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Dienstag, 21. November 2017 5

Heimatgeschichte

Neunburg erhält Eisenbahndenkmal

Der ehemalige Realschullehrer Johannes Wiemann stiftet ein Denkmal zur Erinnerung an die Geschichte der Eisenbahnstrecke.
Von Karl-Heinz Probst

  • Künstler Robert Weber erläutert am Modell Details des neuen Denkmals. Foto: Probst

Neunburg.Die Geschichte der Neunburger Lokalbahn wird zu wenig gewürdigt, meint Johannes Wiemann. Der frühere Lehrer an der Gregor-von-Scherr-Realschule und Eisenbahnexperte möchte dem abhelfen und hat deshalb nach der Herausgabe seines Buches „Bodenwöhr – Neunburg vorm Wald – Rötz. Eine Eisenbahnstrecke in der Oberpfalz“ nun auch ein Denkmal für die 1896 in Betrieb genommene Lokalbahn gestiftet. Rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum der ehemaligen Bahnstrecke Neunburg – Rötz.

1896 Eröffnung der Bahnstrecke

Am 2. August 1896 fuhr offiziell der erste Zug in den Neunburger Bahnhof ein. Der jahrelange Kampf der Pfalzgrafenstadt um den Anschluss an das moderne Verkehrsnetz war endlich von Erfolg gekrönt. Seit 1882 hatte sich der Magistrat immer wieder bei der bayerischen Regierung um den Bau einer Lokalbahn von Bodenwöhr nach Neunburg bemüht. Mit der Realisierung des Projektes erhoffte man sich den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt und seines Umlandes zu stoppen.

Nach einjähriger Bauzeit wurde die 10,67 Kilometer lange Strecke vom Bauunternehmen Friedrich Horn und Cie. mit einem Kostenaufwand von 651 213 Mark fertiggestellt

Seitdem die Würfel für den Bau der Lokalbahn Bodenwöhr–Neunburg gefallen waren, drängte die Nachbarstadt Rötz auf die Weiterführung der Linie nach Osten. Jedoch dauerte es fast noch 20 Jahre bis man am Ziel der Träume war. Drei Jahre währten die Bauarbeiten für die 17,837 Kilometer lange Trasse von Neunburg über Kröblitz, Murnthal, Frankenschleife, Eixendorf, Seebarn und Hillstett nach Rötz. Die Bauarbeiten führte die Firma Barczynski & Co. aus Berlin aus. Rund 1,8 Millionen Mark hatte das Projekt gekostet und war nach Ausbruch des Krieges nach einiger Verzögerung durch den Einsatz von Kriegsgefangenen am Bau fertiggestellt worden. Der Neunburger Bahnhof wurde damals um ein paar Meter verlegt (heute TÜV) und am Torweiher die Haltestelle Ostbahnhof eingerichtet. Mitten im Ersten Weltkrieg, am 7. August 1915, fuhr die erste Dampflok der Reihe D XI auf den Gleisen von Neunburg via Murnthal und Frankenschleife in die Nachbarstadt Rötz. Die Eröffnung fand wegen des Kriegszustandes ohne große Feierlichkeiten statt. Es gab Freibier und Freifahrten auf der neuen Strecke.

Auf Anregung von Heimatpfleger Theo Männer hat Wiemann den Auftrag für das Denkmal an Robert Weber aus Fischbach vergeben. Das Denkmal stellt eine Szenerie am ehemaligen Ostbahnhof mit Bahngebäude dar, einer Dampflok mit drei Waggons, dem Torweiher und Menschen im Alltag. Es handelt sich um einen Bronzeguss, der nach den Vorstellungen des Stifters vom Künstler Robert Weber ausgearbeitet und von der Firma Gugg aus Straubing im sogenannten Wachsausschmelzverfahren gegossen wurde.

Die rund 135 mal 70 Zentimeter große Bronzeplatte wird auf einem circa 80 Zentimeter hohen Granitsockel befestigt, den die Firma Seebauer aus Girnitz geliefert hat. Bearbeitet wurde der Stein von Steinmetzmeister Franz Birner aus Neunburg. An der Vorderseite des Steins ist eine Bronzetafel angebracht, die an die Existenz der Bahnstrecke Bodenwöhr – Neunburg – Rötz von 1896 bis 1996 erinnert sowie Infos über den Streckenverlauf mit den Haltestationen und den Namen des Stifters enthält. Für Fundament, Pflasterung und Beleuchtung sind die Stadtwerke verantwortlich. Der Standort wurde zwischen dem Wartehäuschen des ehemaligen Ostbahnhofs und der neuen Schwarzachtalhalle festgelegt. Das ist just auf der Trasse des alten Schienenstrangs.

Die Planung des Projektes lag in den Händen von Architekt Siegi Wild aus Furth im Wald. Heimatpfleger Theo Männer fungierte als Berater.

Enthüllung am 27. September

Die Enthüllung des Denkmals wird am Sonntag, 27. September, um 11.30 Uhr, durch Bürgermeister Martin Birner vorgenommen. Die Einweihung erfolgt durch Stadtpfarrer Stefan Wagner und Pfarrer Joachim Kendzia. Johannes Wiemann hält einen Kurzvortrag zum Jubiläum „100 Jahre Eisenbahnstrecke Neunburg vorm Wald – Rötz“ bzw. über die Gesamtstrecke Bodenwöhr – Neunburg v.W. – Rötz. Die Einweihungsfeier wird von der Neunburger Stadtkapelle umrahmt. Die Bevölkerung ist zur Feier willkommen.

Über 54 Jahre fuhren Personen- und Güterzüge von Bodenwöhr über Neunburg nach Rötz und retour bis die Deutsche Bundesbahn aus Rentabilitätsgründen den Gesamtverkehr zwischen Neunburg und Rötz sowie den Personenverkehr zwischen Bodenwöhr und Neunburg einstellte.

Das gleiche Schicksal traf zum 30. April 1995 dann auch den Güterverkehr zwischen Bodenwöhr und Neunburg.

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