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Probleme

Fischotter gefährdet Existenzen

Die Oberpfälzer Teichwirte sind in Sorge: Fischotter, Kormoran und Biber verursachen enorme Schäden.

Teichwirt Hans Klupp kämpft für bessere Bedingungen. Foto: xih

Schwandorf.Das Produkt ist nachgefragt, die Qualität bestens und der Preis zufriedenstellend. „Uns ginge es so richtig gut“, sagt der Vorsitzende des Fischerzeugerrings Oberpfalz, Hans Klupp, „wenn da nicht der Biber, der Otter, der Kormoran und der Silberreiher wären“. Sie fressen die Teiche leer und verursachen enormen wirtschaftlichen Schaden.

Hans Klupp aus Plößberg versteht die Teichwirte, „wenn sie frustriert sind und gar nicht mehr kommen zu unseren Informationsveranstaltungen“. Am Mittwoch zumindest waren die Reihen im Tierzuchtzentrum lichter besetzt als gewöhnlich. Denjenigen, die da waren, versprach der Vorsitzende des Fischerzeugerrings: „Wir kämpfen auf allen Ebenen um bessere Rahmenbedingungen“.

Den Fischerzeugern sind aber die Hände gebunden. „Sie dürfen den Fischotter nicht einmal vergrämen“, sagt Fischotterberater Alexander Horn. Der Wassermarder sei strengstens geschützt. Zusammen mit Peter Ertl ist er für die Umsetzung des Fischottermanagements in der Oberpfalz zuständig. Bis 31. März sollen die Teichwirte Schäden melden, die ihnen entstanden sind. Zur Behebung stellt der Freistaat 100 000 Euro für ganz Bayern bereit. „Da bleibt für den Einzelnen nicht viel übrig“, so Peter Ertl.

„Da bleibt für den Einzelnen nicht viel übrig.“

Peter Ertl

Unter den aktuellen Bedingungen sei für die Berater „keine Lösung in Sicht“. Der Fischotter könne sich ungehindert ausbreiten und habe einen Tagesbedarf von einem Kilogramm Fisch. Für Alexander Horn könne der Fischotter zum „Sargnagel“ für die Teichwirte werden.

Auch Ringberater Alexander Schiener bestätigt: „Die Fischräuber verursachen große wirtschaftliche Schäden bis hin zu Totalausfällen“. Für die übrigen Karpfen konnten die Erzeuger nicht den Preis erzielen, der für den Schadensausgleich notwendig gewesen wäre. Die Forellen-Züchter verzeichneten hohe Verluste durch „Abschwemmungen in Gewässernähe“. Den Gesundheitszustand der Fische bezeichnet der Ringberater als „sehr gut“. Dr. Martin Oberle vom Institut für Fischerei an der Landesanstalt für Landwirtschaft kündigte für die Oberpfalz ein Netzwerk von Kormoran-Beratern aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern an. (xih)

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