mz_logo

Sport
Dienstag, 20. Februar 2018 5

Eiskunstlauf

Ann-Christin Marold strahlt besonders

Dem ECR-Talent ist nach Punkterekord und deutschem Juniorentitel die WM-Teilnahme nicht mehr zu nehmen.
Von Claus-Dieter Wotruba

  • Ann-Christin Marold (Mitte) machte mit Trainerin Nicole Brünner und ihrer viertplatzierten Klubkameradin Lea Schwamberger mit dem deutschen Juniorentitel in Chemnitz die nächsten Schritte in ihrer Karriere. Foto: Brünner/ECR
  • ECR-Neuling Sophia Gienger glänzte und zahlte zugleich Lehrgeld.

Regensburg.Ratsch! So ein gerissener Schnürsenkel am Schlittschuh kann eine Eiskunstlauf-Trainerin gehörig ins Schwitzen bringen. Als Ann-Christin Marold jenes Malheur in Chemnitz passierte, rannte Nicole Brünner los, um Ersatz zu besorgen. Der Einsatz lohnte: Nicht nur, dass das größte aller ECR-Talente derzeit sich den Wunsch erfüllte, den deutschen Juniorentitel in souveräner Manier zu gewinnen. Nicht nur, dass damit jenseits des erst nach den Bavarian Open Ende des Monats in Oberstdorf stattfindenden Nominierungs-Prozederes die Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft im März in Sofia gesichert ist. Und nicht nur, dass Marold mit ihren 154,27 Punkten einen neuen persönlichen Rekord aufstellte.

Nein, auch die eher startende, wegen des Marold-Missgeschicks zwangsweise kurzzeitig allein gelassene Teamkollegin Lea Schwamberger brillierte auf Junioren-Rang vier und kassierte von Nicole Brünner jede Menge Lob: „Ein tolles Programm und eine sehr gute Punktzahl.“

Platz drei in Zagreb: Hier finden Sie inen Bericht vom letzten internationalen Einsatz von Ann-Christin Marold.

In Chemnitz machte Ann-Christin Marold die nächsten Schritte. „Im Ausdruck war das das brillanteste Programm, das ich je von Ann-Christian gesehen habe“, formulierte Brünner im Superlativ und sieht, dass ihr 14-jähriger Schützling aus den internationalen Auftritten dieser Saison gelernt hat, „einen Reifeprozess im Kopf“ macht und „Schritt für Schritt ins Erwachsensein“ geht. Brünner verfolgte mit viel Wohlwollen, wie Marold auf dem Eis perfekt reagierte und die Maßgabe umsetzte. „Ich habe zu ihr gesagt, dass sie nicht alles riskieren muss, sondern rausgehen soll, schön laufen und den Vorsprung ausbauen. Ausdruck und Präsenz waren genial – und das zählt manchmal dann mehr als ein, zwei Dreifache.“

„Programm ihres Lebens“

Ebenfalls viel Freude machte Katharina Kurz. „Sie lief das Programm ihres Lebens“, sagte Nicole Brünner über die neue U-18-Meisterin, die sich mit der besten Kür von Platz vier nach dem Kurzprogramm noch an die Spitze setzte. „Sie war überglücklich und hat sich das als fleißige Arbeiterin verdient“, urteilt Brünner über die 17-Jährige, die sich zuvor in der Juniorinnen-Klasse versucht hatte und jetzt neues Selbstvertrauen sammelte. Selbst die verpatzte Pirouette aus dem Kurzprogramm („Das kostet manchmal mehr Punkte als ein Sprung“) vermasselte den Titel nicht. Klubkollegin Kira Gutzat freute sich nach grundsolidem Vortrag über Platz vier. „Sie bleib fehlerfrei, hat aber nicht Kathis Laufstil“, sagt Brünner.

Lesen Sie hier ein Samstags-Interview mit Ann-Christin Marold und ihrer Mutter.

Die dritte Vierte im ECR-Bunde war Sophia Gienger, die als Neulingsläuferin völlig überraschend nach dem Kurzprogramm im Nachwuchs A als Dritte einen Podiumsplatz innehatte und dann Lehrgeld zahlte. „Zwei kleine und einen größeren Fehler“, sah Brünner in der Kür – und so fehlten zu Rang drei dreieinhalb Pünktchen. „Es wäre superschön gewesen, aber Sophia hat es nicht ganz gepackt. Aber sie ist ja eine der Jüngsten im Feld.“

Zwei im Tal der Tränen

Gienger stand am Ende einer Kette von Enttäuschungen, die Brünner und Co. auch das Tal der Tränen bei den deutschen Nachwuchsmeisterschaften erleben ließen. Trotz einer eigens und bestens gelaufenen Generalprobe in Regensburg klappte bei Andrea Pekarek und Jana Schwegler im Nachwuchs B nichts wie gewünscht. Die sonst so wettkampfstarke Schwegler hatte schon im Kurzprogramm Schwächen gezeigt und fiel in der Kür auf Rang neun zurück. Pekarek war trotz der Siege beim Berliner Bär und den bayerischen Meisterschaften höchst nervös und kam nach einem Startsturz in der Kür nicht mehr auf die Füße und fiel ebenfalls von vier auf sechs zurück.

Leon Kraiczyk dagegen zeigte, dass auch so ein sechster Platz bemerkenswert sein kann. Der Sieger vom Eisemann-Pokal in Stuttgart bekam von Nicole Brünner zwei perfekte Programme bescheinigt. „Alles blitzsauber. Er war superbemüht und bekam viel Lob von den Verantwortlichen.“

Weitere Nachrichten aus der Welt des Sports finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht