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Samstag, 17. Februar 2018 11

Tennis

Dem Föhn im Gesicht getrotzt: Kerber nun gegen Scharapowa

Bei fast 40 Grad hält sich Angelique Kerber nicht lange auf. Nun kommt es in Melbourne zum Tennis-Duell mit einer anderen früheren Weltranglisten-Ersten. Andrea Petkovic verliert, Alexander Zverev gewinnt einen deutschen Vergleich, Maximilian Marterer überrascht.
Von Wolfgang Müller, dpa

  • Angelique Kerber ist die letzte Deutsche bei den Australian Open. Foto: Andy Brownbill
  • Maximilian Marterer setzte sich in fünf Sätzen durch. Foto: Ng Han Guan
  • Kerber feierte ihren 30. Geburtstag mit einer Torte. Foto: Fiona Hamilton
  • Angelique Kerber ist die letzte Deutsche bei den Australian Open. Foto: Andy Brownbill
  • Andrea Petkovic brach im zweiten und dritten Satz völlig ein. Foto: Ng Han Guan

Melbourne.Nach dem Geburtstagsständchen der Zuschauer im Stadion wünschte sich Angelique Kerber ein Eis zur Abkühlung, abends ein Glas Wein am Strand - und erst dann wollte sie sich mit ihrer nächsten Gegnerin Maria Scharapowa beschäftigen.

„Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich rechne mit einer starken Scharapowa“, sagte die letzte verbliebene deutsche Tennisspielerin vor dem prickelndsten aller Drittrunden-Matches bei den Australian Open am Samstag.

Alexander Zverev trifft dann nach seinem Sieg im deutschen Duell mit Peter Gojowczyk auf das südkoreanische Top-Talent Chung Hyeon, und auch Maximilian Marterer ist überraschend noch dabei. Der 22 Jahre alte Nürnberger rang den Spanier Fernando Verdasco in fünf Sätzen nieder und geht gegen den Amerikaner Tennys Sandgren sogar aussichtsreich in den Kampf um den Einzug ins Achtelfinale. Andrea Petkovic dagegen verabschiedete sich mit einem 6:4, 0:6, 0:6 gegen Lauren Davis aus den USA.

Bei Temperaturen von fast 40 Grad Celsius versuchte Kerber, sich an ihrem 30. Geburtstag nicht länger als nötig auf dem Platz aufzuhalten. „Man denkt, ein Föhn bläst einem die ganze Zeit ins Gesicht, meine Schuhe haben sich so heiß angefühlt wie selten“, sagte die Kielerin nach ihrem 6:4, 6:1-Erfolg gegen die Kroatin Donna Vekic. Während der Seitenwechsel packte sie sich permanent Eis-Handtücher in den Nacken, schon vormittags trank sie mehr als sonst. „Die Wettersituation war nicht so einfach, aber am Ende ist es für alle gleich“, sagte Kerber vor dem achten Duell mit Scharapowa.

15 Monate war die Russin wegen Dopings gesperrt, die Branchenwertung weist sie aktuell nur noch als Nummer 48 aus. Doch alleine aufgrund ihres unerschütterlichen Selbstbewusstseins, ihres ungebrochenen Ehrgeizes und ihrer Erfolge in der Vergangenheit gilt die Australian-Open-Siegerin von 2008 und fünfmalige Grand-Slam-Gewinnerin als eine der unangenehmsten Protagonistinnen im Feld. „Sie ist zurück, und sie ist auch wieder gefährlich“, sagte Kerber.

Mit jedem Match befreit sich die einstige Nummer eins und zweimalige Grand-Slam-Championesse mehr und mehr aus ihrer Krise. Elfmal in Serie hat sie nun nicht mehr verloren. Beim Hopman Cup gewann sie all ihre Einzel, beim WTA-Turnier in Sydney feierte sie ihren ersten Titel seit den US Open 2016. Und auch bei den Australian Open tritt sie bislang wieder so auf wie im Jahr ihres märchenhaften Aufstiegs.

Das bekam auch die Freundin des Schweizer Ex-Champions Stan Wawrinka, der nach einem 2:6, 1:6, 4:6 gegen Sandgren ebenfalls scheiterte, während der 70 Minuten in der dampfenden Margaret Court Arena zu spüren. Den Blick in die Box ihrer Gegnerin und zu ihrem Ex-Coach Torben Beltz vermied Kerber während des Matches, doch in den Katakomben wurden später Glückwünsche ausgetauscht. „Er hat mir gratuliert, wir haben uns ganz normal unterhalten“, erzählte Kerber tiefenentspannt.

Nur über den umstrittenen Auftritt Scharapowas, die bei der Auslosung die Trophäe präsentiert und eine Debatte über den Umgang mit der einst wegen Dopings gesperrten Russin ausgelöst hatte, wollte Kerber nichts sagen. Überhaupt sei das Thema jetzt durch. „Sie hat ihre Sperre abgesessen“, sagte Kerber. Und zeigte sich auch wenig später großzügig, als sie das Geburtstagstorten-Geschenk der Turnierleitung zwar anschnitt, den Großteil aber im Pressezentrum auftischen ließ.

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