Reise & Freizeit 27.03.2012, 12:13 Uhr

Den Frühling in Sizilien erleben

Die italienische Insel ist geprägt von Lavaströmen des Ätna und der zauberhaften Küste. Gerade im Frühjahr ist Sizilien eine Reise wert.


        Von Taormina aus sieht man den Ätna ganz gut. Sizilien ist eine Insel mit starken Kontrasten. Foto: Wolfgang Thieme

Von Taormina aus sieht man den Ätna ganz gut. Sizilien ist eine Insel mit starken Kontrasten. Foto: Wolfgang Thieme

„Vorsicht, Glatteis!“, warnt ein Schild. Das kann nur ein Spaßvogel aufgestellt haben, beruhigt sich der Tourist im Osten Siziliens, der sein Leihauto tausende von Metern aufwärts quält, um dem Ätna einmal so nah wie möglich zu kommen. Doch die Warnschilder tauchen vor jeder höher gelegenen Serpentine, jeder steilen Kurve auf. Tatsächlich haben sie von Dezember bis März oder April ihre Berechtigung.

Taormina. Schnee und Eis verwandeln nach dem langen Sommer die höher gelegenen Gebiete in ein einziges Wintermärchen, das die Passagiere vorbeiziehender Schiffe mit reinem Weiß und strahlendem Glitzern betört. In zwei Skigebieten befördern mehrere Schlepplifte Anfänger und Profis auf Pisten, auf denen Skifahrer bis zu 1500 Meter hinabsausen können. Währenddessen feiert das nur 30 Kilometer entfernte Taormina bereits den schönsten Frühling.

Und eines der Hauptnahrungsmittel der Insel zeigt sein Beharrungsvermögen. Die Pflanze macht sich erneut in Ritzen, Mauernischen, auf Brüstungen und an Straßenrändern breit und muss sich darauf gefasst machen, dass es die Knospen wieder nicht zur vollen Blüte schaffen werden. Stattdessen werden die Kapern von Hand geerntet und in grobem Salz, Essig oder Öl zu der pikanten Kochzutat. Was wäre Vitello tonnato ohne Kapern? Oder Spaghetti alla puttanesca?

Reiseziel Sizilien war schon im 19. Jahrhundert beliebt

Viele Sizilienbesucher reisen bald wieder ab. Eugen Schuler aus Heilbronn ist geblieben. Er kam mit einem Ohrenleiden wegen des vom milden mediterranen Klimas. Das war 1886. Als junger Mann verliebte sich Eugen in Taormina-Giardini und wurde Antiquitätenhändler. Schuler baute, inzwischen mit Frau und Kind, ein schönes Haus mit großem Laden im Parterre, in dem er seine Schätze ausstellen konnte. Als er 1905 mit nur 39 Jahren starb, machte seine junge Witwe Anna aus dem Haus eine Pension: die „Villa Schuler“. Das war ein weiser Entschluss, denn Taormina war bereits zum attraktiven Ferienziel geworden, das bald Prominente von Johannes Brahms über Thomas Mann und später Truman Capote bis Marlene Dietrich anzog.

 

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