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Tennis

Rot-Blau schießt Berlin vom Platz

Drittes Spiel, dritter Bundesliga-Sieg für den Meister. Eine Ambergin hat eines von zwei Erfolgserlebnissen bei den Gästen.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Die Regensburgerin Tereza Martincova (links) machte mit Vivien Sandberg beim 6:0, 6:0 kurzen Prozess und versucht sich nun in Paris durch die Qualifikation für die French Open zu kämpfen. Foto: Brüssel

Regensburg. Am besten für die eigenen Nerven sind Partien, die schon nach den Einzeln entschieden sind. Doch die nötigen fünf von sechs möglichen Punkte sind schwer zu kriegen. Die Regensburger Eckert-Damen des TC Rot-Blau haben es in ihrem dritten Saisonspiel in der Damen-Bundesliga das zweite Mal geschafft: Nach dem Start-9:0 bei Aufsteiger Radolfszell gelang dem deutschen Meister im zweiten Heimspiel ein eigentlich sogar noch weniger umkämpftes 7:2 gegen den Hauptstadtklub TC BW Berlin. „Wir sind Tabellenführer, alles gut“, bilanzierte Teammanager Michael Geserer, für dessen Team es an Pfingsten mit Härtetests weitergeht. Erst wird am 3. Juni beim Club an der Alster in Hamburg gespielt, dann steht am Pfingstmontag gegen Aachen schon das dritte und letzte Heimspiel an.

Gegen Berlin gaben Geserers Mädchen extrem Gas: Kirsten Flipkens, Tereza Martincova und Lesley Kerkhove gönnten den Gegnerinnen an den Positionen drei, vier und sechs gerade mal vier Spielchen und gewannen vier ihrer sechs Sätze mit 6:0. Geserer witzelte mit 6:0, 6:0-Siegerin Martincova: „Im Doppel würdest du dir nur die Bilanz versauen.“ Die Tschechin freilich durfte deswegen schon früher abreisen, weil für sie (wie auch Antonia Lottner und Lesley Kerkhove) in Paris die Qualifikation für die French Open ansteht.

Antonia Lottner war nervös

Antonia Lottner feierte einen gemischten Einstand. „Das war ein ziemliches Auf und Ab. Ich war ziemlich nervös, weil man bei einem neuen Verein ja zeigen will, was man kann und am liebsten glänzt“, sagte sie am Stadionmikrofon nach dem 6:3, 7:5 gegen Stephanie Wagner, bei dem sie sich mit eigenen Fehlern das Leben phasenweise selbst ein wenig schwer machte. „Ich will ans Netz kommen“, sagte die 20-Jährige, die als großes Talent gilt. „Und ich bin froh, dass ich einen wichtigen Punkte holen konnte.“

Regensburg – TC BW Berlin 7:2 (5:1)

  • Einzel:

    Johanna Larsson/Schweden – Diana Marcinkevica/Lettland 6:4, 6:2; Annika Beck – Vivien Heisen 6:7 (6:8), 6:1, 3:10; Kirsten Flipkens/Belgien – Charlotte Klasen 6:3, 6:0; Tereza Martincova/Tschechien – Vivien Sandberg 6:0, 6:0; Antonia Lottner – Stephanie Wagner 6:3, 7:5; Lesley Kerkhove/Niederlande – Kim Johanna Bohlen 6:0, 6:1
    Larsson/Flipkens – Marcinkevica/Heisen 6:3, 6:3; Beck/Lottner – Charlotte Klasen/Wagner 4:6, 6:4, 6:10; Kerkhove/Natela Dzalamidze (Russland) – Sandberg/Bohlen 6:0, 6:0

Beim Namen Stephanie Wagner klingelt es bei Oberpfälzer Tennisfreunden natürlich: Die 23-jährige Ambergin studiert in den USA, kehrte kurz vor dem Spieltag zurück und spielt nun für Berlin. Ein Erfolgserlebnis hatte sie auch: Gemeinsam mit Charlotte Klasen gewann sie auch den zweiten Match-Tiebreak gegen die rot-blaue Kombination mit Annika Beck und Lottner. Für die Fed-Cup-Spielerin Beck steht nach dem zweiten Einsatz für die Eckert-Damen eine wenig erquickliche Bilanz zu Buche: Auch ihr Einzel hatte sie im Match-Tiebreak nach dem mit 6:1 gewonnenen zweiten Satz abgeben müssen.

Die Partie fand in zwei Wetterzonen statt. „Erst habe ich mir das Ohr kühlen müssen und zum Schluss hatte ich zwei Jacken an“, kommentierte Michael Geserer den Umschwung, der quasi mit dem Matchball von Johanna Larsson an Nummer eins kurz nach halb fünf nachmittags kam. Die Schwedin hatte sich mit der Lettin Diana Marcinkevica einen sehenswerten wie wechselhaften Schlagabtausch geliefert, bei dem die Schwedin im zweiten Satz auch schon mal den Schläger ins Ecke pfefferte, nachdem sie einen 2:0-Vorsprung verspielt hatte. „Ich hatte mit mir zu kämpfen“, gestand Larsson ein, dass der 6:4, 6:2-Erfolg das Kräfteverhältnis auf dem Platz nur bedingt ausdrückte.

Weil die anderen Partien teilweise so flott über die Bühne gegangen waren, hatte das Duell der Einser die volle Aufmerksamkeit, des mit erneut rund 500 Besuchern für einen Freitag erstaunlich zahlreichen Publikums. Zu den Doppeln kamen Wind und stellenweise Regen. „Das ist unangenehm, aber keine Spielerin wird sich darüber beschweren“, erklärte Michael Geserer den Umgang mit Wetterkapriolen. Ein Umzug in die Halle jedenfalls stand gar nicht erst zur Debatte. „Wegen einer Windböe, die den Ball ins Aus trägt, bricht man kein Spiel ab“, sagte Geserer und war „saufroh mit dem Wetter. In ganz Deutschland war es schlecht“, schaute er auf die Konkurrenz, die in Karlsruhe und Stuttgart weit mehr Probleme hatte. In Regensburg war nach vier Stunden Schluss.

Quartett spielt in Nürnberg

Für Annika Beck, Kirsten Flipkens, Johanna Larsson und die in Rom so erfolgreiche Julia Görges geht das Turniergeschehen nun direkt in Nürnberg weiter. Doppel-Spezialistin Natela Dzalamidze brach zu einem Doppelturnier in Straßburg auf.

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