mz_logo

Gemeinden
Montag, 29. Mai 2017 26° 1

Ausflug

Erinnerung an die Verbrechen wach halten

Zeichen gegen Intoleranz: Die Konfirmanden der evangelischen Kirche Schwandorf besuchten die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Diakon Jürgen Weich sowie Pfarrer Arne Langbein führten in das Thema ein. Foto: sev

Schwandorf.Es ist nicht nur der eisige Wind, der die fast 50 jungen Leute an diesem Februar-Samstag in Flossenbürg erschauern lässt. Von der Anhöhe aus blicken sie über das „Tal des Todes“ nur aus der Ferne ist das Krematorium zu sehen. Zum dritten Mal schon nahmen an der jährlichen Fahrt der Konfirmanden der evangelischen Kirche Schwandorf auch die Konfirmanden aus Nabburg und Pfreimd teil. Diakon Jürgen Weich sowie Pfarrer Arne Langbein hatten mit ihrem Team in die zehn Gebote und die daraus folgende Verantwortung von Christen für Frieden und Gerechtigkeit eingeführt. „In Flossenbürg werden wir heute hautnah miterleben, was passiert, wenn Menschen die guten Regeln Gottes mit Füssen treten“, sagte Diakon Jürgen Weich. Ziel der folgenden Fahrt zur KZ-Gedenkstätte war dabei nicht nur eine kurzzeitige Betroffenheit zu erzeugen, sondern vielmehr, die Erinnerung an eine schlimme Vergangenheit wach zu halten und auch das aktuelle Verhältnis der Jugendlichen zu Gewalt und neonazistischem Gedankengut kritisch zu beleuchten. Nicht zuletzt dank der fachkundigen Führung durch die Gedenkstättenmitarbeiter gelang dies auch sehr überzeugend. Das winterliche Wetter auf dem Areal des ehemaligen Appellplatzes ließ einen auch körperlich ahnen, welch unglaubliche Grausamkeiten hier vor 70 Jahren verübt wurden.

Das bekannte Lied „Von guten Mächten“, basierend auf einem Gedicht des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffers, zog sich wie ein roter Faden durch den Tag. In der Kirche auf dem Areal gestaltete die Gruppe einen spirituellen Abschluss ihres Besuches. „Jesus Christus ist ganz nah bei denen, die unter der Gewalt und der Macht anderer leiden!“ rief Weich den Jugendlichen zu. „Unsere Chance ist es, zu erkennen, wofür es sich lohnt, sich einzusetzen – und das dann auch zu tun.“ Und das wollten die Kursleiter und ihre Mitarbeiter als Mahnung zu beständiger Wachsamkeit gegenüber Gewalt und Intoleranz heute verstanden wissen: „In wenigen Jahren werden auch die letzten Überlebenden des KZ Flossenbürg verstorben sein. Dann braucht es eure Stimmen, um deutlich und laut zu sagen: So etwas darf nie mehr geschehen!“ (sev)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht