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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Gedenkstätte

Eine der größten KZ-Opfer-Grabanlagen

Der seit 1950 bestehende KZ-Friedhof in Neunburg am Plattenberg erinnert an die Opfer der Todesmärsche im April 1945.
Von Karl-Heinz Probst

Detail der Infotafel zur Geschichte des KZ-Friedhofes Foto: Probst

Neunburg.Eines der einschneidendsten Ereignisse in der jüngeren Geschichte der Pfalzgrafenstadt war der Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Flossenbürg am 21. April 1945. SS-Männer trieben damals Hunderte ausgemergelter KZ-Häftlinge durch Neunburg Richtung Süden. Wer von den Männern und Frauen nicht mehr weitergehen konnte, wurde von den Wachmannschaften erschossen oder erschlagen und in provisorischen Massengräbern auf dem Plattenberg und im Zeitlarner Hölzl verscharrt. Nach dem Einzug der US-Armee wurden die Leichen von den Neunburgern wieder ausgegraben und in Reihengräbern im Neunburger Friedhof an der Rötzer Straße bestattet.

1949 begann man in mit der Errichtung des KZ-Ehrenfriedhofes am Fuße des Plattenberges. Die Pläne zur Gestaltung stammen von Regierungsbaumeister Dipl.Ingenieur und Architekt Karl May. Ausführendes Unternehmen war die Neunburger Baufirma Adolf Bedacht. 615 Opfer des NS-Regimes fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Von den Bestatteten sind nur ganz wenige namentlich bekannt.

Am 17. Juni 1950 wurde der Friedhof in feierlichem Rahmen im Beisein des Präsidenten des Bayerischen Landesentschädigungsamtes Dr. Philipp Auerbach und Vertretern des Finanz- und Innenministeriums, der Regierung der Oberpfalz, Landeskreises und der Stadt Neunburg seiner Bestimmung übergeben. 1984 wurden acht Steinkreuze und acht Stelen mit Davidsternen auf den acht Grabfeldern durch Steinmetz Xaver Fischer aus Prackendorf und Bildhauer Werner Pröll errichtet.

Hatte der Landkreis zunächst die Pflege und Wartung des Friedhofes übernommen, so war seit 1952 die Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und jetzt seit 2013 die „Stiftung Bayerische Gedenkstätten“ dafür zuständig. In deren Auftrag pflegt seit 1975 der Neunburger Gartenbauverein vorbildlich diese Gedenkstätte.

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