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Verkehr

A93: Reisebus geht in Flammen auf

Ein Bus mit 24 Insassen aus Tschechien fängt am Sonntagabend auf der Autobahn bei Teublitz Feuer. Verletzt wird niemand.
Von André Baumgarten und Kristina Hartung

  • Der brennende Reisebus rief ein Großaufgebot an Einsatzkräften auf den Plan. Foto: Baumgarten
  • Das Feuer war während der Fahrt im Heck des Fahrzeugs ausgebrochen. Foto: Baumgarten
  • Mit Hilfe des GW (Gerätewagen) „Versorgung“ der Johanniter wurde die Reisegruppe in Teublitz verpflegt. Foto: Baumgarten

Teublitz.Am Sonntagabend ist auf der A 93 bei Teublitz ein Reisebus in Brand geraten. Die 24 Insassen aus dem Norden Tschechiens, nahe der Stadt Liberec, die sich auf dem Heimweg aus dem Skiurlaub im Zillertal befanden, konnten sich alle unverletzt in Sicherheit bringen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften wurde gegen 19.45 Uhr alarmiert. Die Autobahn war zunächst in Fahrtrichtung Hof/Weiden vollständig gesperrt und wurde gegen 21 Uhr dann halbseitig wieder geöffnet. Die Bergung des ausgebrannten Reisebusses dauerte am Abend an. Gegen Mitternacht konnte die Autobahn wieder freigegeben werden.

Wie die Polizei der MZ am Einsatzort mitteilte, hatten die Reisenden während der Fahrt plötzlich Rauch im hinteren linken Bereich des Busses bemerkt. Als der Busfahrer das Fahrzeug direkt auf der Ausfahrt zur Anschlussstelle Teublitz zum Stehen brachte, seien laut der Augenzeugenbericht bereits Flammen aus dem Heck geschlagen. Bis zum Eintreffen der Feuerwehren brannte der Reisebus bereits lichterloh. Die Skifahrer hatten sich selbst in Sicherheit gebracht und in Gruppen auf dem Randstreifen neben der A 93 versammelt.

Nachdem die Flammen unter Kontrolle waren, sicherten die Einsatzkräfte das Gepäck. Foto: Baumgarten

Laut Einsatzleiter Florian Kiener, Kommandant bei der Feuerwehr in Ponholz, waren die Feuerwehren aus Regenstauf, Ponholz und Teublitz mit rund 100 Einsatzkräften auf der Autobahn im Einsatz. Sie löschten nach ihrem Eintreffen den Brand mit Löschschaum, regelten den Verkehr und sicherten zudem das Gepäck. Auch eine Stunde nach dem Alarm waren die Feuerwehrkräfte noch mit Nachlöscharbeiten am und im Bus beschäftigt. Die Insassen wurden in einem Pendelverkehr mit Mehrzweckfahrzeugen ins Feuerwehrgerätehaus nach Teublitz gebracht.

Während der Bergung war die A 93 in Fahrtrichtung Hof gesperrt. Video: Baumgarten

Die Reisenden aus Tschechien wurden von den Einsatzkräften des BRK und der Johanniter versorgt. Eine Frau erlitt dort – vermutlich wegen der Aufregung – einen Schwächeanfall und musste medizinisch versorgt werden. 34 Helfer der BRK-Bereitschaften aus Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof sowie der Johanniter aus Schwandorf und Schwarzenfeld versorgten die Reisegruppe mit Suppe und Getränken. Erstmals seit der Inbetriebnahme vor vier Wochen kam dabei der GW (Gerätewagen) „Versorgung“ des Johanniter-Regionalverbandes zum Einsatz, wie Joachim Seeliger, Einsatzleiter des Rettungsdienstes, mitteilte. Auch Mitglieder des Kriseninterventionsteams waren zur Betreuung vor Ort.

Einsatz in Zahlen und Fakten

  • Alarmierung:

    Aktive der Feuerwehren aus Regenstauf, Ponholz und Teublitz waren am Ostersonntag auf der Autobahn mit rund 100 Ehrenamtlichen im Einsatz. Zudem sicherte ein BRK-Rettungswagen die Löscharbeiten ab.

  • Betreuung:

    Die tschechischen Skifahrer wurden in einem Pendelverkehr von der Feuerwehr ins Teublitzer Gerätehaus gebracht und dort von Helfern des BRK und der Johanniter mit Getränken und Gulaschsuppe vorsorgt.

  • Premiere:

    Seinen allerersten Einsatz hatte der GW „Versorgung“ (Gerätewagen) nach dem Busbrand auf der A 93. In ganz Bayern gibt es zwei dieser Fahrzeuge, mit denen bis zu 200 Personen völlig autark versorgt werden können.

  • Ausstattung:

    Das Spezialfahrzeug der Johanniter verfügt über eine Küche und kann mobil an jedem Ort Hilfsbedürftige oder auch Einsatzkräfte mit Essen und Getränke versorgen – von Babynahrung bis zu Tee und Kaffee. (ba)

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr transportierten das Gepäck nach Teublitz. Foto: Baumgarten

Für die Tschechen sollte die Reise noch am Abend mit einem Ersatzbus weitergehen. Der Busfahrer und die Reiseleiterin hatten das noch während der Löscharbeiten organisiert und kümmerten sich mit Hilfe der Ehrenamtlichen der Feuerwehr auch um den Transport des Gepäcks zum Teublitzer Feuerwehrhaus. Zwei Mitgliedern der Reisegruppe dauerte das Warten offenbar zu lange: Wie die Polizei der MZ mitteilte, stoppten die jungen Männer nahe der Autobahnausfahrt kurzerhand ein Fahrzeug aus Tschechien und ließen sich per Anhalter weitertransportieren.

Bei dem Feuer entstand laut den Angaben der Autobahnpolizei in Schwandorf ein Schaden von rund 100 000 Euro. Nach den bisherigen Erkenntnissen kam es an der Hinterachse zu einem technischen Defekt am Zwillingsreifen.Die daraus resultierende enorme Hitzeentwicklung führte zum Brandausbruch im Heckbereich des Reisebusses. Durch den Rettungseinsatz auf der A 93 bildete sich ein mehrere Kilometer langer Rückstau bis zur Anschlussstelle Ponholz zurück.

Die BRK-Bereitschaft Maxhütte-Haidhof hat auf Facebook ein Bild vom Einsatz gepostet, das die Flammen sehr anschaulich zeigt:

Weitere Polizeimeldungen aus Schwandorf lesen Sie hier.

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