Reise & Freizeit 29.10.2010, 12:42 Uhr

Oberpfälzer Taktgefühl im Indischen Ozean

Ein junger Nittenauer mit viel Talent drückt einer kleinen Insel mit einem großen Namen seinen ganz eigenen Stempel auf.

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Das älteste Opernhaus der südlichen Hemisphäre – Martin Wettges möchte es vor dem Verfall retten.

Das älteste Opernhaus der südlichen Hemisphäre – Martin Wettges möchte es vor dem Verfall retten.

Von Wolfgang Ziegler, MZ

Martin Wettges hat einen Traum – und eine Trauminsel. „Mauritius“, sagt der gebürtige Oberpfälzer (27), „Mauritius ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Der junge Star-Dirigent aus Nittenau (Lkr. Schwandorf), der schon mit 24Jahren zum ersten Mal die Münchner Symphoniker und das Leipziger Gewandhausorchester leitete, meint damit nicht nur die Naturschönheiten des kleinen Eilandes im Indischen Ozean, für die er natürlich schwärmt und die er in jeder freien Minute erwandert. Er meint damit auch die Kulturszene des Landes, in der er eine tragende Rolle spielt. Im vergangenen Jahr wurde Martin Wettges zum musikalischen Direktor des alljährlichen Opern-Festivals von Mauritius berufen, sein Debüt gab er mit Georges Bizets „Die Perlenfischer“, heuer stand „Carmen“ auf dem Programm, im nächsten Jahr will er Verdis „La Traviata“ inszenieren.

Verfall eines Schatzkästchens

Wettges, der im Alter von sechs Jahren zur Musik kam, als die Familie das alte Klavier der verstorbenen Großmutter geerbt hatte, ist damit aber noch lange nicht am Ende seiner Träume angelangt. „Nur die wenigsten wissen, dass Mauritius eine lange Opern-Tradition hat. Schließlich steht in der Hauptstadt Port Louis auch das älteste Opernhaus der südlichen Hemisphäre“, erklärt er. Und genau dieses Vermächtnis will Wettges bewahren. „Mein Ziel ist es, das Festival irgendwann auf eben jene altehrwürdige Bühne zu bringen“, sagt er. Denn das alte Opernhaus sei eigentlich ein Schatzkästchen, gegenwärtig allerdings dem Verfall preisgegeben. „Eine Schande“ nennt dies Wettges, der sich ständig darum bemüht, Sponsorengelder zu akquirieren, „weil die Regierung jeden gespendeten Euro verdoppelt“ und er so seiner Vision Schritt für Schritt ein Stückchen näher kommt.

 

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