Reise & Freizeit 03.02.2012, 10:13 Uhr

Liebesgrüße aus Klein-Amsterdam

Für Karibik-Fans die schönste Art, das Alphabet zu buchstabieren: A wie Aruba, B wie Bonaire, C wie Curaçao – ein Inselglück zum Abtauchen

VON MANFRED KUNST

Wer durch die Schwingtür von „Charlie’s Bar“ in San Nicolas tritt, blickt verblüfft auf ein höchst originelles Sammelsurium. Decke und Wände sind über und über behängt mit verbeulten Kfz-Kennzeichen, Schiffsglocken, verstaubten Bikinioberteilen, Baseballmützen und abgewetzten Cowboystiefeln. Der inzwischen verstorbene Barbesitzer Charlie Brouns hatte vor Jahrzehnten den Einfall, Gäste zu bitten, ein persönliches Andenken an die Wand zu pinnen.

Bevor wir ein passendes Souvenir zur Hand haben, drängt Ruben zum Aufbruch. Der einheimische Guide führt über die kleine Insel, die zusammen mit ihren Schwestern Bonaire und Curaçao ein Dreiergespann bildet, das kurz und prägnant ABC-Inseln heißt. Vierzig Kilometer vor der Küste Venezuelas schwimmt das Trio im Karibischen Meer. Was die winzigen Eilande von anderen unterscheidet: Sie sind staubtrocken und sonnenverwöhnt. Und sie wirken mit ihren bunten Giebelhäusern, Windmühlen, Landhäusern und Brücken wie eine tropische Filiale des Mutterlandes Holland .

Eine glückliche Insel

„One happy Island“, so lautet Arubas Wahlspruch. Und mit „Bon Bini – herzlich willkommen!“ werden Besucher schon bei der Einreise begrüßt. In der Tat ist es kein geschäftstüchtiges, sondern ein ehrliches Lächeln, das die Bewohner – Europäer, Südamerikaner und Nachkommen afrikanischer Sklaven – ihren Gästen entgegenbringen. Etwa in den Straßen der Hauptstadt Oranjestad, einem karibischen Disneyland aus Shoppingzentren und bonbonfarbenen Giebelhäusern im Zuckerbäckerstil. Von babyrosa bis himmelblau leuchten auch Casinos, Bars, Discos, Uhrtürme und die Marktstände im Hafen.

Straßennamen wie Wilhelmina Straat und Beatrix Straat lassen unschwer die holländischen Wurzeln erkennen. Eigentlich war die Insel 1499 von dem Spanier Alonzo Ojeda entdeckt worden, jedoch glaubten die ersten Eroberer, dass sie unfruchtbar sei und zogen sich wieder zurück. 1634 ließen sich niederländische Seefahrer auf der vergessenen Insel nieder und blieben – abgesehen von einem Intermezzo der Briten – bis heute. Mit dem Mutterland ist Aruba heute durch einen „Status Aparte“ verbunden, der der Insel weitgehende Autonomie ermöglicht. Die schlauen Insulaner ließen sich dabei ein Hintertürchen offen: Das Abkommen sichert ihnen Finanzspritzen aus Den Haag zu, falls der Tourismus mal nicht mehr floriert.

 

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