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Donnerstag, 19. Oktober 2017 18° 3

Bauprojekt

Aufwertung für Bildungsstandort

Der Erweiterungsbau der Neunburger Grundschule macht große Fortschritte. Der Bauzeitenplan wird erheblich unterschritten.
Von Karl-Heinz Probst

  • Der Erweiterungsbau der Grundschule in der Ledererstraße geht zügig voran. Foto: Probst
  • Architekt Michael Steidl (r.) lobte im Gespräch mit Bürgermeister Martin Birner und Rektor Siegfried Bräuer (l.) die schnelle und saubere Arbeitsweise der Baufirma Wilhelm. Foto: Probst

Neunburg.Die Sanierung und Erweiterung der Grundschule in der Ledererstraße mit dem Ausbau zu einer Ganztagsschule sowie dem Neubau einer Einfachsporthalle ist mit geschätzten Kosten von rund zehn Millionen Euro das größte und teuerste Projekt der Stadt Neunburg in den nächsten Jahren. Deshalb ist es verständlich, dass die Großbaustelle nicht nur von den Schülern sondern auch von vielen Bürgern aufmerksam verfolgt wird.

Sechs neue Klassenzimmer

Auch Bürgermeister Martin Birner war neugierig und ließ sich zusammen mit Rektor Siegfried Bräuer am Dienstag von Architekt Michael Steidl über den Fortschritt der Baumaßnahme seit dem Beginn am 22. Februar informieren. Steidl erinnerte, dass durch den Ausbau zu einer Ganztagsschule die Erweiterung der Grundschule notwendig sei. Im Südwesten des Gebäudes wird hierzu derzeit im ersten Bauabschnitt ein Anbau mit weiteren sechs Klassenzimmern und drei Differenzierungs- bzw. Lehrmittelräumen erfolgen. Die Erschließung dieser neuen Räume erfolgt über die Treppen und Flure des Bestandsgebäudes.

Großes Lob für Baufirma

Der Architekt bestätigte den ersten Eindruck des Bürgermeisters, dass die Neunburger Baufirma Wilhelm eine schnelle und saubere Arbeit abliefere. Auch in puncto Lärmentwicklung durch die Bautätigkeit könne man sich nicht beschweren, ergänzte Rektor Bräuer. Alles laufe ziemlich geräuschlos und wie am Schnürchen ab.

Die Mauern im Erd- und Obergeschoss stehen schon. Steidl wies auf die besondere Oberfläche des Sichtbetons hin, der nicht verputzt oder gestrichen wird. Diese Wolkenstruktur werde durch die Schalung erzeugt. Die Herstellung hochwertiger Sichtbetonflächen, die auch schon beim Mensabau der Mittelschule geschaffen wurden, erfordere ein gutes Zusammenwirken von Architektur, Tragwerksplanung und Baustofftechnologie mit einem sorgfältigen baubetrieblichen Vorgehen, betonte Steidl.

Der neue, rechteckige Baukörper richte sich auf das vor längerer zeit von der Stadt erworbene Grundstück aus. Er verfüge über drei Klassengeschosse und werde unterkellert. Als Abschluss werde ein Pultdach als Kaltdach errichtet, das sich in Richtung Südosten orientiere, erläuterte der Architekt.

Steidl wies auf die Besonderheiten der rund 58 Quadratmeter großen Klassenzimmer hin, die über Sichtverbindungen zum Flur, festinstallierte Arbeitsplätze, zum Pult abklappbare Fensterbänke und große Sichtöffnungen zum Differenzierungsraum verfügten. Diese Klassenzimmer sollen neben dem klassischen Frontalunterricht auch neue Unterrichtsformen ermöglichen. Die Räume blieben variabel und offen für alle Formen Differenzierung, der Einzel- und Gruppenarbeit, für Stuhlkreise oder Kleingruppen.

Auf die Frage von Bürgermeister Birner nach der Einhaltung des enggestrickten Bauzeitenplans, berichtete Architekt Steidl erfreut, dass man diesen ersten Bauabschnitt voraussichtlich acht Wochen früher als geplant abschließen könne.

Im nächsten Abschnitt ist die neue Pausenhalle mit der Unterbringung der Verwaltung im neuen Obergeschoss über der Pausenhalle geplant. Zur späteren Realisierung einer Ganztagsschule ist eine Ausgabeküche mit Nebenräumen und Speiseraum für bis zu 100 Schüler vorgesehen.

Barrierefreiheit geschaffen

In einem weiteren Abschnitt soll die Sanierung des Bestandsgebäudes der Grundschule erfolgen. Zur Umsetzung des Konzepts „Offene Lernlandschaft“ wird im Bereich des jetzigen Treppenhauses ein zentraler Aufenthaltsbereich („Marktplatz“) mit Sichtverbindung zu den anschließenden Räumen errichtet. Das neue Treppenhaus wird an das Nordende des Gebäudes gelegt. Durch einen außenliegenden Personenaufzug wird die barrierefreie Erschließung des Gebäudes sichergestellt. Damit sind künftig alle Klassenräume barrierefrei erreichbar. Schließlich werden die Sanitärräume neu, dem künftigen Bedarf entsprechend, installiert und eingeteilt.

Letzter Bauabschnitt ist dann der Neubau der Einfachsporthalle am jetzigen Hallenstandort. Die Erschließung erfolgt über das bestehende Schulgebäude. Neben der schulischen Nutzung ist darin natürlich auch die Freizeit- und Vereinsnutzung vorgesehen. Abgerundet wird das millionenschwere Bauprogramm an der Grundschule Ledererstraße durch die Neugestaltung der Außenanlagen und des Busbahnhofs.

Wenn alles weiter so glatt läuft, soll das ehrgeizige Bauprojekt 2019/20 abgeschlossen sein.

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Sanierung und Erweiterung

  • Ausmaße der Neubauten:

    Schulhaus 14 765 Kubikmeter; Turnhalle 6151 Kubikmeter, jeweils umbauter Raum; Flächen: 3130 Quadratmeter (Schulhaus), 890 Quadratmeter (Turnhalle)

  • Bauabschnitt 1:

    Neubau von sechs Klassenzimmern, drei Differenzierungs- beziehungsweise Lehrmittelräume. Die Räumlichkeiten dienen zugleich als Bindeglied zwischen dem Neubau und dem verbleibenden Bestand des Altbaus.

  • Die weiteren Bauabschnitte:

    Umbau und Verlegung des Treppenhauses, Neubau der Pausenhalle, Neubau der Turnhalle, Sanierung des Altbestandes, Erneuerung der Freianlagen mit Busbahnhof, Zu- und Abfahrt

  • Kostenprognose:

    Erweiterung und Generalsanierung 5, 8 Millionen Euro, Räume für die Ganztagsschule zwei Millionen Euro, Neubau einer Einfachturnhalle zwei Millionen Euro

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