mz_logo

Mein Verein
Sonntag, 22. Oktober 2017 11° 7

Vereine

Aktiv werden statt Scheckbuch zücken

Benefiz- sowie Geselligkeitsvereine gibt es viele. „Round Table“ führt beides zusammen. Heraus kommt eine dynamische Mischung.
Von Julia Schnorrer

Am 12. Mai kann jeder ein paar Runden für den VKKK auf der Wasserski-Anlage von „Wild Wake & Ski“ am Steinberger See drehen. Der Verein „Round Table“ freut sich auf die Gäste! Foto: RT

Schwandorf. Mit den sommerlichen Temperaturen füllt sich auch die Wasserski-Anlage am Steinberger See wieder mit Leben. Am 12. Mai steht jedoch ab 16 Uhr etwas Besonderes an: der 6. Schwandorfer Wasserskilauf. Die Ausrüstung wird komplett gestellt, allein pro angefangener Runde wird ein Euro fällig – und der kommt dann auch noch dem Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder (VKKK) zugute. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen, ab 18 Uhr wird der Grill befeuert und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) übernimmt die Kinderbetreuung.

Kontakte aufbauen und Gutes tun

Spaß haben und gleichzeitig Menschen helfen, das ist das Ziel der Organisatoren vom Verein „Round Table“ (RT). „Am Ende zählt nicht die Spendensumme, sondern der Spaß“, erklärt Präsident Jochen Glamsch. Es komme auf „Manpower“ an, darauf, dass die Mitglieder sich „aktiv ins Tischleben einbringen“, Ideen realisieren und nebenbei Kontakte zu Gleichaltrigen aufbauen sowie Gutes tun – wenngleich keine Unsummen bewegt werden. „Wir sind ein Verein junger Männer“, sagen Glamsch und sein Vizepräsident Michael Mieschala. Die Idee entstammt übrigens dem Clubleben Englands des 19. Jahrhunderts.

Inzwischen sind sie im 21. Jahrhundert angekommen: In Schwandorf sind es 16 Männer bis 40 Jahre, die sich bei zweiwöchentlichen Meetings austauschen, Vorträge über ihren Beruf (vom Notar bis zum Maler) oder ihre Hobbys halten und durch Serviceprojekte andere unterstützen. Denn bei RT zählt nicht das Scheckbuch: Beim Entenrennen in Amberg, so erzählen Glamsch und Mieschala, haben sie Scampi gegrillt und waren mitsamt den Familien von 9 bis 20 Uhr dort, für „eine vermutlich lächerliche Summe“, so Glamsch. Aber riesige Spendenbeträge sind auch nicht ihr Ziel.

„Wir versuchen, die Vereine, die wir unterstützen, auch dauerhaft zu unterstützen“, betont Michael Mieschala. Seit vier Jahren helfen sie dem VKKK; die Tafel und die Spielstube Schwandorf erhalten ebenfalls jährlich etwas. Dabei wird immer hinterfragt, ob das Engagement auch ankommt. Der Schülerbibliothek im Haus des Guten Hirten spendete RT beispielsweise keine Bücher, sondern zwei Zweijahresabonnements für Wissensmagazine. An einer weiteren Schule veranstalten sie Gewaltpräventionsprogramme. Hinzu kommt das Nationale Serviceprojekt von RT Deutschland, das in diesem Jahr „Schmetterlingskinder“ in den Fokus rückt. „Die Kinder haben eine schlimme Hautkrankheit“, erklärt Jochen Glamsch, und da es „nur“ 3000 Betroffene im Land gibt, werden sie oft übergangen. In der Region hilft RT der Familie eines betroffenen Kindes – nicht mit Unsummen, sondern mit „Manpower“ bei Bauarbeiten oder einfach nur beim Spielen mit dem Kind. „Die Familie war glücklich, weil sie das Gefühl hatte, sie ist nicht allein!“

Im Verein gilt das „Du“

RT ist zudem ein internationales Netzwerk: Wer umzieht, egal ob innerhalb Deutschlands oder ins Ausland, findet bei RT vor Ort gleich Anschluss. Meist wohnt man bei Mitgliedern und der Tisch organisiert Führungen und Veranstaltungen. „Da lässt sich kein Tisch lumpen“, sagt Michael Mieschala und lacht. Die Atmosphäre stimmt jedenfalls immer: RT ist überparteilich und „bei uns gibt es kein Sie“, betont Glamsch. Zwar ist RT ein Verein junger Männer, „aber die Frauen sind viel dabei“, betont Glamsch. Wie er und Mieschala erzählen, haben die Frauen der Tabler sogar ihr eigenes monatliches Treffen. „Das haben wir gar nicht so sehr mitbekommen!“ Das hat natürlich den Vorteil, dass bei großen Events jeder jeden kennt und die Gemeinschaft stimmt. „Jetzt läuft es einfach super“, bestätigt Mieschala, und Präsident Glamsch kann nur zustimmen. „Es macht irrsinnig viel Spaß!“

Wer nun findet, dass der Verein interessant klingt, und wer – ganz wichtig – aktiv mit anpacken möchte, kann sich beim Präsidium melden (Kontakt über die Homepage). Als Aspirant darf er sich RT ansehen, und wenn sich Aspirant und Verein wohlfühlen, steht einer Mitgliedschaft nichts im Wege!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht