mz_logo

Gemeinden
Freitag, 22. September 2017 20° 2

Kultur

Applaus für das „Wurzelwerk“

Beim Weihnachtskonzert der Stadtkapelle Neunburg gab‘s eine Uraufführung. Die Auftragskomposition war eine Herausforderung.
Von Ralf Gohlke

  • Für das Weihnachtskonzert 2016 wurden die Register der Stadtkapelle neu platziert, was den Klangeindruck noch wesentlich anhob. Foto: R. Gohlke
  • Bürgermeister Martin Birner (links) und Dirigent Anton Lottner (rechts) bedankten sich beim Komponisten Christof Weiß für das „Wurzelwerk“. Foto: ggo
  • In guter Tradition moderierte das Jugendorchester seine Titel selbst. Heuer übernahmen dies Leonhard Porsch und Hanna Fuß. Foto: ggo
  • Beim „Mambo“ forderte Anton Lottner das Publikum sehr erfolgreich zum Mitmachen auf. Foto: ggo
  • Leonhard Porsch agierte mit der „Bierflaschen-Flöte“. Foto: ggo

Neunburg.Wenn die Plätze in der Schwarzachtalhalle restlos ausverkauft sind, gibt es neben Monika Gruber fast nur einen Grund: Die Stadtkapelle lädt zu ihrem Weihnachtskonzert ein. Die Zahl 35, die im Laufe eines erneut wunderbaren Konzertabends öfter genannt wurde, zeugte von der guten Tradition, die dieses musikalische Highlight am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages inzwischen begründet.

„Musik ist mittlerweile anscheinend die einzige Sprache, die weltweit verstanden wird und die Menschen friedlich zusammenbringt“, betonte der musikalische Leiter und Dirigent der Kapelle, Anton Lottner. Im Mittelpunkt stand heuer die Uraufführung einer Auftragskomposition zum Jubiläumsjahr „1000 Jahre Neunburg vorm Wald“. „Wurzelwerk“ hat der Komponist Christof Weiß sein Werk betitelt, das eine interessante Verbindung von der Klassik zur Moderne beinhaltet.

Auch Erwin Bucher war wieder da

Der Vorsitzende des Vereins Stadtkapelle, Roman Sorgenfrei, übernahm wie alle Jahre die Aufgabe, neben dem Publikum auch einige Ehrengäste namentlich willkommen zu heißen. Dazu zählten neben Bürgermeister Martin Birner auch stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, Stadtpfarrer Stefan Wagner, der Bezirksvorsitzende der Oberpfalz des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) Gerhard Engel sowie Sepp Ferstl und sein Stellvertreter Georg Schmid für den Kreisverband des NBMB. Stellvertretend für alle Damen nannte er 2. Bürgermeisterin Margit Reichl und Musikschulleiterin Bärbel Nutz. Dann forderte er die „erste Reihe“ zu einer interaktiven Aktion auf, nämlich die Christsterne der Bühnen-Deko wieder an ihren Platz am Bühnenrand zu stellen, was danach immer nach dem Einzug der Musiker, auch so klappte.

„Ich bin in diesem Jahre auch wieder dabei“, freute sich Moderator Erwin Bucher nach seiner letztjährigen Pause wegen eines Afghanistaneinsatzes. „Nix passiert, alles noch dran“, konstatierte er in seiner bekannt humorigen Art, bevor er zum Auftakt mit der Ouvertüre aus Franz Suppés „Die Schöne Galathée“ überleitete. Natürlich erkannte das Publikum darin die Titelmelodie der Fernsehserie „Kir royal“, die Bucher als kleine Quizfrage mit auf den Weg gegeben hatte. Dem schloss sich noch der „Marche des soldats de Robert Bruce“ an, der weit in die britisch, französische Geschichte hinein reichte und bis heute beliebter Begleiter von Kirchenkonzerten und militärischen Zapfenstreichen ist.

„Eine Uraufführung war eigentlich das, was uns bislang noch gefehlt hat“, verkündete Anton Lottner. Vor rund eineinhalb Jahren sei er daher mit der Idee zu einer Auftragskomposition zum Jubiläum an die Stadt herangetreten, was positiv aufgenommen wurde. Zwar gäbe es viele gute Komponisten aber wie oft „liegt das Gute so nah“, meinte er und stellte damit Christof Weiß vor, mit dem er einen kleinen Dialog zu dem Werk führte.

Bewusst keine „Chronik“

Weiß schilderte dem Publikum seine Vorüberlegungen zu seinem Werk in Zusammenhang mit der 1000-jährigen Stadtgeschichte. Es sollte bewusst keine „Chronik“ werden, meinte er, dass könnten Historiker mit einem Buch wesentlich besser. So sei die Idee zugrunde gelegt worden, etwas aus den „Wurzeln“ entstehen zu lassen. Das habe sich aus dem Wald im Stadtnamen und den Verbindungen zum Oberpfälzer, Bayerischen und Böhmerwald ergeben, ebenso wie der Verwurzelung der Blasmusik in der Region. Die Klänge einer Stadt sei die Summe der Stimmen vieler Individuen, ähnlich wie der Instrumentierung der Kapelle. Herausgekommen sei eine Mischung von Klassik und Moderne.

Bei der Uraufführung des „Wurzelwerks“ konnte sich das Publikum von der großen Herausforderung für die einzelnen Register der Stadtkapelle überzeugen, insbesondere die Schlagwerker, Hornisten und Tubisten in den eher dunkel gehaltenen Passagen bis hin zu den helleren Tönen, welche die Verästelung widerspiegeln sollten. Nach dem Schlussakkord zögerte das Publikum zunächst leicht, um dann aber doch begeistert zu applaudieren.

Nach der Pause übernahm kurzzeitig wieder das Jugendorchester unter der Leitung von Markus Held das musikalische Ruder, unter anderem mit einer eine Zusammenstellung bekannter Melodien aus dem „Dschungelbuch“. Die Filmmusik aus „Game Of Thrones“, „Mambo“ aus dem Musical „Westside Story“ und Michael Jacksons „Heal The World“ bestimmten den weiteren Konzertverlauf bevor Anton Lottner mit einer Einladung zur Broadway-Gala am 25. und 26. März zu einem Medley aus „Phantom der Oper“ überleitete. Stehende Ovationen beendeten den Abend bevor das Publikum mit der „Stillen Nacht, heiligen Nacht...“ entlassen wurde.

Mehr Nachrichten aus Neunburg lesen Sie hier:

Das Weihnachtskonzert

  • Leitung:

    Gesamt: Anton Lottner; Jugendorchester: Markus Held; Moderation: Erwin Bucher

  • Programm Stadtkapelle:

    Intrada Eroica (Bert Appermont); Die Schöne Galathée (Franz v. Suppé/Arr. Gerhard Baumann); Marche des Soldats de Robert Bruce (Arr. Heiko Kaiser); Die Liebste (Arr. Walter Tuschla); Euphoria( Martin Scharnagl); Sodona (Steven Reineke); Game of Thrones (Arr. Frank Bernaerts), Mambo (Arr. Michael Sweeney); Heal the World (Arr. Ron Sebregts); Zugabe: Medley aus Phantom der Oper; Tradition: Stille Nacht

  • Programm Jugendorchester:

    Channel Two (Charles Michiels); Mallet Maniacs( Mark Williams); Saxologie (Eric Osterlinge); The Jungle Book (Arr. Michael Brown) Zugabe: Ein Stück mit Bierflaschen als Blas- und Schlaginstrumente

  • Uraufführung:

    „Wurzelwerk“ von Christof Weiß als Auftragskomposition zum Stadtjubiläum „1000 Jahre Neunburg v. Wald“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht