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Samstag, 16. Dezember 2017 5

Kultur

Das barocke Erbe präsentieren

Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) und tschechische Partner sollen grenzübergreifend die Epoche in der Region aufwerten.
Von Maria Bauer

  • Schloss Valec: Das Projekt soll das kulturelle Erbe in Bayern und Böhmen aufwerten, Interesse wecken und den Tourismus fördern.Foto: CeBB
  • Lena Hodousová stellvertretende Programmleiterin des Projektpartners „Plzen 2015“, zuständig für den tschechischen Part des Projekts und ein Mitarbeiter des CeBB, der gedolmetscht hat.Fotos (4). smb
  • das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee
  • Die Projektleiterin Dr. Veronika Hofinger möchte den Erfolg, welchen die Projekte des CeBBs anlässlich der Kulturhauptstadt Pilsen 2015 einbrachten, nun auch auf die bayerische Seite übertragen.
  • Das bayerische-tschechische Organisationsteam.

SCHÖNSEE. Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) stellte das neue grenzüberschreitende EU-Projekt Barockregion Bayern Böhmen vor. Im Zeitraum bis Ende September 2020 sollen zahlreiche Veranstaltungen rund um das barocke Kulturerbe in der bayerisch-böhmischen Grenzregion umgesetzt werden. Hauptinitiator dieses Kulturprojektes ist Bavaria Bohemia e.V. Die zwei Projektpartner aus Tschechien, Plzen 2015 z.ú und „KULTURISTA z.ú“, werden vor allem auf der tschechischen Seite bei der Realisierung der Barockregion Bayern Böhmen mitwirken. Das Projektgebiet umfasst die böhmischen Regionen Pilsen und Karlsbad, sowie auf bayerischer Seite auf das förderfähige Gebiet der Bezirke Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern. Gefördert wird das Kulturprojekt durch das EU-Programm Ziel ETZ Bayern-Tschechien.

Den Tourismus stärken

Die Projektleiterin Dr. Veronika Hofinger möchte den Erfolg, welchen die Projekte des CeBBs anlässlich der Kulturhauptstadt Pilsen 2015 einbrachten, nun auch auf die bayerische Seite übertragen. Netzwerke zwischen Bayern und Böhmen sollen gestärkt und das Kulturleben bereichert werden. „Unser Ziel ist es, das gemeinsame barocke Kulturerbe aufzuwerten, bekannter zu machen und die Zusammenarbeit zwischen den Denkmalpflegern zu stärken“, so Hofinger.

Weiterhin wollen die Initiatoren durch das Projekt die touristische Attraktivität der Region sowie die Besucherzahlen, steigern und Interesse an unbekannteren Barockdenkmälern im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet wecken. Das Projektteam will zudem auch die jüngere Generation für die Epoche des Barocks begeistern.

Die Barockzeit stellte eine Zeit intensiven Kulturaustausches zwischen Bayern und Böhmen dar. Fernhandel, Geistesgeschichte, Kunst und Religion verbanden die beiden Regionen. Die Familie Dientzenhofer zum Beispiel brachte zu dieser Zeit fünf Baumeister hervor, welche unter anderem in Amberg, Straubing, Prag, Pilsen und Klattau an der Errichtung barocker Bauten wesentlich beteiligt waren. Die Epoche des Barock prägt die Kulturlandschaft in Bayern und Böhmen noch bis heute.

In Pilsen wird das barocke Kulturerbe bereits seit 2013 touristisch vermarktet. Lenka Hodoušová, stellvertretende Programmleiterin bei Plzen 2015, erklärte, das Pilsner Festival „9 Wochen Barock“ sei „auf großes Besucherinteresse auch von bayerischer Seite“ gestoßen. Dieses Festival spielte mitunter auch eine ausschlaggebende Rolle bei der Konzipierung des geplanten Großprojekts Barockregion Bayern Böhmen. Kulturprojekte, welche die Barockzeit aufgreifen, gäbe es mehrere, so Hofinger, das Alleinstellungsmerkmal des geplanten Projekts sei es jedoch das barocke Kulturerbe grenzüberschreitend zu betrachten und Gemeinsamkeiten herauszustellen.

Während der Projektlaufzeit sind vielerlei Aktivitäten geplant: Zunächst wird die zweisprachige digitale Informationsplattform „Barock-Info“ geschaffen. Unter www.bbkult.net und www.zapadoceskebaroko.cz können Interessierte zukünftig Informationen zu barocken Baudenkmälern und Veranstaltungen abrufen sowie eine interaktive Karte für Reise- und Ausflugsplanung bedienen. Im Sommer 2018 startet das öffentliche Kulturprogramm. „Der Saisonauftakt findet am 9. Juni im Barockzentrum in Mariánské Týnice statt“, so Hodoušová.

Für junge Menschen aufbereitet

Ab Juni 2018 gibt es die Ausstellung „Barockschätze“ im CeBB zu besichtigen, ehe diese als Wanderausstellung auch an anderen Orten zu sehen sein wird. Im Depo2015 in Pilsen wird die interaktive Ausstellung „Auf den Spuren des Barock“ gezeigt werden. Die intermediale Präsentation Barockwelt Bayern Böhmen im CeBB, soll besonders junge Menschen ansprechen und ihnen anhand von innovativen Darstellungsformen einen inhaltlichen Zugang zur Barockepoche verschaffen.

Ein Highlight des Programms stellt das Barockorchester dar. Unter Leitung von Prof. Josef Blank wird ein Projektorchester mit jungen Profimusikern aus dem Projektgebiet aufgebaut, welche Konzerte bei Baudenkmälern geben werden.

Ferner organisiert das Projektteam Seminare für Gästeführer und für Handwerker, in denen Tourismusakteure näher an das Thema barockes Kulturerbe herangeführt werden sollen und Handwerker Informationen zum Erhalt von Baudenkmälern erhalten. Während des Projektzeitraums wird es Publikationen zweisprachiger Broschüren sowie eines Barockmagazins geben.

Wichtig bei der Umsetzung des Programms ist Hofinger die Vernetzung mit Akteuren aus Kultur und Tourismus: „Die intensive Zusammenarbeit zwischen Denkmälern, Touristikern und Kulturschaffenden legt den Grundstein für den dauerhaften Erfolg der Barockregion Bayern Böhmen. Die erste Projektkonferenz am 25. Januar 2018 im Centrum Bavaria Bohemia soll die Zusammenarbeit aller, die sich mit dem Thema Barock befassen, anregen“

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