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Dienstag, 21. November 2017 7

Champions League

CL: Dortmund und Leipzig brauchen Siege

Die deutschen Mannschaften zieren in ihren Gruppen jeweils das Ende. Das soll vorbei sein – auch dank namhafter Rückkehrer.
Von Jens Marx und Heinz Büse, dpa

Das direkte Duell gewann Leipzig (hier Marcel Sabitzer) gegen Dortmund mit Marc Bartra. Nun müssen beide in der Champions League gewinnen. Foto: dpa

Leipzig.Mit den möglichen Comebacks von Marcel Schmelzer und Timo Werner wollen Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund und BVB-Bezwinger RB Leipzig ihre dringend benötigten ersten Siege in der Champions League in dieser Saison erzielen. Drei Tage nach dem mitreißenden 3:2-Erfolg der Leipziger im Liga-Topspiel beim BVB müssen ganz besonders die Westfalen endlich international punkten, um die Chancen aufs Weiterkommen nach dem schlechtesten Meisterklassen-Start in der Vereinsgeschichte zu wahren. Alles andere wäre bei Apoel Nikosia auf Zypern eine Enttäuschung. Für Leipzig geht es daheim gegen den ehemaligen Champions-League-Gewinner FC Porto.

In der Bundesliga sind beide ganz vorn dabei mit Platz eins und drei, in ihren Champions-League-Gruppen sind der BVB und Leipzig jeweils Letzter. Der Platz, der nach Abschluss der Gruppenphase nicht mal zum Trostgang in die Europa League reicht. „Wenn wir noch eine Chance auf das Weiterkommen haben wollen, müssen wir in Nikosia gewinnen“, sagte Sportdirektor Michael Zorc am Montag vor dem Abflug. „Wir fahren als Favorit dort hin und müssen dem gerecht werden.“

Zwei 1:3-Niederlagen bei Tottenham Hotspur und zuhause gegen Real Madrid stehen bisher für den BVB zu Buche. Das muss aber noch nichts heißen: Zehn Teams schafften in der Historie der Champions League trotz zwei Auftaktniederlagen noch den Sprung in die nächste Runde.

Schmelzer steht vor Comeback

Personell deutet sich bei den Borussen leichte Entspannung an: Am Montag stieg auch Kapitän Schmelzer mit in den Flieger. Der 29-Jährige könnte nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback geben und die Probleme von Trainer Peter Bosz in der Viererkette durch die Ausfälle von Raphael Guerreiro, Lukasz Piszczek und Erik Durm lindern. „Ich werde mittrainieren und dann werden wir sehen, ob ich spielen kann“, sagte Schmelzer.

In den vergangenen vier Jahren erreichte der BVB immer die K.o.-Runde, vor vier Jahren war RB Leipzig noch einige Ligen von der Meisterklasse entfernt. Mit Mitmachen allein will sich der deutsche Debütant deswegen aber nicht begnügen. Nach dem 1:1 gegen AS Monaco und dem 0:2 bei Besiktas Istanbul brauchen die Leipziger wie der BVB dringend drei Punkte. „Sonst ist der Zug dort abgefahren“, fürchtet RB-Coach Ralph Hasenhüttl.

Beim Sieg in Dortmund kam Werner noch nicht zum Einsatz. „Ich glaube, dass Timo Werner für Dienstag, spätestens für Samstag wieder ein Thema ist“, sagt RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. Das bisher letzte Mal spielte der 21 Jahre alte Torjäger und Nationalstürmer beim 0:2 in Istanbul, Ursache für seine Pause war eine Blockade der Halswirbelsäulen-Muskulatur.

Hasenhüttl verzichtete in Dortmund zudem lange auf Kapitän Willi Orban und ganz auf Vorlagengeber Emil Forsberg. Gegen den FC Porto, 2004 Gewinner der Champions League mit einem Sieg im Finale gegen Monaco, könnten alle drei in die Startformation zurückkehren – ausgeruht und mit maximaler Motivation. Forsberg erzielte bisher Leipzigs einziges Champions-League-Tor, Werner will sein erstes in der Meisterklasse, und Orban dürfte mithelfen wollen, Portos Torjäger Vincent Aboubakar zu neutralisieren. Alle RB-Profis und alle BVB-Spieler haben eines gemein: Den vergangenen europäischen Spieltag mit null Siegen und nur Niederlagen für die deutschen Teams so schnell wie möglich vergessen zu machen.

Auf der Suche nach den Gründen

Die große Frage bleibt nur, woran es denn liegt, dass die deutschen Vereine im internationalen Vergleich so häufig so schlecht spielen. Daran, dass sie die horrenden Ablösesummen und Gehälter mancher englischen und spanischen Vereine nicht zahlen können? Dass sie die Europa League nicht ernst genug nehmen? Oder daran, dass die Bundesliga hinter den Bayern ein Qualitäts-Problem hat, das von den vollen Stadien, der gelungenen Inszenierung und den ständigen Umsatz-Rekorden überlagert wird?

„Jahrelang hieß es, uns fehlen die finanziellen Mittel, um international mithalten zu können. Das ist jetzt keine Ausrede mehr“, sagt Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga. „International sind wir die Liga mit dem zweithöchsten Umsatz nach der Premier League. 14, vielleicht bald 15 Klubs machen einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr.“

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