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Dienstag, 20. Februar 2018 5

Grossübung

Feuerwehr evakuiert brennende Schule

100 junge Floriansjünger aus dem Städtedreieck meisterten eine Übung in Saltendorf. Auch Wasserwacht und BRK waren beteiligt.
Von Werner Artmann

  • Das BRK versorgte die verletzten Schulkinder. Foto: Artmann
  • Hier galt es, das echte Feuer im Container schnell zu löschen. Foto: Artmann

Teublitz.Einsatzsirenen heulten am Samstag, kurz nach zehn Uhr, im gesamten Städtedreieck. Zum Glück war es nichts Ernstes. Rund 100 Floriansjünger aus allen drei Städten und Ortsteilen absolvierten bei der jährlichen Jugendübung einen „Großeinsatz“ – das Szenario war ein Schulhausbrand in Saltendorf. Hier galt es vor allem, darin befindliche Schulkinder und zwei Lehrer zu evakuieren, den Innenangriff vorzunehmen, ein Übergreifen des Brandes zu verhindern und eine ausreichende Löschwasserversorgung aufzubauen und sicherzustellen. Die über dreistündige Aktion stand unter dem Motto: „Früh übt sich – was später Leben rettet!“

„Unklare Rauchentwicklung im Schulhaus Saltendorf, eine eventuelle Verpuffung. Wahrscheinlich befinden sich Personen im Gebäude, kommen Sie schnell!“ So lautete die Mitteilung per Notruf, was zugleich der Start für die FFW-Jugendgroßübung im Städtedreieck war. Wie die „Großen“ fuhren die Jugendfeuerwehrler aus Burglengenfeld, Dietldorf, Pilsheim, Maxhütte-Winkerling, Leonberg, Pirkensee, Ponholz, Teublitz und Premberg von ihren jeweiligen Standorten zum fiktiven „Schulhausbrand“ nach Saltendorf. Dort wurden sie vom Einsatzleiter und zuständigen Kreisbrandmeister Markus Dechant ihren jeweiligen Übungsabschnitten zugeteilt. Unterstützung bekam der von drei Abschnittsleitern, die für den Innenangriff in der Turnhalle, im ersten Obergeschoss der Schule und die Löschwasserversorgung zuständig waren.

Der Feuerwehrnachwuchs eilt zum Einsatz. Foto: Artmann

Die jungen Rettungskräfte hatten einiges zu meistern: Brandbekämpfung, Rettung von Verletzten, Übergabe der Verwundeten an den Rettungsdienst, Löschwasserversorgung und das Belüften der Schule mittels Belüfter. Der Innenangriff wurde von den Nachwuchskräften der Jugendfeuerwehren aus Burglengenfeld und Teublitz unter Atemschutz übernommen. Unter den wachsamen Augen der Jugendwarte und Ausbilder wurden die Schüler und Lehrer aus dem verqualmten Schulgebäude gerettet. Dafür kam auch die Burglengenfelder Drehleiter zu Einsatz, über die mehrere Schüler und auch Lehrer aus dem qualmenden Gebäude im ersten Stock des Schulhauses geborgen wurden.

Echtes Feuer vor dem Schulhaus

Vor dem Schulgebäude brannten tatsächlich zwei Papiercontainer, die durch die Jungfeuerwehrler mit Wasser- und Löschschaum unter Kontrolle gebracht wurden. Ein besonderes Hauptaugenmerk hatten hier die Jugendlichen aus Winkerling und Ponholz – sie mussten ein Übergreifen der Flammen auf die Schule zuverhindern. Schnell und gekonnt wurden die Schläuche verlegt und schon ging es an die Brandbekämpfung.

Bei so einen großen Feuerwehraufgebot wurde aber dann das Wasser „knapp“. Kreisbrandmeister Dechant hatte diese Lage schnell erkannt und beorderte die Jugendlichen der Feuerwehren aus Dietldorf, Leonberg, Pilsheim, Pirkensee und Premberg an die nahe gelegene Naab. Sie mussten Pumpen in Stellung bringen und schnellstmöglich eine fast 900 Meter lange Schlauchleitung von der Naab bis zur Schule in Saltendorf legen.

Insgesamt 45 Einsatzkräfte von Wasserwacht und BRK beteiligten sich an der Großübung in Saltendorf – und hatten viel zu tun. Foto: Artmann

Neben dem Nachwuchs der Feuerwehren aus dem Städtedreieck waren auch 45 Einsatzkräfte von Wasserwacht und BRK beteiligt. Die Jugend der Teublitzer Wasserwacht integrierte sich hervorragend an der Übung, indem sie eine verunfallte Personen aus dem Wasser retten musste. Beim Einsetzen der Saugleitung „stürzte“ der junge Kamerad der Feuerwehr hinein. Professionell konnte er gerettet und an die BRK-Bereitschaft aus Schwandorf übergeben werden.

Bei diesem Übungsszenario wurde auch die Unterstützung der BRK-Bereitschaften aus Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Schwandorf benötigt, welche mit einem Großaufgebot unter der Einsatzleitung von Franziska Diermeier angerückt war. Fachmännisch wurden die 18 Verwundeten am zentralen Behandlungsplatz im Schnelleinsatzzelt versorgt und betreut. Rechtzeitig war klar, das im Ortsgebiet Saltendorf eine Vollsperrung vorgenommen werden musste. Diese wurden von den aktiven Feuerwehrleuten aus Premberg und Saltendorf übernommen.

Zusammenarbeit lernen ist wichtig

Die Bürgermeister Maria Steger, Dr. Susanne Plank und Thomas Gesche ließen sich von KBR Robert Heinfling und KBI Thomas Schmid (von links) aufklären. Foto: Artmann

Organisator der Jugendgroßübung war Steffen Mroß von der FFW Teublitz: „Ziel ist die Fort- und Ausbildung der Jugendlichen, wobei dieser Tag auch Spaß bereiten, die Kameradschaft fördern und unter den Hilfsorganisationen die Zusammenarbeit gestärkt werden soll.“ Die drei Bürgermeister Thomas Gesche, Dr. Susanne Plank und Maria Steger verfolgten interessiert die Jugendgroßübung. Das Teublitzer Stadtoberhaupt freute sich über die vielen Jugendlichen, die aus dem gesamten Städtedreieck teilnahmen. „Jung übt sich, was ein Meister werden will“, sagte sie. Diese Jugendübungen bieten gute Voraussetzungen, später einmal in den aktiven Feuerwehrdienst einzutreten, so Steger.

Kreisbrandrat Robert Heinfling sah in solch großen Übungen eine Motivation für die Jugendlichen, ein näheres Kennenlernen untereinander beim Einsatz und privat sowie ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. „Hier erlebt aber auch der Nachwuchs, dass der Dienst am Nächsten im Vordergrund steht.“ Vertreten waren auch Jugendwartsprecher Christoph Spörl und der bayerische Landesjugendsprecher Johannes Schindler. Kreisbrandinspektor Thomas Schmid stellte fest, dass die Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren mit „Feuer und Flamme an solchen Aktionen dabei sind“. Im Rahmen dieser Übung erleben die Feuerwehrnachwuchskräfte das erste Mal die Zusammenarbeit mit der neuen Leitstelle.

Zahlen und Fakten

  • Nachwuchs:

    Bei der Jugendgroßübung in Saltendorf waren rund 100 Feuerwehrjugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahre dabei. Sie kamen von neun Feuerwehren aus Burglengenfeld, Dietldorf, Pilsheim, Maxhütte-Winkerling, Leonberg, Pirkensee, Ponholz, Teublitz und Premberg.

  • Material:

    Vor Ort waren vier Mannschaftstransportfahrzeuge, zwei Tragkraftspritzenfahrzeuge, eine Drehleiter, sechs Löschgruppenfahrzeuge, ein Notarztwagen, drei Kranken- und zwei Rettungswägen, zwei Mannschaftstransporter und zwei weitere Fahrzeuge. (bat)

Der Nachwuchs meistert den Schulhausbrand

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