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Dienstag, 26. September 2017 17° 5

Geschichte

Viele Ideen für die Gedenkstättenarbeit

Schüler aus Oberviechtach entwickelten für das CeBB Schönsee eine Ausstellung, die sich mit dem KZ Flossenbürg beschäftigt.
Von Martin Hladik

Die Schülerinnen Anna-Marie Scheitinger und Anna-Lena Deml sprechen über ihren Besuch bei der Zeitzeugin Helga Feldner in Wien. Foto: Hladik

Schönsee.Ein aufwendige Gemeinschaftsarbeit von Schülern des Ortenburg Gymnasiums in Oberviechtach hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren mit der Geschichte des Konzentrationslagers Flossenbürg und den Böhmischen Außenlagern beschäftigt. Dabei ging es zwar auch um die Vermittlung der Fakten der „Vernichtung durch Arbeit“, gleichzeitig sollte ein Konzept entwickelt werden, wie andere Klassen sich mit Flossenbürg und seinen Außenlagern beschäftigen können. Die zugehörige Ausstellung ist seit dem Wochenende im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee zu sehen.

Ein zynischer Titel

Die Mehrzahl „Außenlager“ ist eigentlich nicht korrekt. Beschäftigt haben sich die Jugendlichen für ihr P-Seminar ausschließlich mit dem Lager in Theresienstadt (Terezin), das vom NS-Staat unter dem zynischen Titel „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ zu Propagandazwecken benutzt wurde. Zudem war das KZ Theresienstadt ein wichtiges Durchgangslager zu den großen Vernichtungslagern im Osten. Auf andere der fast zwei Dutzend böhmischen Außenlager waren die Schüler nicht eingegangen.

Dafür auf Lidice, den tschechischen Ort, in dem nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich die männliche Bevölkerung in einer Racheaktion von der deutschen Besatzungsmacht ermordet wurde. Die Frauen wurden ins KZ deportiert und die Kinder teilweise zur Adoption freigegeben. Lidice liegt nur wenige Kilometer entfernt von Prag, wo das Oberviechtacher Gymnasium eine langjährige Schulpartnerschaft mit der Obchodni Akademie hat. Diese Partnerschaft wurde 2015 mit dem Brückenbauerpreis belohnt.

Sie ging offen damit um

Eine der beeindruckendsten Arbeiten war das Gespräch zweier Schülerinnen mit der Zeitzeugin Helga Feldner in Wien. Feldner war mit Mutter und Schwester nach Theresienstadt deportiert worden. „Sie ist ziemlich offen damit umgegangen“, sagte eine der Schülerinnen. Den Kontakt hatten sie nach einem Bericht über Feldner im Wochenmagazin „Zeit“ hergestellt.

Ein Teil der Arbeit beschäftigte sich mit der pädagogischen Vorbereitung einer Mittelschulklasse auf einen Besuch in der Gedenkstätte Flossenbürg. In einem anderen Teil wird versucht, die Planungen für eine Klassenreise nach Theresienstadt so aufzubereiten, dass andere Klassen sich viele Arbeitsschritte ersparen.

Genau dafür dürfte die Ausstellung eine gute Anregung und Ideenquelle sein. Die Ausstellung in CeBB ist bis Mitte Februar zu sehen.

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