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Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Handball

Linke Seite bringt HC aus Gleichgewicht

SG Regensburg entscheidet Oberpfalz-Derby für sich. Ein Leck im Dach macht dem ASV Cham einen Strich durch die Rechnung.
Von Gerd Winkler, MZ

Mangels Linkshänder in der Mannschaft als Rechtshänder auf Halbrechts: Daniel Mulitze, der im Sommer 2015 vom TSV Neutraubling zur SG Regensburg wechselte. Foto: Brüssel

Regensburg.Lange nicht mehr passiert, aber am Samstagnachmittag zur Realität geworden: Das 21:24 (8:16) bei der bis dato punktgleichen HSG Fichtelgebirge ist für die Handballfrauen der SG Mintraching/Neutraubling die dritte Pleite am Stück. Zuletzt gingen im März 2014 drei Partien in Serie verloren – zu Landesliga-Zeiten mit Coach Michael Schindler auf der Bank. Dennoch rangiert der Bayernliga-Neuling nach nun neun Spieltagen mit ausgeglichenem Punktekonto komfortabel fünf Zähler vor der Abstiegszone.

„In einer ersten Halbzeit 16 Gegentore, das geht nicht“, klagte Trainer Wolfgang Völkl über das halbherzige Agieren am eigenen Kreis: „Das war zu zaghaft und die Aufgaben sind nicht erledigt worden“. Mit einer 6:0-Abwehr beginnend brachte eine 5:1-Formation (ab 15.) auch keine Besserung. Es gelang, Fichtelgebirge ins Zeitspiel zu bringen, der Abschluss wurde aber nicht verhindert. Außerdem blieben zwei Strafwürfe ungenutzt (3., 29.) und im Positionsangriff fehlten die zwingenden Wurfpositionen. „Wir fangen mit einer Auftakthandlung an, gehen aber dann in die Querbewegung“, monierte Völkl zu wenig Druck auf das gegnerische Gehäuse.

Wie verwandelt kam Mintraching aus der Halbzeitpause. Nun wurde die Ballführende entschlossener attackiert. „Du wirst sicherer, kriegst die Bälle, kommst in den Gegenstoß“, begründete Völkl den Anschluss zum 20:21 (56). Mit der Unterzahl (ab 59.) war die Aufholjagd jedoch beendet. „Acht Strafwürfe für uns, nur eine Strafzeit für den Gegner – zwei Strafwürfe gegen uns und da eine Strafzeit!“, klagte Völkl über die unterschiedliche Regelauslegung der Unparteiischen.

ESV II beendet Pleiten-Serie

Dagegen konnte in der Frauen-Landesliga der ESV 27 Regensburg II die schwarze 0:12-Punkte-Serie beenden: Schlusslicht TSV Röthenbach wurde mit 35:25 (16:12) auf die Heimreise geschickt. „Die Haufen Tore sind eine Seelenmassage! Wichtig ist, dass man sieht: Wir können Handballspielen“, freute sich Übungsleiter Paul Sommerer über das Ende der Durststrecke seit dem 23. September (19:16 gegen den Vorletzten SG Kunstadt). „Wenn der Druck aus dem Rückraum da ist, fällt auch für die Nebenleute etwas ab“, hob Sommerer die Bedeutung des Trios Goldbach, Ellwanger, Sommerer hervor.

Tags darauf nutzte auch der SV Obertraubling seinen Heimvorteil und besiegte die HSG Pleichach 27:21 (11:13). Im ersten Abschnitt fehlte im 5:1-Defensivverbund die Entschlossenheit. Regelmäßig konnten die Gäste ungehindert ins Eins-gegen-Eins gehen. „In der Halbzeit ging ein Ruck durch meine Mannschaft, die wollten das Spiel unbedingt gewinnen“, kommentierte Trainerin Sabrina Steinbeißer den Leistungsschub. Die kurze Deckung (ab 31.) gegen Susi Adam ließ Steinbeißer nahezu ins Leere laufen, die Torjägerin agierte nun am Kreis.

Drittes Heimspiel, dritter Sieg

In der Männer-Landesliga war das Oberpfalzderby in Regensburg eine klare Sache: Die ambitionierte SG besiegte an der Alfons-Auer-Straße den HC Sulzbach 35:26 (16:11). Für den Tabellenzweiten war es im dritten Heimspiel der dritte Sieg, für den Bayernliga-Absteiger im dritten Auswärtsspiel die dritte Pleite. Interessant im Quervergleich: Sulzbach verlor bei Regensburgs Titelkonkurrenten in ähnlichem Ausmaß. Beim Ersten HSG Lauf mit 22:32, beim Dritten TG Heidingsfeld mit 25:36. Es dauerte bis zur 23. Minute (9:9), ehe die SG ihre individuelle Überlegenheit im Teamwork durchbrachte. Bis dahin neutralisierten sich beide Teams mit einer ähnlich offensiv ausgerichteten 5:1-Abwehr.

Zunehmend entwickelte Regensburgs linke Angriffsseite um Marcel Elgeti und Valentin Deml enormen Druck. Sulzbach musste in der Abwehr reagieren, so dass am Kreis in der ersten Hälfte Karel Kveton, nach dem Wechsel Tomas Turek, Räume bekamen und leichter anspielbar waren. Als Sulzbach auf eine kurze Deckung gegen Halblinks Elgeti setzte, steuerte diesem SG-Coach Kai-Uwe Pekrul mit einem siebten Feldspieler entgegen: Vor der Pause binnen drei Minuten ein 4:1-Lauf, nach dem Wechsel in sechs Minuten ein 6:1-Lauf brachten die Vorentscheidung zum 22:12 (36.).

„Ein Satz mit x – das war wohl nix!“, heißt es dagegen vermutlich im Lager des ASV Cham. Nach dem 4:5-Rückstand (12.) bei der HSV Hochfranken permanent vorne liegend steuerten Samstagabend Petr Tahovsky & Co. in der 51. Minute bei 24:19 dem dritten Sieg im vierten Auswärtsspiel entgegen. Die Partie musste aber abgebrochen werden: Vom Hallendach tropfte in der Hälfte der Gastgeber Wasser von der Decke. Tags darauf war Ligenleiter Klaus-Dieter Sahrmann zu keiner klaren Aussage zu bewegen: Es laufe wohl wegen höherer Gewalt auf eine Neuansetzung hinaus.

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