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Samstag, 22. Juli 2017 28° 2

Kirche

Abtreibungen durch Hilfen verhindern

Die Beratungsstelle „1000plus“ stellt in der Brucker Pfarrkirche am Wochenende ihre „Babyflaschenaktion“ vor.

Mit der Babyflaschenaktion will die Beratungsstelle „1000plus“ auf die Situation ungewollt Schwangerer aufmerksam machen und Spenden für ihre Beratungsarbeit sammeln. Foto: MZ-Archiv/dpa

Bruck.Unvorstellbar viele Frauen werden Jahr für Jahr ungewollt schwanger, sind darüber verzweifelt und suchen händeringend nach Rat und Hilfe. Ein großer Teil dieser Frauen entscheidet sich unter massivem äußeren und inneren Druck und in einer subjektiv als aussichtslos empfundenen Lage für eine Abtreibung - mit dramatischen Konsequenzen für die Frauen und die ganze Gesellschaft.

Die Pfarrei St. Ägidius Bruck will dieser Situation nicht tatenlos zusehen und möchte deshalb mit der Gemeinde das Projekt 1000plus mit dem Motto „Hilfe statt Abtreibung“ unterstützen.

Präsentation im Gottesdienst

Am kommenden Samstag, und am Sonntag, wird eine Babyflaschen-Aktion veranstaltet, um die Situation von ungewollt Schwangeren ins Gespräch zu bringen und Geld für die Arbeit von 1000plus zu sammeln. Dabei wird das Projekt in den Gottesdiensten am Samstag, 17 Uhr, und am Sonntag, 8.30 Uhr, und um 10 Uhr vorgestellt. Im Anschluss kann sich jedes Gemeindemitglied Info-Material über 1000plus und eine zur Spendendose umfunktionierte Babyflasche mit nach Hause nehmen und diese mit einer Spende füllen. Die Flaschen werden in einem späteren Gottesdienst wieder eingesammelt.

Hinter dem Projekt 1000plus stehen die „Stiftung ja zum Leben“ und die beiden Beratungsstellen Pro Femina und „BIRKE“ .. Sie haben sich zusammengeschlossen, um ungewollt Schwangere zu beraten und ihnen zu helfen, damit sie sich für ihre Kinder entscheiden können. Die Beratung arbeitet dabei deutschlandweit über das Internet und Telefon, so dass sich Frauen aus ganz Deutschland bei ihr melden. Die Nachfrage ist durch die Internetarbeit so hoch, dass die Beratungsstellen von 1000plus immer wieder an die Grenzen ihrer Kapazitäten kommen. Mit dem Projekt soll die Arbeit daher so ausgebaut werden, dass 1000 und mehr ungewollt Schwangeren im Jahr beraten werden können.

Den Druck von der Frau nehmen

Die Beratungserfahrung von 1000plus zeigt, dass in einem Schwangerschaftskonflikt nie das Kind selbst das Problem ist. Vielmehr bestehen die Schwierigkeiten, die eine Schwangere zur Abtreibung drängen, sehr häufig in Beziehungskonflikten, finanziellen Notlagen oder beruflichen Hindernissen. Sehr oft geht der Druck zu einer Abtreibung vom engsten Umfeld einer Schwangeren aus. In dieser Situation gilt es, die Schwangere ernst zu nehmen, für sie da zu sein, sie ehrlich und ausführlich zu beraten und mit ihr gemeinsam ein individuelles Hilfspaket zu schnüren, informieren die beiden Beratungsstellen. Der für eine Abtreibung erforderliche Beratungsschein wird bei 1000plus aus Überzeugung nicht ausgestellt. Denn er sei eben keine Hilfe, sondern das Gegenteil: Er erhöhe nur den Druck, eine Abtreibung, die eigentlich gar nicht gewollt ist, doch zu vollziehen, teilen die Beratungsstellen mit. Laut dem Projekt 1000plus würde die überwältigende Mehrheit, nämlich ca. 62 Prozent der bei 1000plus beratenen Frauen, die zuerst über eine Abtreibung nachgedacht hätten, sich anschließend für ihr Kind entscheiden. Die Arbeit der drei Organisationen finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Durch die Babyflaschen-Aktion wollen sie auf die Not und die Verzweiflung von Frauen, die vor einer Abtreibung stehen, aufmerksam machen und Spenden für den dringend notwendigen Ausbau der Beratung mit weiteren Standorten sammeln. (tmo)

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