mz_logo

Sport
Montag, 29. August 2016 33° 8

TV-Übertragungen

Alpin-Chef warnt vor Sportler-Rivalität

Nach Meinung vieler Sommersportler bekommt Wintersport im Fernsehen zuviel Sendezeit – Wolfgang Maier, Alpin-Direktor des DSV, ruft zur Mäßigung auf.

DSV-Alpin-Chef Wolfgang Maier (l.) – hier mit Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch – schaltet sich in die Diskussion um Übertragungszeiten ein. Foto: Matthias Schrader/dpa

Garmisch-Partenkirchen. Alpin-Direktor Wolfgang Maier hat davor gewarnt, dass sich Sportarten im Streit um Fernsehzeiten untereinander angreifen. Die Kritik der Sommersportarten, die sich wegen langer Wintersportübertragungen benachteiligt sehen, kann Maier zudem nicht nachvollziehen. „Wir sind doch gar keine Konkurrenz. Das ist der Fußball. Leichtathletik findet nun mal im Sommer statt“, sagte Maier am Mittwoch am Rande der Deutschen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen.

Maier kann zwar verstehen, dass sich auch Bob, Rodeln und Skeleton mehr Live-Übertragungen wünschen, denn „es geht ums Geschäft“. Ärgerlich aber sei, dass „das auf Kosten von anderen gehen soll, nach dem Motto, die sollen weniger bekommen, weil ich mehr will“.

Rodeln müsse sich eingestehen, dass dort die internationale Konkurrenz nicht so zahlreich sei wie etwa bei den Skifahrern. Deutsche Medaillen und Titel seien daher für Alpine schwerer zu erreichen. Ursache für die Debatte sei ohnehin das ganzjährig große Interesse am Fußball. „In Deutschland werden die Leute zu einer Monokultur im Fernsehen erzogen“, sagte Maier. „Ich schaue auch viel Fußball, würde aber auch gerne was anderes wie Turnen oder Tennis sehen. Die bieten geilen Sport.“

Unterdessen weitete sich der Protest der deutschen Kufensportler gegen zu geringe Fernsehzeiten zum internen Verbandsstreit aus. Der Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Thomas Schwab, bewertete die Kritik von elf Olympiasiegern und Weltmeistern an den Öffentlich-Rechtlichen als Alleingang. Die Athleten hatten sich in einem offenen Brief massiv über vermeintlich ungerechte TV-Anteile beklagt. „Im Auftrag des BSD Präsidiums weise ich darauf hin, dass dieses Schreiben ohne Abstimmung mit dem BSD verfasst wurde“, schrieb Schwab am Mittwoch in einem Brief an diverse Sportchefs der öffentlich-rechtlichen Sender.

Unterstützt werden die Vorzeigeathleten im Eiskanal allerdings von BSD-Präsident Andreas Trautvetter und dessen Stellvertreter Rainer M. Jacobus, der ebenfalls zu den Unterzeichnern gehörte. „In der Sache haben die Sportler recht, doch der Brief hätte durchaus anders, etwas freundlicher verfasst werden können“, sagte Trautvetter der dpa und fügte an: „Ich als Präsident würde nie mit den Intendanten per Offenen Brief kommunizieren.“

Die Sicht der Athleten repräsentiere nicht die Meinung des Verbandes, so Schwab. Bei Unmut werde der Dialog mit den TV-Partnern gesucht. Schwab zeigte sich mit „Sendezeiten und vor allem Quoten sehr zufrieden“.(dpa)

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht