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Donnerstag, 19. Oktober 2017 18° 3

Investition

Es war ein denkwürdiger Schultag

Der erste Spatenstich für die Sanierung und Erweiterung der Neunburger Grundschule in der Ledererstraße ist getan.
Von Ralf Gohlke

Bürgermeister Martin Birner, Schulamtsdirektor Georg Kick, Direktor Siegfried Bräuer, Architekt Michael Steidl und Bauunternehmer Franz Wilhelm (von links) vollzogen den symbolischen Spatenstich. Foto: R.Gohlke

Neunburg.Die Schüler in der Grundschule Ledererstraße aus dem aktuellen Jahrgang werden einmal sagen können: „Wir waren dabei“. „Dabei“ heißt in dem Fall, sie waren Zeitzeugen des Endes eines langen Prozesses von den ersten Planungen bis zum Baubeginn einer neuen Ära im Grundschulwesen der Pfalzgrafenstadt. Darauf wies unter anderem Direktor Siegfried Bräuer in der Feierstunde aus Anlass des „ersten Spatenstichs“ hin. Über mehr als zehn Jahre erstrecken sich bereits die Überlegungen und Planungen für die dringend notwendige Sanierung der Gebäude. Erst mit dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats 2012, die Grundschule künftig „einhäusig“ in der Ledererstraße weiter zu führen, konnten die Planungen konkretisiert werden.

„Unsere Zukunft liegt in der Hand unserer Kinder“, betonte Bürgermeister Martin Birner am Montag zum Auftakt des offiziellen Baubeginns. Dass dies keine leeren Worte sind, beweise nun der Start der Generalsanierung mit Erweiterung und Schaffung von neuen Räumen für die Ganztagsbetreuung. Nach einer kurzen Rückschau verwies er darauf, dass aufgrund des geplanten Volumens eine europaweite Ausschreibung erfolgen musste, bei der sich das Architekturbüro Steidl gegen zehn Mitbewerber durchsetzen konnte.

Beste Lernbedingungen und -methoden anbieten

Mit viel Spaß gestalteten die Schüler ein kleines Rahmenprogramm. Foto: ggo

Birner stellte weiter heraus, dass sich bereits während der Finanzierungsgespräche abzeichnete, dass die vorgesehenen Kapazitäten angesichts der notwendigen Übergangsklassen für Asylbewerber nicht ausreichen würden. Zudem habe Schulleiter Siegfried Bräuer neue Erkenntnisse zur kindgerechten Schule eingebracht. Das Ergebnis sei eine Umsetzung des pädagogischen Konzeptes der „Lernlandschaft“ um den Schülern beste Lernbedingungen und -methoden anbieten zu können. Seinen Dank sprach er dafür allen an der Planung beteiligten aus.

Die jetzt begonnene Maßnahme werde laut Birner „die mit Abstand größte Investition in den vergangenen und wohl auch kommenden Jahren“. Insgesamt nannte er die Summe von zehn Millionen Euro. Die Erweiterung und Sanierung werde mit 50 Prozent, die Ganztagsschule mit 65 Prozent staatlich gefördert, für die Turnhalle sei die Höhe der Zuwendung derzeit noch „in der Verhandlungsphase“. In dem Zusammenhang bedankte er sich unter anderem bei Staatssekretär Albert Füracker für die Unterstützung.

Martin Birner ließ keinen Zweifel daran, dass eine Maßnahme solcher Größenordnung schon aus haushaltsrechtlicher Sicht über mehrere Jahre „gestreckt“ werden müsse und nannte einen Zeitraum von drei bis vier Jahren bis zum endgültigen Abschluss. „Bildung hat für die Stadt Top-Priorität“, stellte er zusammenfassend fest und wünschte allen einen reibungslosen Verlauf.

„Bildung hat für die Stadt Top-Priorität.“

Bürgermeister Martin Birner

Schulamtsdirektor Georg Kick sprach von einer „vorbildlichen, wegweisenden Art der Bildung“, die in Neunburg vom Kindergarten bis zur Mittelschule geleistet werde. Er verdeutlichte, dass gute Gebäude, Hygiene und Ausstattung anerkanntermaßen Voraussetzung für effektives Lernen seien. Neunburg sei stets ein Garant dafür, solche Bedingungen anzubieten.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft

Direktor Siegfried Bräuer erklärte den Schülern den Begriff des „Spatenstichs“, der lediglich den Beginn von Bauarbeiten anzeige. Keinen Zweifel ließ er daran, dass dies ein denkwürdiger Tag für die Schule sei, nicht zuletzt, weil das Schulhaus vor genau 60 Jahren erbaut wurde. Ein denkwürdiger Tag sei es auch, weil damit ein wichtiger Schritt in die Zukunft eingeleitet werde. Dazu zitierte er die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach: „Was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt von morgen aussieht“. Den Schulkindern wünschte er „anhaltende Neugier dafür, was hier entstehen wird“.

Architekt Michael Steidl nannte einige Details zu der Maßnahme, die besonders dafür vorgesehen sei, moderne Unterrichtsformen zu fördern. Einen Beitrag zum Festakt leisteten die Schüler mit Liedern und Tänzen.

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Die Planung

  • Ausmaße der Neubauten:

    Schulhaus 14 765 Kubikmeter; Turnhalle 6151 Kubikmeter jeweils umbauter Raum; Flächen: 3130 Quadratmeter (Schulhaus), 890 Quadratmeter (Turnhalle)

  • Bauabschnitt 1:

    Neubau von sechs Klassenzimmern, drei Differenzierungs- beziehungsweise Lehrmittelräume. Die Räumlichkeiten dienen zugleich als Bindeglied zwischen dem Neubau und dem verbleibenden Bestand des Altbaus.

  • Klassenzimmer:

    Die Klassenzimmer entsprechen der DIN-Norm mit vorgeschriebenen 58 Quadratmetern Nutzfläche. Den Unterschied machen Details.

  • Öffnung für neue Unterrichtsformen:

    Neben den Standards erhalten die Klassenzimmer Sichtverbindungen zu den Fluren, festinstallierte Arbeitsplätze, zum Pult abklappbare Fensterbänke und große Sichtöffnungen zum Differenzierungsraum mit Sichtmöglichkeiten.

  • Die weiteren Bauabschnitte:

    Umbau und Verlegung des Treppenhauses, Neubau der Pausenhalle, Neubau der Turnhalle, Sanierung des Altbestandes, Erneuerung der Freianlagen mit Busbahnhof, Zu- und Abfahrt

  • Kostenprognose:

    Erweiterung und Generalsanierung 5, 8 Millionen Euro, Räume für die Ganztagsschule zwei Millionen Euro, Neubau einer Einfachturnhalle zwei Millionen Euro

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