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Dienstag, 17. Oktober 2017 20° 2

Futsal

Belgier zeigen internationalen Maßstab

Die Top 16 sind für den deutschen Meister Jahn 1889 Regensburg nach dem 0:6 in Finnland außer Reichweite.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Kaum ein Durchkommen: Hier wird ein Schuss von Douglas Ferreira von den Belgiern geblockt. Foto: C. Herbst

Raahe.Tapfer gekämpft, auch wenn es sich im Ergebnis nur bedingt ausdrückte: Mit dem 0:6 (0:1) gegen eine beeindruckende belgische Mannschaft von Halle-Goik ist der Gruppensieg in der zweiten Runde des Uefa-Futsal-Pokals für den deutschen Meister SSV Jahn 1889 im finnischen Raahe nicht mehr möglich. Am Samstag (12.30 Uhr) geht es darum, im letzten Spiel noch einen Champions-League-Sieg gegen den Schweizer Meister Bern und damit eventuell Platz zwei der Vierergruppe zu erreichen.

„Wenn wir das erste Spiel gewinnen, ist das Ziel ganz gewiss nicht, Zweiter zu werden“, hatte Abteilungsleiter Oliver Vogel gesagt. Vor rund 300 Zuschauern war das mit dem 2:2 gegen den finnischen Gastgeber Sievi in Raahe nicht gelungen, die Ausgangslage aber hatte sich kaum verändert: Eines Sieges gegen die Belgier hätte es so und so bedurft. Allerdings hatte deren 8:0 gegen Bern den Slogan des Futsal-Projekts Halle-Gooik unterstrichen: „Ein Team, ein Ziel, keine Grenzen.“

Eine Herkulesaufgabe

Auf die Regensburger wartete also nichts weniger als die größte Aufgabe ihrer jungen Geschichte: größer als der 3:1-„Finalsieg“ in der ersten Runde in Schweden gegen Uddevalla, größer als das 7:4 im deutschen Finale gegen Hohenstein-Ernstthal, größer als das dramatische im Siebenmeterschießen gewonnene Heim-Halbfinale gegen den deutschen Rekordmeister Hamburg.

Die Belgier, die unter Profi-Bedingungen spielen, zeigten sehr eindrucksvoll jene Qualitäten, die beim 10:5 gegen das DFB-Team jüngst auch das Länderteam vorgeführt hatte: Sie machen keine Fehler und nutzen solche ihres Gegners mit gnadenloser Effektivität aus, die den internationalen Maßstab aufzeigten. So schon nach 145 Sekunden: 1889-Kapitän Lucas Kruel patzte an der Mittellinie, der überragende Leitao, der schon gegen Bern Dreifach-Torschütze war, zog los und ließ dem Regensburger Keeper Raul nicht den Hauch einer Chance.

Ein optisches und statistisches Plus

Die Belgier erspielten sich nicht nur ein optisches, sondern auch ein statistisches Plus (12:5 Torschüsse zur Pause). Das Team von Coach Juan Zamora war mit jedem Eckball gefährlich. Regensburger Chancen gab es nur im Ansatz, so zum Beispiel früh durch den trickreichen Douglas Ferreira (5.). Schon gegen die Schweizer hatten die Belgier nach der Halbzeit noch eine Schippe draufgelegt. Zwölf Schüsse aufs Tor, sechs Treffer – die 50-prozentige Ausbeute belegte am Ende die belgische Qualität. Omar Rahou, der schon gegen Deutschland viermal getroffen hatte, sorgte mit wuchtigem Schuss für das 2:0 (26:57). Das zu einfache 3:0 von Carpes de Bail nach einem Eckball (30:21) war deswegen so etwas wie eine Vorentscheidung.

Die Regensburger mussten es jetzt mit fliegendem Torwart versuchen: Und wie sich die Belgier über das 4:0 ins leere Tor durch Rafael Texeira freuten, zeugte von ihrer Wertschätzung für das Regensburger Team. Als 1889-Brasilianer Andrei Perez die Gelb-Rote Karte sah, weil er zweimal nicht Abstand gehalten hatte, brauchte Halle-Goik nur zwölf Sekunden Überzahl für Leo Cordiers 5:0 (38:29). Den Schlusspunkt setzte Rahous Kopfball neun Sekunden vor Ende, als Raul einen Abwurf unterlaufen hatte.

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