Straubing - Nachrichten 15.06.2012, 18:38 Uhr

Team betreut verwirrte Senioren

Das BRK hat eine Fachstelle für Demenzkranke mit Sitz im Rot-Kreuz-Zentrum an der Siemensstraße in Straubing eingerichtet und bietet ab sofort Hilfe an.

Straubing. Der BRK-Kreisverband Straubing-Bogen stellte die neue Fachstelle für Demenzkranke mit Sitz im Rot-Kreuz-Zentrum an der Siemensstraße vor. Leiterin Maria Preis und der Chef der Rot-Kreuz-Sozialarbeit haben die neue Fachstelle vorgestellt.

„Als Wohlfahrtsverband sind wir gehalten, auf Entwicklungen zu reagieren“, sagte BRK -Kreisvorsitzender Herbert Ettengruber bei der Eröffnung. Die Entwicklung ist eindeutig: Gut eine Million Demenzkranke gibt es derzeit in Deutschland, im Jahr 2050 werden es doppelt so viele sein. BRK-Chefarzt Markus Metzger, Oberarzt im Klinikum Deggendorf, erklärte Gründe und Hintergründe. Die Gesellschaft wird älter, es gibt Risikofaktoren wie genetische Disposition und Risikofaktoren wie Alkohol, Nikotin oder Übergewicht.

Demenz beginnt, wenn sich krankhafte Eiweiße im Gehirn ablagern und Nervenzellen absterben lassen. Dann schrumpft das Gehirn, sein Leistungsvermögen lässt nach. „Man weiß, was zugrunde liegt, aber heilen kann man es nicht“, sagte Dr. Metzger. Alzheimer ist die Hauptform, in der die Demenz auftritt. 50 bis 60 Prozent aller Demenzkranken haben Alzheimer.

Die neue Fachstelle will vor allem praktische Hilfe leisten. Sie bietet zunächst individuelle Betreuung einzelner Patienten zu Hause an. In Planung sind außerdem Gruppenangebote wie Ausflüge oder Cafebesuche. Ziel ist es, Demenzkranke so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu lassen. „Wir wollen“, sagte Fachstellenleiterin Maria Preis, „dass die Patienten ihren Lebensabend so lange wie möglich zu Hause verbringen.“

Dafür steht ein siebenköpfiges Team zur Verfügung. Neben Maria Preis sind Betreuungshilfen, eine Altenpflegerin und eine hauswirtschaftliche Kraft sowie zwei gerontopsychiatrische Fachkräfte im Team. Sie wollen Kranken und Angehörigen nicht nur beratend zur Seite stehen, sondern können durch Übernahme von Arbeiten insbesondere Angehörige entlasten. Die Betreuungszeit liegt in der Regel zwischen 6 und 20 Uhr. Die Fachstelle können Pflegebedürftige der Stufen I bis III in Anspruch nehmen, aber auch weniger stark Pflegebedürftige, falls der Medizinische Dienst der Krankenversicherungsträger eine entsprechende Bescheinigung ausstellt.

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