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Montag, 5. Dezember 2016 2

Bildung

Tierisch: Ein Erzieher auf vier Pfoten

Der Hund hilft beim Lernen: Die Johanniter-Krabbelstube „Regentalkinder“ in Nittenau setzt auf „tiergestützte Pädagogik“.

Mit Hund Mandy schmusen ist nur ein Aspekt der „tiergestützten Pädagogik“.

Nittenau.Immer wenn die sechs Monate alte Labrador-Hündin „Mandy“ zu Besuch in der Johanniter-Krabbelstube „Regentalkinder“ ist, strahlen die Augen der Kleinen noch ein bisschen mehr. Die Kinder freuen sich jedes Mal wieder auf die inzwischen vertraute Vierbeinerin. Doch Mandy kommt nicht nur sporadisch zu Besuch, sondern ist Tier gewordene Realität des lange gehegten, durchdachten und nun umgesetzten tierpädagogischen Konzepts bei den „Regentalkindern“.

Das Team um Krabbelstubenleitung Nadine Potempa – die gleichzeitig Mandys Frauchen ist – hat sich schon lange vor dem ersten Treffen zwischen ihren Schützlingen und „Mandy“ mit dem Thema „tiergestützte Pädagogik“ befasst. Bald waren sich alle sicher, dass dies genau der richtige Förderschwerpunkt für die Krabbelstube sei. „Unser Ziel ist es, dass wir die Kinder so früh wie möglich mit der Natur und den Tieren vertraut machen“, sagt Potempa. „Früher waren Haustiere in Familien normal. Das ist heute anders, einfach, weil beide Eltern oft berufstätig sind und damit natürlich die Zeit für einen Hund fehlt. Jetzt können sich die Kleinen wenigstens in der Krabbelstube auf ein Tier freuen.“

Die tiergestützte Pädagogik bringt viele Vorteile für die Kinder. Zum einen hilft Mandy den „Regentalkindern“ dabei Verantwortungsbewusstsein, Rücksichtnahme und Sozialverhalten zu entwickeln. Die Angst vor Hunden wird bei den Kindern abgebaut bzw. entsteht im besten Fall erst gar nicht; außerdem bauen sie Vertrauen zum Tier auf. Zum anderen lernen sie respektvoll und auch nicht zu stürmisch mit Mandy umzugehen. „All das verinnerlichen die Kinder recht schnell und können das dann auch im Umgang mit anderen Tieren anwenden“, sagt Nadine Potempa. Und es kommt auch die körperliche Bewegung nicht zu kurz, wenn die Kleinen mit Mandy spielen.

Gerade aber der emotionale Umgang und Alltag mit Tieren spielt in der tiergestützten Pädagogik eine große Rolle. Die Kleinen genießen die Nähe und den Körperkontakt zu Mandy. Außerdem spendet sie Geborgenheit und Trost. „Manchmal beobachte ich die Kinder dabei, wie sie Mandy etwas erzählen, was sie gefreut oder geärgert hat“, lächelt Potempa.

Mandy ist zwar jeden Tag in der Krabbelstube dabei, aber nur rund ein Fünftel der Zeit bei den Kindern. Ab und zu müssen Kinder und Hund auch ein bisschen Abstand voneinander gewinnen. So bleibe sichergestellt, dass Mandys Besuche immer etwas Besonderes für die Jungen und Mädchen sind.

Mandy ist geimpft, gechipt und wird regelmäßig vom Tierarzt untersucht. Ihr kinderliebes Wesen und ihre langmütige Art wird Mandy auch demnächst offiziell im Rahmen eines Wesenstests bestätigt bekommen. Der ist nämlich Teil einer Ausbildung, die der Labradorhündin demnächst bevorsteht. Wenn Mandy ein Jahr alt ist, möchte Nadine Potempa sie bei den Johannitern zum „Hund im Therapieeinsatz“ ausbilden lassen. Dann kann sie schon bald nicht nur den Regentalkindern Freude bereiten, sondern auch Kindern in anderen Einrichtungen.

Weitere Informationen zur Johanniter-Krabbelstube „Regentalkinder“ gibt es unter Tel. (0 94 36) 9 03 77 13.

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