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Sport
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Eishockey

Eisbären sind diesmal nur Außenseiter

In Deggendorf treffen zwei der besten Ausländer-Duos aufeinander. Am Sonntag gibt es das Oberpfalz-Duell der Gebeutelten.
Von Claus-Dieter Wotruba

  • Vieles wird daran hängen, wie gut sich Führungs-Eisbär Nikola Gajovsky (Mitte, Nummer 69) diesmal gegen Deggendorf durchsetzen kann. Foto: Archiv/Nickl
  • Vitali Stähle hat es mit Weiden bisher nicht leicht. Foto: Harry Schindler

Regensburg.Diesmal wartet in der Eishockey-Oberliga ein Duell der Gegensätze auf die Eisbären des EV Regensburg: Während das Team von Trainer Beppi Heiß am Freitagabend (20 Uhr) im Nachbarduell beim zwölf Punkte und vier Plätze besser stehenden Tabellenzweiten Deggendorfer SC klar in der Außenseiterrolle ist, kommt es am Sonntag (18 Uhr) in der Donau-Arena zum Vergleich der gebeutelten Oberpfälzer mit Weiden, das zuletzt neunmal in Serie verloren hat.

Beppi Heiß ist bei immer noch sechs Stammspielern auf der Ausfallliste derzeit froh um jede positive Nachricht. Die beste dieser Woche: Sebastian Alt kann spielen. „Er hat zwar nicht das hundertprozentige Gefühl in der Hand, aber wenigstens ist ein Verteidiger mehr da. Ich brauche ihn. Jeder Spieler, der zurückkommt, entspannt die Lage“, sagt der Trainer, für den ansonsten nur die Rückkehr von Lukas Heger in Sicht ist. „Er hat eine Knieschiene bekommen und macht erste Versuche“, berichtet Heiß. „Wenn alles super läuft, kann er vielleicht übernächstes Wochenende wieder dabei sein.“

Bei anderen Spielern scheint sich das ursprünglich für Dezember angedachte Comeback in den Januar zu verschieben. Nach der offiziellen Klubmitteilung fehlen Leopold Tausch und Franz Mangold noch sechs Wochen. „Mei, wir müssen es nehmen, wie es ist“, sagt Heiß. „Leopold läuft zumindest Schlittschuh für das Gefühl auf Kufen. Bei Franz ist die Frage, was die Ärzte nach dem Röntgenbild nächste Woche sagen.“ Auch Torwart Peter Holmgren und Verteidiger Sebastian Wolsch sind wohl bis Mitte Januar raus, Korbinian Schütz vielleicht sogar bis in den März.

Weitere DNL-Debütanten in Sicht

Schon zuletzt machten die Ausfälle die Tür wieder weit auf für den vereinseigenen DNL-Nachwuchs. Matteo Stöhr und Nico Kroschinski stürmten gegen Waldkraiburg, Fabian Birner verteidigte in Peiting erstmals – und alle machten eine gute Figur. In Deggendorf könnten mit Verteidiger Michael Fichtl (18) und Nicolas Sauer (18) zwei weitere Debütanten dazukommen. „Dass die Jungen abwechselnd ihre Energie reinschmeißen, ist ein bissl der Plan“, sagt Heiß und denkt an vier reihen. „Deggendorf spielt ja mit drei Reihen. Wir fahren da nicht hin, um zu verlieren.“

Zweimaliger Ehemaligen-Treff

  • In Deggendorf

    haben vier Spieler Regensburg-Vergangenheit, darunter beide Torhüter. Cody Brenner absolvierte bisher zwei Drittel der Eiszeit (774:12 Minuten, Gegentorschnitt 2,79), Daniel Filimonow ein Drittel (369:09, 3,25). Mit Robin Deuschl (3 Skorerpunkte) und Benedikt Böhm (24) stürmen zwei ehemalige EVRler für den DSC.

  • Für Weiden

    ist mit Vitali Stähle (bisher 15 Skorerpunkte), Barry Noe (13), Mirko Schreyer (2), Marco Pronath (1) und Torwart Joe lala sogar ein Quintett ehemaliger Regensburger am Puck.

  • Neun Niederlagen am Stück

    mit nur zwei Punkten – diese Serie drückt beim Sonntagsgast aus Weiden auf die Stimmung. Dabei hatten die Blue Devils einen guten Start mit sechs Siegen aus den ersten acht Partien hingelegt.

  • 0 Niederlagen:

    Makellos ist die Heimbilanz von Freitags-Gastgeber Deggendorf: Das Team von Coach Sicinski gewann neun Spiele nach 60 Minuten (Torverhältnis 48:21).

Der ausgedünnte Kader ist eine Chance für die Jugend. „Wir hatten davor ja nicht so viele Verletzte“, erklärt Beppi Heiß die gestiegenen Einsätze der DNL-Spieler. „Im Gegenteil: Anfangs war das DNL-Team ja personell arg gebeutelt und Stefan Schnabl hat einen Philipp Vogel öfter gekriegt, auch wenn ich ihn hätte brauchen können“, setzt Heiß auch weiter auf den Austausch mit dem Nachwuchs-Chefcoach. „Genauso ist die Hilfe jetzt umgekehrt selbstverständlich.“

Das erste Saisonduell mit Deggendorf hat natürlich noch ein paar interessante Facetten mehr. Eine davon: Mit den Nordamerikanern Kyle Gibbons (42 Skorerpunkte) und Curtis Leinweber (29) auf Deggendorfer Seite und dem tschechisch-litauischen Duo Nikola Gajovsky (45) und Arnoldas Bosas (42) an der Spitze der Liga-Skorerliste kommt es zum Vergleich von zwei der besten Ausländer-Gespanne der Oberliga Süd. Ebenfalls pikant: Mit Benedikt Böhm ist ein Vorjahres-Regensburger der Nebenmann von Gibbons und Leinweber, der nach 19 Spieltagen mit seinen 24 Skorerpunkte jetzt schon fast seinen Oberliga-Bestwert 2016/17 aus Regensburg von 29 Punkten in 50 Spielen erreicht hat.

Einem anderen ehemaligen Regensburger geht es ganz und gar nicht gut. „Das zieht schon runter und man fühlt sich auch verantwortlich dafür“, sagt Vitali Stähle. Der 35-jährige Stürmer, der mit seinen zehn Toren und fünf Torvorlagen fünftbester Skorer in Weiden ist, erlebt mit den Blue Devils harte Zeiten. „Da fragst du dich schon wieso, weshalb und warum“, sagt Stähle mit Blick auf eine Novemberserie voller Niederlagen, die in den ersten Dezemberspielen gegen Rosenheim (2:6) und in Lindau (3:5) weiterging. „In dieser Form habe ich das noch nicht erlebt. Die Erwartung war ja auch eine andere. Aber noch ist nicht alles verloren.“

Hier finden Sie einen Überblick über die Eisbären-Gegner und wann es gegen wen geht.

Vitali Stähle weiß um die Bedeutung dieses Wochenendes, das im Sportjargon „richtungsweisend“ heißt. Vor allem das Heimspiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht Miesbach steht im Fokus. „Vielleicht kommt das zum richtigen Zeitpunkt. Vielleicht greifen wir dann von da aus an. Und dass es in Regensburg derzeit unruhig ist, ist ja vielleicht auch gut für uns.“ Das Team hat einiges dafür getan. Stähle, der bisher mit Matt Abercrombie und Tom Pauker spielte, wird neue Nebenleute bekommen. „Wir versuchen es am Wochenende anders.“ Und mit Ralf Herbst für Daniel Willaschek haben die Blue Devils auch einen neuen Kapitän. „Alles einfach nur, um neue Impulse zu setzen.“

„Zuhause“ in Regensburg

Die drei Jahre in Regensburg, wo Vitali Stähle immer noch wohnt („Chris Heid ist mein Nachbar“), sorgen bei der ersten Rückkehr in einem neuen Trikot bei Stähle für ein besonderes Gefühl. „Regensburg ist mein Zuhause geworden. Jeden Montag gehe ich mit meinen Kleinen in der Arena Schlittschuhlaufen“, sagt Stähle. „Aber wenn der Schiedsrichter die Scheibe reinschmeißt, dann vergisst du alles und machst nur deinen Job.“ Die EVR-Zeit hat Spuren hinterlassen und ist auch in Gesprächen mit Kollege und Ex-Regensburger Barry Noe Thema. „Ich habe Freunde in der Mannschaft und zum Beispiel Kontakt zu Gajo (Nikola Gajovsky, d. Red.). Man verfolgt das und drückt die Daumen.“ Das direkte Duell einmal ausgenommen.

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

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