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Gemeinden
Dienstag, 21. November 2017 7

Reformationstag

Erst einmal Christenmensch sein

Pfarrer Arne Langbein erläuterte in der Schwandorfer Erlöserkirche Luthers Verständnis vom richtigen Handeln eines Christen.

Braucht es ein Etikett, um zu erkennen, was drin ist? Die Frage von Pfarrer Arne Langbein bezog sich auf die christliche Gemeinde, aber auch auf das etikettenfreie Luther-Bier, von dem er eine Flasche mitgebracht hatte. Foto: sev

Schwandorf.Luther und sein Verständnis vom „Christenmenschen“ standen im Mittelpunkt der Reformationsgottesdienste in den evangelischen Kirchen der Region. Und die Musik aus Luthers Feder, denn auch das war ein Novum der Protestanten, dass sie den Lobpreis Gottes in Form von Kirchenliedern ausdrückten, die die Gläubigen mitsingen konnten. In Schwandorf haben sich darauf der Kirchenchor unter Leitung von Willi Stöhr und die Organistin Margarita Wiegleb vorbereitet, die als Eingangsstück eine moderne Version des Klassikers „Eine feste Burg ist unser Gott“ intonierte.

Das Reformationsfest wird von evangelischen Christen in Deutschland am 31. Oktober im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert. Der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther soll am Abend vor Allerheiligen 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen in lateinischer Sprache zu Ablass und Buße angeschlagen haben, um eine akademische Disputation herbeizuführen. Damit leitete er die Reformation der Kirche ein. Im Kern bestritt er die herrschende Ansicht, dass eine Erlösung von der Sünde durch einen Ablass in Form einer Geldzahlung möglich sei. Dies sei schon durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz geschehen.

Nachdem Pfarrer Arne Langbein die wichtigsten Stationen auf dem Weg zur Reformation zitiert hatte, wandte er sich Luthers Verständnis vom richtigen Handeln eines Christen zu. Er las dabei aus Luthers „Kleinem Katechismus“ die zehn Gebote vor. „Für Luther ist es dabei wichtig, dass man nicht nur etwas lässt, sondern auch etwas tut“, sagte er. Wer sich bis dahin gewundert hatte, was das Stillleben auf dem Altar bedeutet, wurde von Langbein aufgeklärt: „Dieses Buch ist die ganz frische Ausgabe der Luther-Bibel, die es auch als kostenloses App für das Smartphone gibt; das Bier kommt aus Dänemark und ist ein Luther-Bier, auch wenn es kein Etikett hat; und der Keks hat die Form von Luthers Kopf.“ Das führte den Pfarrer zu der grundlegenden Frage, „ob es drauf stehen muss oder ob man es auch so erkennen kann, was lutherische Tradition ist“. Seine Antwort war auch sein Wunsch: „Wir sollten erst einmal Christenmenschen sein, auch ohne Etikett.“

Wie die evangelischen Christen weltweit bereiten sich auch die Protestanten im Dekanat Sulzbach-Rosenberg die nächsten zwölf Monate auf das Reformationsjubiläum 2017 vor, für das zahlreiche Veranstaltungen geplant sind. Den Auftakt machte vor wenigen Tagen ein Vortrag des Publizisten Christian Nürnberger in der Amberger Paulanerkirche. Der erste Festakt folgt am 8. November, denn im Dekanat feiert man auch dessen 450-jähriges Bestehen. Es gibt eine Feier mit einem Grußwort von Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss in der Christuskirche Sulzbach-Rosenberg.

Eine Besonderheit bietet sich auch in Schwandorf. Auf Einladung des Evangelischen Bildungswerks und des Lions-Club Schwandorf spricht Dr. Eugen Drewermann am 21. März 2017 in der Spitalkirche zum Thema „500 Jahre nach der Reformation – Mit Luther von Gott reden“. (sev)

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