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Freizeit

Ein Hauch USA für das Pfingstvolksfest

Mit neuen Festleitern, einem Amerika-Tag und mehr Vielfalt soll das Schwandorfer Volksfest wieder attraktiver werden.
Von Reinhold Willfurth

Im Amtszimmer von OB Andreas Feller (Mitte) wurde der Vertrag unterzeichnet. Von links Sebastian und Josef Ebnet vom Festzeltbetrieb Böckl, Ordnungsamtsleiter Stefan Schamberger, Ulrike Sachs und Karl Uebelfu

Schwandorf. Eine Schaustellerfamilie aus Unterfranken soll wieder frischen Schwung in das Pfingstvolksfest bringen. Karl Uebel und Ehefrau Ulrike Sachs unterzeichneten kürzlich im Amtszimmer von Oberbürgermeister Andreas Feller den Vertrag als neue Festleiter. Gleichzeitig wurden die Festbetriebe Böckl, vertreten durch Josef und Sebastian Ebnet, wieder als Betreiber des Bierzelts bestätigt.

Die Firma Uebel und Sachs aus Niederwerrn bei Schweinfurt bringt reichlich Erfahrung im Schaustellergewerbe mit, auch aus der Oberpfalz: Seit über 20 Jahren organisiert sie für die US-Armee das Deutsch-Amerikanische Volksfest in Hohenfels. Aus dieser Erfahrung resultiert auch eine Neuerung, die sich das Schausteller-Ehepaar für Schwandorf ausgedacht hat: „Schwandorf meets USA“ soll das Motto am ersten Festsonntag am Anger lauten. Amerikanische Spezialitäten, US-Car- und Oldtimertreffen sowie Aktionen mit Line Dance oder Bullriding sollen sowohl einheimische als auch US-Familien aus den Standorten Hohenfels, Vilseck und Grafenwöhr auf den Festplatz locken.

Eröffnungsangebot und Flohmarkt

Neben attraktiven Fahrgeschäften – Uebel und Sachs betreiben selbst welche, darunter einen Autoscooter und die rasanten Karrussels „X-Flight“ und „Jumper“ – soll nach den Vorstellungen der Festleiter auch ein Waren- oder Flohmarkt, möglicherweise sogar am Abend, wieder mehr Gäste anlocken. Attraktiver soll das Fest auch durch ein Eröffnungsangebot am Freitag werden: Von 18 bis 19 Uhr kostet jeder Ritt auf einem Fahrgeschäft dann nur einen Euro. Der Kindertag mit halben Preisen am Mittwoch wird beibehalten. Mit einem anderen Aufbau und Ständen mit Spezialitäten sowie einer Pilsbar und eventuell einer Weinlaube soll die Vielfalt auf dem Festplatz gesteigert werden. Auch ein Café soll es geben, kündigte Karl Uebel an. Worin das Spezialitätenangebot besteht, wollte Ulrike Sachs auf Nachfrage nicht preisgeben. „Wer das wissen will, muss zum Volksfest kommen“, lautete die knappe Antwort der Schaustellerin.

Hohe Preise bei mäßiger Attraktivität war einer von mehreren Kritikpunkten beim Pfingstvolksfest, der sich vor allem nach dem letzten Fest in bissigen Kommentaren in sozialen Medien entladen hatte.

Schafkopfen und Boxen im Festzelt

Den Betrieb des Festzeltes hat der Hauptausschuss der Stadt ebenfalls in nichtöffentlicher Sitzung wieder an Festwirt Böckl vergeben, der schon auf den Volksfesten in Bad Mergentheim und in Hohenfels mit Uebel und Sachs zusammenarbeitet. Böckls Vertreter Josef Ebnet erläuterte die Novitäten seines Betriebs für das nächste Pfingstvolksfest. So soll wieder ein „Tag der Betriebe, Vereine und Behörden“ am zweiten Fest-Freitag eingeführt werden mit „speziellen Preisen“ und Rücknahme übriggebliebener Bons. Ein Schafkopfturnier mit Weißwurstfrühstück soll das Festzelt wieder attraktiver machen. Auch an eine Wiederaufnahme des Boxturniers sei gedacht.

OB Feller, der sich im Vorfeld für größtmögliche Öffentlichkeit und eine „breite Diskussion“ ausgesprochen hatte, begründete die Entscheidung hinter verschlossenen Türen damit, dass es dabei auch um persönliche Dinge sowie „ums Geld“ gegangen sei. „Und das breitet man in der Öffentlichkeit nicht aus“, so Feller.

Das Prozedere

  • Ausschreibung:

    Die Stadt als Veranstalter hatte den Vertrag für das Pfingstvolksfest für eine Laufzeit von drei Jahren bis 2019 neu ausgeschrieben, die Ausschreibung wurde veröffentlicht in der örtlichen Presse und in der Schausteller-Fachzeitschrift „Komet“. Der Hauptausschuss der Stadt nahm jeweils zwei Bewerber für die Festleitung und den Festzeltbetrieb unter die Lupe. Für letzteren bewarb sich neben der Firma Böckl auch noch ein anderer Festwirt aus der Region.

  • Entscheidung:

    Die Bewerbung der Firma Uebel und Sachs aus Niederwerrn bei Schweinfurt erhielt laut Ordnungsamt den Vorzug, weil „sein Konzept neben einem attraktiven Fuhrpark auch einige Neuerungen enthält, die aus Sicht der Stadt das Pfingstvolksfest deutlich beleben können“. Die Firma Böckl erhielt den Zuschlag, weil sie das „bessere Gesamtangebot“ vorgelegt habe. Bis 2016 ist der Augsburger Schausteller Edmund Diebold als Festleiter aufgetreten. (fu)

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