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Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Tierzucht

Der Natur etwas Gutes tun

Anfängerkurse sorgen dafür, dass die Zahl der Nittenauer Imker steigt. Das bedeutet mehr Bienen und eine bessere Bestäubung.
Von Ulrike Wolf

  • Josef Wankerl arbeitet an den Völkern des Lehrbienenstands.Fotos: tkw
  • Drei Wirtschaftsvölker der Vorsitzenden der Katrin Humbs. Die Bienen verbringen den Winter eng beisammen in einer Traube sitzend, um sich gegenseitig zu wärmen. Erst im Frühjahr fliegen sie bei warmen Temperaturen das erste Mal wieder aus.
  • Im Gegensatz zu den erfahrenen Imkern arbeiten viele Jungimker wie Manfred Braun noch mit Schutzkleidung. Die Sicherheit, nicht gestochen zu werden, sorgt für die nötige Ruhe, die beim Umgang mit den Bienen unbedingt erforderlich ist.
  • Nichts rührt sich mehr rund um den Lehrbienenstand des Nittenauer Imker. Es ist Winter. Erst im Frühjahr wird das Magazin mit den einzelnen Rahmen für die Bienen hergerichtet und mit neuen Mittelwänden erweitert. Diese werden von den Bienen dann mit Wachs ausgebaut.

NITTENAU.„Sind die Bienenfreunde bald ohne König?“ titelte die MZ am 26. August 2015. Hier berichtete Agnes Feuerer von den Schwierigkeiten, die Josef Wankerl hatte, einen Nachfolger zu finden. Ganz so schlimm kam es nicht. Seit Januar 2016 führt Katrin Humbs den Verein als Vorsitzende, ist quasi die neue „Königin“. Sie begann bei einem Anfängerkurs vor etwa drei Jahren zu imkern. „Das Interesse war schon früher da, aber als ich den Garten meiner Oma erbte, habe ich angefangen“, so Katrin Humbs.

Angeworben für den Verein hat sie Josef Wankerl: „Der Mo is’ Dog und Nacht für’n Verein g’rennt“, würdigt sie beim Gespräch mit der MZ das Engagement ihres Vorgängers für den Bienenzuchtverein Nittenau.

38 Jahre lang Vorsitzender

Dafür und für seine lange Amtszeit von 38 Jahren wurde er mit dem Titel „Ehrenvorsitzender“ ausgezeichnet. Seit etwa drei oder vier Jahren bleiben nach Anfängerkursen im Frühjahr etwa fünf Jungimker pro Jahr dem Hobby treu. „Wir unterstützen die Anfänger mit einem Bienenvolk, um das sie sich kümmern können“, erklärt Humbs.

Über den Verein sind die Mitglieder auch versichert und bekommen vom Verein und dem Verband viel Unterstützung. Der Verein hat eigene Bienenvölker beim Lehrbienenstand in der Eichendorffstraße. Hier ist auch das Vereinsheim, in dem sich die Mitglieder regelmäßig zum Fachsimpeln oder zur Arbeit an den Völkern treffen. Michael Struzyna, der ehemalige Vorsitzende des GOV, baut immer verschiedene Blumen auf der Wiese an, damit die Bienen genügend verschiedene und besondere Pflanzen vorfinden, die es nicht überall gibt.

„Meist steht bei den Anfängern nicht mehr der Honiggewinn im Vordergrund, sondern eher der Wunsch, der Natur etwas Gutes zu tun. Die Bestäuber für Nutzpflanzen werden immer weniger. Es fliegt nicht mehr so viel wie früher“. Viele der Jungimker sind etwa zwischen Mitte 20 und 50 Jahre alt, haben einen Garten und Kinder. „Die Arbeit mit Bienen schärft den Blick für die Natur, für das Wetter, man nimmt sie einfach anders wahr als vorher“, hat die Vorsitzende festgestellt. Die generationsübergreifende Arbeit im Verein funktioniere hervorragend. Gerade von den „alten Hasen“ wie Erich Gerlach, dem langjährigen Kassier, oder eben Josef Wankerl lerne man viel. Auch in ihrer Vorstandsarbeit werde sie viel unterstützt von Wankerl oder Ingo Schwieder vom Kreisverband Schwandorf. „Die Bienen beobachten ist auch unheimlich entspannend und beruhigend“, stellt sie außerdem fest. Katrin Humbs selbst hat ihre fünf Völker im Gemüsegarten stehen.

„Im Frühjahr ist man aufgeregt“

„Im Frühjahr ist man schon ganz ungeduldig, wann die ersten Blumen blühen und die Bienen endlich ausschwärmen“. Dann heißt es, das Magazin mit den einzelnen Rahmen für die Bienen herrichten und mit neuen Mittelwänden erweitern. Diese werden von den Bienen dann mit eigenem Wachs ausgebaut, bebrütet und Nektar und Pollen darin eingelagert.

Wenn der Honig dann im Sommer abgeschleudert ist, beginnt die Varroabehandlung mit Ameisensäure. Sie wirkt in der Brut und soll die neue Generation Bienen vor den Schädlingen schützen. Das Wetter spielt für den richtigen Zeitpunkt der Behandlung eine große Rolle. Auch vor der Winterruhe wird nochmals gegen die Schädlinge vorgegangen, diesmal mit Oxalsäure, die nicht in der Brut wirkt. Endgültig eingewintert werden die Bienen mit Zuckerwasser. Honig selbst könnte fest werden und somit für die Bienen als Nahrung nutzlos. Auch kann er Durchfälle verursachen, die das ganze Bienenvolk erkranken lassen. „Unsere Bienen sind Haustiere. Sie könnten ohne Imker nicht überleben. Sie sind auch viel friedlicher als Wildbienen“, erzählt Katrin Humbs. Jetzt im Herbst wird das Wachs der Bienen verarbeitet. „Ein paar Kerzen kann man sich schon selbst gießen, das geht recht einfach“.

An der Herder-Schule in Pielenhofen, an der Katrin Humbs unterrichtet, leitet sie eine Umwelt-AG, von der im Sommer auch ein Bienenvolk betreut wird. „Da haben wir dann am Schuljahresende unseren eigenen Honig essen können, das hat den Kindern viel Spaß gemacht. Kinder sind auch nicht so scheu im Umgang mit den Bienen wie die Erwachsenen.“

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