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Verkehr

Zwei Monate Baustelle auf der A93

Am 13. September beginnen die Bauarbeiten auf der A 93. Die Autobahn ist dann zwischen Nabburg und Schwarzenfeld gesperrt.
Von Elisabeth Hirzinger

Im Herbst 2017 lässt die Autobahndirektion Nordbayern auch den Abschnitt südlich von Schwarzenfeld sanieren. Archivfoto: Willfurth

Schwarzenfeld.Die wechselnden Baustellen auf der A 93 zwischen Schwarzenfeld und Nabburg sind für viele Pendler ein Ärgernis – und für viele Anwohner ein Grund zur Freude. Während Auto- und Lkw-Fahrer sich im Stau schwarzärgern, sehen die Bewohner von Nabburg, Schwarzenfeld und Wölsendorf die Bauarbeiten mit Wohlgefallen. Was beide Parteien eint, ist der Wunsch, dass die Bauarbeiten bald beendet sind. Für die einen bedeutet das endlich freie Fahrt auf der A 93, für die anderen endlich weniger Lärm.

Die Lärmschutzmaßnahmen haben auf der Autobahn A 93 2014 im Bereich Pfreimd begonnen und dauerten bis 2015. Heuer im Frühjahr rückte dann der Autobahnabschnitt zwischen Schwarzenfeld und Nabburg in den Fokus der Autobahndirektion Nordbayern. Auf dem maroden Teilstück aus den 70er Jahren wurde in Fahrtrichtung Nabburg auf einer Länge von 3,7 Kilometern die Decke saniert. Zweieinhalb Kilometer vor Nabburg war dann Schluss.

Die Firmen, die die Baustellen einrichten sollten, waren überlastet, so dass das Projekt ruhte. Und damit auch die nächste Baumaßnahme, die Fahrbahnerneuerung auf der Gegenfahrbahn, die in den Sommerferien geplant war.

Firmen waren alle ausgebucht

Gerne hätte die Autobahndirektion die verkehrsarme Ferienzeit für die Baumaßnahme genutzt, sagt der zuständige Projektleiter Andreas Eisgruber. Doch wegen der vielen gleichzeitig laufenden Autobahnprojekte, erklärt er im Gespräch mit der MZ, seien alle Firmen, die die Verkehrssicherung übernehmen hätten können, ausgebucht gewesen.

„Macht aber nix“, meint Eisgruber, „der Lärmschutz kommt trotzdem“ – mit ein bisschen zeitlicher Verzögerung. Statt am 1. August wird die Baustelle von Nabburg Richtung Süden nächste Woche eingerichtet. Alles andere, die restlichen 2,5 Kilometer bis Nabburg und rund 1,2 Kilometer nach der Anschlussstelle Schwarzenfeld Richtung Schwandorf, wurden ins nächste Jahr verschoben.

Die Arbeiten an der A93 beginnen am 13. September:

Noch in dieser Woche werden Infotafeln aufgestellt und alle vorbereitenden Maßnahmen für die Fahrbahnsanierung Richtung Süden getroffen. Ab Dienstag, 13. September, wird laut Eisgruber die neue Verkehrsführung eingerichtet. Ab 19. September wird dann der Verkehr ab Nabburg auf die Fahrbahn Richtung Hof umgelenkt.

Zwei Monate lang heißt es dann für die Pendler, sich in Geduld zu üben. Der Projektleiter rechnet damit, dass der Verkehr erst Mitte November wieder über die Autobahn zwischen Nabburg und Schwarzenfeld rollen wird – aber dann deutlich leiser als bisher. Dafür soll eine moderne Bitumenmischung sorgen, die „hohlraumreicher“ ist und eine andere Oberflächenstruktur hat.

Für die Runderneuerung der Fahrbahn wurde es allerhöchste Zeit, denn auf der Strecke zwischen Nabburg und Schwarzenfeld wurden die Lärm-Grenzwerte von 67 Dezibel bei Tag und 57 Dezibel bei Nacht bisher regelmäßig überschritten – was kein Wunder ist bei einer Verkehrsbelastung von durchschnittlich 35.000 Fahrzeugen, die hier täglich über die Autobahn donnern. Das ist wohlgemerkt der Stand von 2010. Die aktuellen, 2015 gemessenen Werte sind noch gar nicht ausgewertet, erklärt Projektleiter Andreas Eisgruber auf unsere Nachfrage.

Der neue Belag ist, das betont Eisgruber, kein sogenannter „Flüsterasphalt“. So einen Straßenbelag, der größere Gesteinskörner und weniger Bitumen enthält, so dass kleine Hohlräume entstehen, verwende man nur dort, wo man mit „normalen Lärmschutzmaßnahmen nicht mehr klarkomme. Flüsterasphalt sei außerdem viel teuerer und müsse alle zehn Jahre erneuert werden.

Lärmpegel um 4 Dezibel gesenkt

Immerhin gelinge es, mit der zwischen Nabburg und Schwarzenfeld verwendeten Mischung, den Lärmpegel um vier Dezibel zu drücken und damit die Grenzwerte zu unterschreiten, sagt Andreas Eisgruber. Er verweist auf Untersuchungen, wonach der Mensch drei Dezibel weniger so wahrnehme, als hätte sich der Verkehr halbiert. Was natürlich nicht der Fall sei. „Es wird nicht halb so laut sein, aber es wird merklich leiser werden“, erklärt der Projektleiter, der sich von den Baumaßnahmen eine spürbare Entlastung für die lärmgeplagten Anwohner erwartet.

Und damit ist es noch nicht genug. Die Autobahndirektion Nordbayern will die Deckensanierung 2017 weiter fortsetzen irgendwann bis in den südlichen Landkreis. Aber dafür gibt es noch kein Konzept.

Im Süden des Landkreises wird im Übrigen aktuell auch gebaut, und zwar an den Anschlussstellen Ponholz, die noch bis 10. September gesperrt sind.

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Die Baustellen

  • Ziel der Baumaßnahmen:

    Die „Erhaltungsmaßnahmen mit lärmoptimierten Belägen“ sollen vor allem zu einer Reduzierung der Lärmbelastung entlang der Autobahn führen. .

  • Durchkreuzte Pläne:

    Wegen Überlastung der Firmen, die Baustellen sichern, konnte die ursprünglich für August vorgesehene Bauzeit nicht eingehalten werden.

  • Der Domino-Effekt:

    Nachdem die Fahrbahnerneuerung zwischen Nabburg und Schwarzenfeld in Fahrtrichtung Regensburg in den Herbst verschoben werden musste, hat sich der Zeitplan insgesamt geändert. So kann die Erneuerung der Deckschicht 2016 nicht mehr komplett umgesetzt werden. Die Maßnahme wurde in zwei Bauabschnitte aufgeteilt.

  • Der Zeitplan:

    Bereits im Frühjahr 2016 erfolgte die Sanierung in Richtung Norden auf einer Länge von 3,7 Kilometern. Kosten: eine Million Euro. Die restliche Strecke bis Nabburg mit einer Länge von 2,5 Kilometern und Kosten in Höhe von 700 000 Euro wird im Frühjahr 2017 erneuert. Vom 13. September bis 11. November wird der erste Bauabschnitt der Fahrbahnsanierung zwischen Nabburg und Schwarzenfeld auf einer Länge von 3,7 Kilometern (Kosten: 3,7 Millionen Euro) realisiert. Der zweite Abschnitt, die verbleibenden 1,2 Kilometer nach Schwarzenfeld Richtung Süden (Kostenpunkt eine Million Euro) wurden ebenfalls ins nächste Jahr verschoben.

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