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Dienstag, 20. Februar 2018 5

Bildung

Digitale Medien sinnvoll nutzen

Der Ausbau digitaler Unterrichtsmethoden gehört zu den Schwerpunkten an der Gregor-von-Scherr-Realschule.
Von Ralf Gohlke

Künftig sollen ältere Schüler als „MedienScouts“ den jüngeren Schülern beim sicheren Umgang mit Smartphone und Tablet zu Seite stehen. Foto: R. Gohlke

Neunburg.Als einzige Schule in Bayern und unter zwölf Schulen in ganz Deutschland erhielt die Neunburger Gregor-von-Scherr-Realschule heuer den Titel „MINT-freundliche Schule – Digitale Schule 2017“. Die Ausschreibung und Auswahl stand unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz. „MINT“ steht in dem Fall für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ziel der Initiative ist es unter anderem, Unterricht und Lehre in den MINT-Fächern an Schulen und Hochschulen quantitativ und qualitativ zu verbessern. Die Gregor-von-Scherr-Schule konnte in allen fünf Kriterien mit ihren Konzepten zur digitalen Bildung positiv abschneiden. Dazu gehört unter anderem die Nutzung des schuleigenen WLAN-Netzes für eine Vielzahl von Anwendungen sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer. „Wir haben das Medienkonzept, das im kommenden Schuljahr von allen bayerischen Schulen eingefordert wird, bereits fertig“, betonte Direktorin Diana Schmidberger.

Künftig sollen ältere Schüler als „MedienScouts“ den jüngeren Schülern beim sicheren Umgang mit Smartphone und Tablet zu Seite stehen. Foto: R. Gohlke

Mädchen meiden Technikfächer

„Wir starten heuer mit 24 Klassen und voraussichtlich 578 Schülern“, vermittelte Schmidberger im Gespräch mit unserem Medienhaus, in Bezug auf das kommende Schuljahr. Dem stünde ein 48-köpfiges, hoch motiviertes Lehrerkollegium gegenüber. Vier fünfte Klassen mit 95 Schülern kämen neu an die Schule, und zwar fast genau je zur Hälfte besetzt mit Mädchen und Jungen.

Am ersten Schultag werde die Klasseneinteilung und Benennung der Klassenleiter zum Empfang der Eltern und Schüler in der Aula ausgehängt.

„Was die Durchmischung betriff, versuchen wir natürlich, das bis zum Ende der Schulzeit beizubehalten, aber es ist immer noch leider so, dass die Mädchen das Pflichtwahlfach Physik & Technisch Zeichen eher meiden“, erklärt sie auf die Nachfrage, warum es bei den Abschlussveranstaltungen der vergangenen zwei Jahre jeweils eine reine Jungenklasse gegeben habe. Die Mädchen bevorzugten eher Betriebswirtschaft, Französisch oder Kunsterziehung. Dabei bestätigten alle Unternehmen, dass weibliche Auszubildende in technischen Berufen häufig wesentlich motivierter und erfolgreicher seien, als ihre männlichen Kollegen.

Eine Neuerung erwartet die Fünftklässler mit einem völlig neuen Lehrplan. Dieser sei jetzt noch mehr auf die Inhalte der vierten Klasse Grundschule in Sachen Kompetenzorientierung abgestimmt.

Als weitere Neuerung im Bezug auf die Medienkompetenz kündigte sie eine enge Zusammenarbeit mit einer Realschule in Neu-Ulm an. Dabei sollten die Möglichkeiten der elektronischen Medien genutzt werden, zum Beispiel für Video-Konferenzen zwischen den Schülern. Das persönliche Kennenlernen sei natürlich auch eingeplant, meinte die Direktorin. Das entspräche auch ihren Vorstellungen davon, den digitalen Umgang miteinander nicht zu übertreiben. „Ich erwarte sowohl von den Kollegen als auch von den Schülern, dass jeder auch noch mit Tafel und Kreide umgehen kann“, betont sie. Wenn etwas anders als digital ginge, sollte es das auch.

Das trifft offenbar auch die Interessenlage der Schüler, denn es gäbe heuer für die Talentgruppe Werken bereits doppelt so viele Anmeldungen als Plätze dafür vorhanden seien. Eine Beschränkung müsse daher leider in Kauf genommen werden. Ansonsten böte die digitale Welt natürlich immense Möglichkeiten. Darauf hätten sich auch die Lehrbuchverlage bereits eingestellt.

Realschuldirektorin Diana Schmidberger und ihre beiden Stellvertreter Bernd Bischoff und Dr. Alois Spitzer (von rechts) sprechen letzte Änderungen im Stundenplan für das neue Schuljahr ab. Foto: R. Gohlke

Begabtenförderung geplant

Als ein Beispiel nannte sie den Englischunterricht, der durch „Hör- und Sehaufgaben“ ergänzt werden könne. Die jungen Leute seien es gewohnt, auf Youtube englischsprachige Clips oder Filme anzuschauen, ohne die Texte Wort für Wort zu verstehen. Das nehme die Angst davor eine Vokabel nicht auf Anhieb zu kennen. Ähnliches gelte für den Bereich Mathematik, bei der die Herangehensweisen an eine Lösung heute einer wesentlichen größeren Toleranz unterlägen.

Mit auf der „To-do-Liste“ stünde eine Erneuerung der schuleigenen Homepage. Geplant sei in dem Bereich, etwa von Schülern digital erstellte Projekte oder Beiträge, dort zu veröffentlichen. „Schließlich wollen auch die Eltern immer besser Bescheid wissen, was an der Schule läuft“, sagt Schmidberger. Dazu gehört auch die geplante Teilnahme an einem Projekt zur Förderung besonders leistungsstarker Schülerinnen und Schüler.

Aber nicht nur für die Schüler heißt es lernen. So wurde an der Schule ein neues Fortbildungskonzept entwickelt, dass es den Lehrkräften ermöglicht, eigene Schwerpunkte zu setzten. Am 21. Oktober wir die Neunburger Schule zum Schauplatz von „Campus Digital“, einem Symposium für rund 450 Realschullehrer aus der gesamten Oberpfalz zum Einsatz digitaler Unterrichtsmedien.

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Qual der Wahl

  • Grundlage:

    Den Schülern an der Realschule Neunburg stehen ab der sechsten Jahrgangsstufe vier Wahlpflichtfächer zur Verfügung. Im Vordergrund soll nicht die spätere Berufswahl stehen, sondern die Interessenlage der Schüler. Dabei sollen die Eltern unterstützen.

  • Gruppen:

    Die Bezeichnungen sagen bereits etwas über die Inhalte aus. Unterschieden werden die Wahlpflichtfächergruppen in Physik & Technisch Zeichnen (I), Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen (II), Französisch (IIIa) und Kunsterziehung (IIIb).

  • Schwerpunkte:

    Die Gruppe I legt den Schwerpunkt auf Physik, Mathematik, Chemie und IT. Bei der II geht es um Wirtschaft, Recht und IT. Die Gruppe IIIa beinhaltet Französisch, Betriebswirtschaftlehre und Rechnungswesen und die Gruppe IIIb Kunsterziehung und Werken.

  • Lerninhalte:

    Die Inhalte und Prüfungen in den Fächern Deutsch und Englisch sind für alle Schüler gleich, ebenso wie in den meisten Nebenfächern wie Religion, Erdkunde, Sozialkunde oder Biologie.

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