Projekt bedürfe nach den vorgelegten Planskizzen keiner Baugenehmigung, so wurde bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch erklärt. Dies sei bei einer Besprechung am Landratsamt mit allen Beteiligten deutlich geworden.

Räte vermissen Informationen

Im Zuge der Gestaltung dieser Grün- und Erholungsanlage auf 10000 Quadratmetern hatte die FHB Grundbesitz außerdem dort den Neubau eines Wohnhauses mit gewerblicher Nutzung sowie einer Lagerhalle beantragt – beiden Vorhaben wurden jedoch bereits bei der Sitzung im Juni „aufgrund fehlender notwendiger Informationen“ das Einvernehmen verweigert. Einige Räte hatten Bedenken, ob die Anfahrt an die Halle Lärm verursachen könne; auch die Nutzung des Wohnhauses sei unklar.

Mai 2017: Reinhard Fuchs (links) und seine Tochter Barbara präsentieren stolz ihr Konzept für die Parkanlage am Firmengelände von Fischerhaus. Staatssekretär Albert Füracker und Landrat Thomas Ebeling (rechts) begrüßten die Pläne, ebenso Bürgermeister Richard Stabl (Zweiter von rechts). Foto: Rieke

Die Gemeindeverwaltung empfahl der FHB Grundbesitz daraufhin, das Vorhaben mit dem Landratsamt vorab abzustimmen. Zwischenzeitlich, so wurde jetzt im Gemeinderat bekannt, liege ein schalltechnisches Gutachten vor, ebenso eine hydrotechnische Berechnung. Könnte letztere Untersuchung etwas mit dem zweiten Ablauf des Sees zu tun haben, der sich bis zum Bau der Staatsstraße auf dem ehemaligen Hüttenwerksgelände befand? Der nun einzige Ablauf liegt beim Triebwerk direkt am Seeufer. Hinsichtlich des Hochwasserschutzes wäre dieser Aspekt als kritisch zu betrachten.

„Neue Erkenntnisse“ lägen aus beiden Gutachten vor, und der Bauantrag für die Lagerhalle könne erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden, hieß es nun. Doch welche Erkenntnisse das seien, konnte in der Sitzung niemand sagen, auch nach Nachfrage von Randolf Alesch (CSU) und Albert Krieger (Freie Wähler) nicht. Das obliege den Fachstellen des Landratsamts, sagte Stabl, und sei „rein verfahrenstechnisch“ zu sehen. Da für eine Verweigerung der Gemeinde nun kein Anlass mehr bestehe, würde die Baugenehmigungsbehörde ohnehin zustimmen. Auch das Thema mit dem nicht mehr vorhandenen Ablauf sei nach Aussagen von Stabl und Geschäftsführer Otto Eichinger kein Grund zur Besorgnis.

Der Bauantrag für das „Wohnhaus“ wurde in der Zwischenzeit zurückgenommen und werde „zeitnah“ neu eingereicht. Grundsätzlich hätte man nichts gegen die Errichtung der Gebäude, schon gar nicht gegen die Gärten, doch es fehle an Informationen, kritisierten viele Gemeinderäte voller Unmut. „Den Plan für die Lagerhalle haben wir nur einmal kurz vor Ort im Mai gesehen“, erboste sich Christian Lutter (Freie Wähler), und auch Georg Hoffmann (CSU) verkündete, erst die Stellungnahmen der Fachstellen sehen zu wollen, bevor er sich entscheide. Schließlich befinde sich das Baugebiet „Am Sulzbach“ ganz nah an der geplanten Halle.

Neues zum Thema Schulverband

Mit denkbar knappem Ergebnis, sieben zu sechs Stimmen, wurden der Beschluss vom Mai aufgehoben und das Einvernehmen zum Bau der Lagerhalle zögerlich erteilt. Das Gebäude aus Beton würde, so betonte Barbara Fuchs von der Firma FHB Grundbesitz am Donnerstag gegenüber dem Medienhaus, sogar Lärm abhalten. Dort sei die Lagerung von Holz geplant, die Wege zur Anlieferung durch Transportfahrzeuge wären dann sogar deutlich kürzer.

Das geplante Wohnhaus sei als „Informationsstelle“ für Bauwillige vorgesehen sowie zum Probewohnen. Die Themengärten, die bereits im Herbst bepflanzt werden sollen, wären für die Allgemeinheit frei zugänglich und sähen auch ein kleines Amphitheater für kulturelle Veranstaltungen vor. Geländebewegungen wären nicht nötig.

In Sachen Schulverband könnte sich zu Beginn des neuen Schuljahres endlich eine Lösung abzeichnen: Die Gemeinde Bodenwöhr habe von der Regierung eine Einladung zu einem Anhörungstermin zu Schulanfang bekommen. „Noch ist alles offen“, verkündete Stabl. Für die Jahre 2013 bis 2016 leiste die Gemeinde Bodenwöhr nun eine Nachzahlung von knapp 50000 Euro an den Schulverband.

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